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09.02.15

Zahnmedizinische Fachangestellte - Zähne zeigen

Zum Zahnarzt geht man – nun ja, zugegeben – in den meisten Fällen nicht allzu gern. Glück hat, wer nur zweimal im Jahr zur Kontrolle kommt und nach kurzem A-Sagen mit einem „Alles OK“ wieder vom Stuhl hüpfen darf. Juliane hingegen macht sich täglich auf in die Zahnarztpraxis – was aber nicht an ihren Zähnen, sondern an ihrer Berufswahl liegt. Die 28-Jährige hat sich nämlich für den Beruf der Zahnmedizinischen Fachangestellten entschieden und lernt nun seit zweieinhalb Jahren als Zivilangestellte in der Bundeswehr-Zahnarztpraxis der Henne-Kaserne in Erfurt.


Foto: LZKTH

Für Juliane ging es schon gleich nach dem Schulabschluss in Richtung Pflege- und Gesundheitsberufe. „Ich wollte etwas machen, bei dem ich viel mit Menschen zu tun habe, ihnen helfen kann und nicht nur am Schreibtisch sitze.“ Das tat sie allerdings zunächst als Sozialbetreuerin in der Altenpflege.
„Doch nachdem ich Mutter geworden bin, wurden die Arbeitszeiten in diesem Bereich problematisch und ich habe mich nach Alternativen umgesehen. Ich habe mich dann für eine weitere Ausbildung, diesmal zur Zahnmedizinischen Fachangestellten, entschieden. Da meine Mutter auch in diesem Beruf arbeitet, kannte ich den schon von klein auf und wusste, was auf mich zukommt.“ Wer sich damit aber noch nicht auskennt, sollte unbedingt mal hineinschnuppern, bevor er sich dafür entscheidet. „Für mich war es zum Beispiel auch kein Problem, Menschen so nahezukommen, aber ich hatte ja auch schon Erfahrungen durch meinen vorherigen Beruf. Und trotzdem gab es noch Dinge, an die ich mich erst gewöhnen musste. Wurzelbehandlungen, Abszesse oder Verletzungen im Mundraum, das ist manchmal schon nicht ohne.“ Und treibt übrigens auch Juliane ab und zu noch an ihre Grenzen. „Ich kann zwar Blut sehen, aber in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie komme ich damit nicht so gut zurecht.“ Da Zahnarztpraxen aber sehr vielfältig sind und viele verschiedene Bereiche abdecken, ist das jedoch nicht weiter problematisch.
Als Zahnmedizinische Fachangestellte hat sie dort verschiedene Aufgaben. Zum einen die Behandlungsassistenz. Das heißt, sie reicht dem Zahnarzt Instrumente und Material, saugt den Speichel der Patienten ab und hilft aus, wenn dem Arzt eine helfende Hand fehlt – oder der Patient eine zum Festhalten braucht. „Die Betreuung der Patienten ist ein wichtiger Bereich, denn viele kommen mit Angst zum Zahnarzt. Da muss man freundlich, einfühlsam und geduldig sein.“ Juliane kümmert sich aber nicht nur um die Menschen, sondern auch um die medizinischen Geräte – Desinfektion, Sterilisation und Vor- und Nachbereitung des Behandlungsraumes nach strengen hygienischen Vorgaben sind da sehr wichtig – sowie um die Aufnahme und Verwaltung der Patientendaten und die Abrechnung der Leistungen. Zur Ausstattung einer Zahnarztpraxis gehören heutzutage auch Röntgengeräte. Den Patienten für das Röntgen vorzubereiten, alles einzustellen und die Technik zu bedienen, macht Juliane dabei besonders viel Spaß.
Julianes Ausbildung dauert insgesamt drei Jahre. „In den ersten beiden ist man zwei Tage pro Woche in der Schule und drei in der Praxis, im dritten hat man dann nur noch einen Tag pro Woche Schule.“ Der Lernstoff, den sie in der Theorie vermittelt bekommt, befasst sich mit medizinischen, aber auch mit wirtschaftlichen Inhalten. „Man lernt die Anatomie des Menschen kennen, und zwar über den Kopf hinaus, genauso wie Wirtschaft und Buchhaltung. Das ist schon eine Menge und man darf den Anschluss nicht verlieren. Bei mir hat das bis jetzt ganz gut funktioniert.“ Deshalb hat sie auch keine große Angst vor der Abschlussprüfung, die im Mai dieses Jahres ansteht. „Ich möchte auch danach auf jeden Fall weiter in diesem Beruf arbeiten, da passt einfach alles – sogar die Arbeitszeiten.“ (mü)