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24.01.20

Verfahrensmechaniker Kunststoff- und Kautschuktechnik - Gib Gummi

Der Stuhl in der Cafeteria, Reifen, Dichtungen, Einwegspritzen oder Kondome – so vielfältig die Produkte aus Kunststoff oder Kautschuk sind, so facettenreich ist auch der Beruf des Verfahrensmechanikers für Kunststoff‐ und Kautschuktechnik.


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Foto: Petra Schmieder

Während der Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff‐ und Kautschuktechnik absolviert man mehrere Stationen, bei denen man die Eigenschaften und die Charaktere, aber auch die Geheimnisse der Kautschuk‐ und Kunststoffe kennenlernt. Man taucht ab in die Materie der E‐Technik, Pneumatik und Hydraulik. Eignet sich das Lesen, Erstellen und Anwenden von Arbeits‐ und Bewegungsprozessen an, ebenso wie das Formen, Kleben und Schweißen von Kunststoffen und das Durchführen von Werkstoffprüfungen an Rohstoffen, Halbfabrikaten oder Fertigerzeugnissen. Man lernt, die jeweiligen Maschinen einzurichten und übernimmt kleinere Wartungs‐ und Instandsetzungsarbeiten.

Kay (19) ist Auszubildender in der Phoenix CBS GmbH in Bad Blankenburg, in der Textil‐ und Stahlseilförderbänder hergestellt werden. Während seiner dreijährigen Ausbildung durchläuft er mehrere Bereiche. Beginnend bei der Vorstufe, der Mischerei, den Pressen bis hin zur Forschung, Entwicklung und Qualitätssicherung.

Momentan ist Kays Arbeitsplatz die Forschung & Entwicklung. Begleitet von strengen Sicherheitsbestimmungen, vorbei an monströsen Maschinen und meterhohen Kränen, gelangt man an seinen Arbeitsplatz – der Forschungs‐ und Entwicklungsabteilung. Hier analysiert er gemeinsam mit seinem Mentor chemische Verbindungen und effizientere Mischverhältnisse. Sie testen, probieren, prüfen und entwickeln. „Wir Auszubildende lernen viel, dürfen aber auch selbst ausprobieren. Das gilt für alle Abteilungen und Bereiche, die wir durchlaufen. Uns stehen Mentoren zur Seite, die uns in allen Fragen unterstützen, die uns aber auch den nötigen Freiraum gewähren, um eigene Antworten und Lösungen zu finden.“

Neben der Berufsschule und externen Lehrgänge finden zusätzlich firmeninterne Lern‐ und Austauschprogramme statt. Hier treffen sich sämtliche Auszubildende, deren Unternehmen zum Konzern gehören. „Hier schult man unsere Kreativität, unser Selbstbewusstsein, unsere Phantasie, unsere Persönlichkeit und unseren Teamgeist. ‚Wie funktioniere ich in anderen Teams? Wie reagiere ich persönlich auf Veränderungen?‘ Wir lernen uns selbst besser kennen, ebenso wie die einzelnen Partnerunternehmen, in denen wir (sofern wir dies wollen) einen Teil unserer Ausbildung absolvieren können. Man gewährt uns diesen berühmten Blick über den Tellerrand, der mich bereits sehr positiv beeinflusst hat.“

Für Kay steht nach eineinhalb Jahren nicht nur die Zwischenprüfung an, sondern auch die Entscheidung, an welcher Maschine beziehungsweise in welchem Bereich er nach der Ausbildung agieren möchte. „Es braucht Jahre, sich an den Maschinen so auszukennen, dass man sie autonom und selbstständig bedienen kann. Auch wenn es gigantische Kolosse sind und unsere Produkte Tonnen wiegen, braucht es neben langjähriger Erfahrung immer das nötige Feingefühl. Manches ist schwer, anderes leicht. Die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff‐ und Kautschuktechnik ist spannend und abwechslungsreich. Bring einfach gute Laune mit, Teamgeist, Spaß an Physik, Chemie und technisches Interesse.“ (ps)