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05.09.20

Zerspanungsmechaniker - Ein span(n)ender Beruf

Jonathan (18) und Richard (19) sind Auszubildende beim Familienunternehmen Gebr. Becker GmbH in Apolda. Die Freunde stammen aus demselben Ort und genau dort entstand ihr Berufswunsch: Zerspanungsmechaniker. „Viele bei uns machen etwas in der Art. Wir haben früher an unseren Mopeds geschraubt. Jetzt können wir etwas Ähnliches auf Arbeit tun, nur an viel wichtigeren Maschinenteilen“, erzählt Richard.


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Foto: Katharina Pils

Erst ein Praktikum, dann die Bewerbung nach der zehnten Klasse. Es folgten ein Einstellungstest sowie ein Vorstellungsgespräch und schließlich hielten sie jeweils ihren Ausbildungsvertrag in den Händen. Jonathan erinnert sich: „Ich war gut vorbereitet, denn Richard hat die Ausbildung ein Jahr vor mir begonnen. In Mathe, Physik und Chemie sollte man auf jeden Fall fit sein. Wir arbeiten sowohl mit Metallen als auch mit Kunststoffen. Da muss man wissen, womit man es zu tun hat. Auch mein handwerkliches Können wurde geprüft: Ich musste ohne Anleitung einen Fahrstuhl zusammenbauen.“

Logisches Denkvermögen und Genauigkeit sind ebenfalls wichtig für den Beruf. Nicht zu vergessen die körperliche Fitness, denn die Maschinenteile können meist nur im Stehen angefertigt werden. Jonathan und Richard produzieren Teile für Vakuumpumpen, Verdichter und Luftversorgungssysteme, mit denen Kunden weltweit beliefert werden. Da ist Präzision gefragt.

„Natürlich mussten wir zunächst die Theorie lernen und anhand von Zeichnungen erste Probestücke per Hand herstellen. Da wurde gefeilt, gebohrt, gesägt und gemeißelt. Im zweiten Lehrjahr durften wir dann die konventionellen Maschinen bedienen. Das heißt drehen und fräsen, alles mit purer Armkraft. Mittlerweile kann ich sogar die CNC-Maschine programmieren. Technische Kenntnisse sind enorm wichtig, wir müssen mit den Computern umgehen können“, erklärt Richard.

Die Azubis durchlaufen alle Arbeitsbereiche des Unternehmens: von der Fertigung über die Montage bis hin zu Kontrolle, Service und Versand. Alle zwei Wochen besuchen sie zudem die Berufsschule. Hier lernen sie die CNC-Programmierung, beschäftigen sich mit Metalltechnik und Fertigungsverfahren. Aber auch Mathematik, Deutsch, Englisch, Wirtschaft, Sozialkunde und Sport stehen auf dem Plan.

Nach ihrem Abschluss würden die beiden gern in der Firma bleiben, denn die Arbeit gefällt ihnen sehr gut; besonders im Bereich Fertigung und Montage. Auch die Weiterbildung zum Meister oder Techniker ziehen sie in Betracht. (kp)