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24.02.21

Werkstoffprüfer (m/w/d): Zukunftsweisend - #whatyouwant

Schneller, weiter, höher! Die Anforderungen und Vorstellungen, die wir mit der Zukunft verbinden, stehen in einem engen Wechselverhältnis zu den technologischen Entwicklungen. Insofern entscheiden sich die Chancen des Morgen im Hier und Jetzt. Als Werkstoffprüfer sitzt man dabei an der Quelle, überprüft neue Materialien auf Herz und Nieren, und kann so aktiv mitgestalten, auf welche Weise wir in Zukunft Technologie umsetzen werden.


Diplom-Ingenieur Martin Hofmann, der für die IHK Erfurt, Berufsbild des Werkstoffprüfer, 3.5 Jahre, Luft- und Raumfahrtbereich, die Automobilbranche, Berufliche Schulzentrum für Produktdesign und Prüftechnik im fränkischen Selb, Fachbereiche: Metall, Wärmebehandlungs-, Kunststoff- oder Systemtechnik, Berufsorientierung in Thüringen, WiYou.de, #whatyouwant

Foto: MHW-Ingenieur- und Sachverständigenbüro Martin Hofmann

Nur wenige Ausbildungsberufe bieten derart viel Abwechslung wie der des Werkstoffprüfers. Hinzu kommt, dass er für die komplette Industrie enorm wichtig ist. Sei es also der Luft- und Raumfahrtbereich, die Automobilbranche oder aber die zukunftsweisende Energietechnik. Um weiterhin sowohl wettbewerbsfähig als auch zukunftsweisend zu sein, müssen Werkstoffe beispielsweise auf ihre Festigkeit, Hitzebeständigkeit oder auch Leitfähigkeit geprüft und getestet werden. Darin besteht die eigentliche Aufgabe des Werkstoffprüfers.

Ein Job – viele Möglichkeiten. Die Ausbildung zum Werkstoffprüfer dauert in der Regel 3,5 Jahre, da während der sowohl betrieblichen, als auch schulischen Ausbildung eine Spezialisierung vorgesehen ist. Auszubildende aus Thüringen und Bayern besuchen dafür das staatliche Berufliche Schulzentrum für Produktdesign und Prüftechnik im fränkischen Selb. Während der ersten 24 Monate der Ausbildung wird man mit unterschiedlichen Materialien, deren chemischen und physikalischen Eigenschaften sowie den Methoden der Werkstoffanalyse vertraut gemacht. Während der übrigen 18 Monate der Ausbildung kann man sich auf einen der insgesamt vier Fachbereiche spezialisieren: Metall, Wärmebehandlungs-, Kunststoff- oder Systemtechnik.

Vielfältig, abwechslungsreich und zukunftsorientiert. Für die Industrie ist es entscheidend, Materialien entsprechend ihrer Stärken einzusetzen – genau an dem Punkt setzt der Werkstoffprüfer an, indem er entsprechende Laboruntersuchungen anstellt und umfangreiche Tests durchführt. Während die meisten mit Gold vor allem dessen Wert verbinden, wird der Stoff in der Elektroindustrie auch wegen seiner hohen Korrosionsbeständigkeit und Leitfähigkeit geschätzt. Demgegenüber sind beispielsweise Kunststoffe relativ leicht, auch wenn sie erst synthetisch hergestellt werden müssen. Ebenso breit gefächert wie die Materialien stellt sich auch der Arbeitsalltag als Werkstoffprüfer dar. Zudem bekommt man die Gelegenheit, die Materialien der Zukunft zu testen und an deren Verbesserung teilzuhaben. 

Unter dem Radar: Obwohl der Beruf des Werkstoffprüfers unzählige Einsatzmöglichkeiten in der Industrie bietet, erhielt er als Ausbildungsberuf bisher nur sehr wenig Aufmerksamkeit. Zwei Spezialisierungen seien derzeit besonders gefragt, sagt Diplom-Ingenieur Martin Hofmann, der für die IHK Erfurt die Prüfungen als Werkstoffprüfer abnimmt. Gerade in der Metalltechnik und Wärmebehandlungstechnik würden gut geschulte Facharbeiter gesucht, wobei Auszubildende im Anschluss an ihre Ausbildung generell mit guten Übernahmechancen rechnen könnten, so Hofmann.

Übrigens: Für die Ausbildung zum Werkstoffprüfer genügt im Regelfall die Mittlere Reife, sofern man über naturwissenschaftliches und technisches Verständnis verfügt und einen guten Blick für Details hat. (is)