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27.04.21

Zimmerer (m/w/d): Handwerkskunst mit Tradition - #whatyouwant

Handwerkliches Geschick ist nicht nur beim Chef gern gesehen, sondern freut auch den Freundeskreis – bei diesem Beruf dreht sich alles um den nachhaltigen Rohstoff Holz! Die ältesten uns bekannten Zimmermänner sind Josef und Jesus von Nazareth, deshalb sind sie auch bei vielen Betrieben beziehungsweise Zünften Schutzpatrone.


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Bild: sculpies - stock.adobe.com

Der Zimmerer führt einen alten Beruf aus, der von besonderen Traditionen geprägt ist. Heute werden Zimmerer noch häufig mit Schreinern verwechselt. Das kommt daher, weil erst im 14. Jahrhundert die Berufe voneinander getrennt und unterschieden wurden. Klar, sie haben beide etwas mit Holz zu tun, aber die in ihnen arbeitenden Personen spezialisieren sich in dem, was sie täglich ausführen. Aufgaben des Zimmerers im Baugewerbe sind die komplette Unterdachkonstruktion, das Verzimmern und das Aufrichten von Holzkonstruktionen. Dazu gehört die Herstellung von Dachstühlen, der Ausbau von Fachwerkhäusern sowie Tragleitungen, Carports und Überdachungen jeglicher Art. Das sind beispielsweise auch Holzhäuser, Anbauten und Fassadenkonstruktionen.

Schreiner oder Tischler sind mehr auf den Innenausbau spezialisiert, wie die Fertigung und Reparatur von Möbeln, Maßanfertigungen von Decken und Wänden oder auch der Einbau von Treppen, Türen und Fenstern. Du merkst, es ist schon ein Unterschied.

Niklas hat sich für die Ausbildung zum Zimmerer entschieden und ist im zweiten Lehrjahr bei der Firma Holzbau Pappe in Kerspleben. Früh entwickelte sich sein Interesse an einem handwerklichen Beruf: Sein Vater ist Handwerker auf Baustellen, der beste Kumpel Dachdecker. Zack, waren die Ferienjobs in der Schulzeit gesichert und die Begeisterung an Konstruktionen von Gebäuden war geweckt. „Ich bin eher der Praktiker draußen als der Theoretiker drinnen“, sagt Niklas über sich. „Das Schöne in meinem Beruf ist, dass man sieht, was man gemacht hat und wenn man dann sagen kann, dieses Haus steht jetzt die nächsten 50 Jahre, dann ist das schon cool!“ Sichtbarkeit ist Niklas sehr wichtig in seinem Beruf, denn viele können gar nicht wissen und noch weniger sehen, was sich alles unter einem Dach versteckt. „Bearbeiten wir auf einer Baustelle ein Fachwerkhaus, erkennt man erst beim Abreißen, ob das alte Holz mit einem Schwamm oder Pilz befallen ist. Dann heißt es, bei

36° Celcius mit Schutzmaske und Ganzkörperanzug Wände und Holz rausreißen. Und erst danach kann die eigentliche Arbeit beginnen.“

Das Berufsfeld des Zimmerers eröffnet viele Karriereaussichten für Menschen, die Interesse an Konstruktionen haben. Vor allem für jemanden wie dich, der am Ende des Tages sehen möchte, was er getan hat – dann bist du hier genau richtig! Eine abwechslungsreiche und vielfältige Ausbildung steht dir bevor: die Arbeit im Betrieb mit Berufsschuleinheiten sowie die überbetriebliche Ausbildung. Das Grundwissen über Holz, beispielsweise der Aufbau von Holzbalkendecken, statische Berechnungen, Training des räumlichen Denkens und vieles mehr werden dir im ersten Lehrjahr vermittelt. Fortwährend erweiterst du dein Wissen und es geht immer weiter ins praktische Arbeiten hinein, bis du das dritte Lehrjahr erreicht hast. Die Ausbildung zum Zimmerer ermöglicht dir nach der Lehrzeit den Zugang zu vielfältigen Studiengängen, um später im Bauingenieurwesen, in der Innenarchitektur oder gar in der Energieberatung tätig zu werden.

Funfact: Der Begriff „Schlitzohr“ stammt aus diesem Beruf. Der Ohrring wurde dem Zimmerer mit Hammer und Nagel ins Ohr geschlagen. Verhielt er sich nicht ‚ordentlich‘ oder ‚unehrenhaft‘ in seinem Betrieb, wurde ihm der Ohrring rausgerissen und er war damit gekennzeichnet. Aber keine Sorge – diese Zeiten sind vorbei. (ba)