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22.07.20

Windige Zukunft

Die Nutzung nachhaltiger Energien ist keine Erfindung der Neuzeit. Die Windmühlen hießen schließlich nicht einfach so Windmühlen, sondern weil sie mit Windenergie angetrieben wurden. Trotzdem ist Energiegewinnung mit Hilfe von Wind ein hoch modernes Thema. Und ein sehr komplexes: Wie genau wird Wind zu Strom? Wie kommt er vom Rad in die Steckdose? Wie und wo wird er gespeichert? Wie macht man das möglichst effektiv? Und wie ist das mit Sonne? Und Biogas? Viele Fragen. Antworten darauf gibt der Studiengang regenerative Energietechnik.


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Foto: Blue Planet Studio - stock.adobe.com

In Thüringen wird Regenerative Energietechnik an der Hochschule Nordhausen angeboten. In insgesamt sieben Semestern wird gelehrt, wie regenerative Energieanlagen entwickelt, geplant und betrieben werden, wie regenerative Energie in ein vorhandenes Strom- und Wärmenetz eingebunden werden können, und auch Energiewirtschaft und Energierecht stehen auf dem Plan. Angefangen wird mit der ingenieurtechnischen Grundausbildung im ersten und zweiten Semester. Dazu gehören Physik, Ingenieurmathematik, Mechanik, CAD, Werkstofftechnik – Elektrotechnik, Programmierung und auch Fachenglisch. Die naturwissenschaftlich-technischen Fächer sollten einem unbedingt liegen, sonst wird man schnell nicht nur die Motivation, sondern auch den Anschluss verlieren. Außerdem sind gute Englischkenntnisse hilfreich, da die Fachliteratur oft international – also auf Englisch ist.

Ist das Grundstudium der ersten beiden Semester überstanden, geht es im Hauptstudium noch mehr in Breite und Tiefe: Ingenieurmathematik, Elektronische Bauelemente, Sensor- und Automatisierungstechnik, Regelungstechnik, Thermo/Fluiddynamik und Konstruktionslehre füllen den Studienplan im dritten und vierten Semester. Im fünften und sechsten die energie- und verfahrenstechnischen Prinzipien regenerativer Energiesysteme sowie deren Einbindung in vorhandene elektrische oder thermische Energiesysteme im Mittelpunkt. Dazu zählen Wärmeversorgung, Elektrische Energietechnik, Grundlagen Bioenergie, Biogas, Biomasse, Biotreibstoffe, Kraft- und Arbeitsmaschinen, Windenergiesysteme, Photovoltaik sowie Solarthermie und Geothermie. Und schließlich gehören auch Energiewirtschaft und Energierecht, Sicherheit, Energiepolitik und Projektmanagement dazu. Ein straffes Pensum. Aber: Durch diese umfassenden Inhalte soll ein breites Feld an späteren Einsatzgebieten ermöglicht werden. So können Absolventen dieses BachelorStudiengangs nicht nur ein Masterstudium anschließen, sondern auch gleich ins Berufsleben starten.

Arbeitgeber finden sie in Forschung und Entwicklung, bei Betreibern von Energieanlagen sowie in der Überwachung, Herstellung und Produktion oder auch im Bereich Beratung und Lehre. Doch bevor es soweit ist, müssen sie nicht nur die erforderliche Anzahl von Leistungspunkten nachweisen, sondern im siebten Semester auch die Praxisphase mit anschließender Bachelorarbeit bestehen. Diese wird in einem Betrieb oder in einer anderen Einrichtung der Berufspraxis in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule durchgeführt.

Der Bewerbungszeitraum für diesen Studiengang läuft jeweils vom 15. April bis 30. September. Der Studienbeginn ist immer nur zum Wintersemester möglich. (mü)