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< Thüringen Grammy 2017
06.11.17

Verfahrensmechaniker für Baustoffe - Von Gips zu Mörtel

Bevor aus Gips aus dem Steinbruch ein Mörtel oder Putz werden kann, muss er verarbeitet werden. Wie man diesen Rohstoff gewinnt, fördert und bearbeitet, lernst du in der Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Baustoffe. Wie Leslie aus Pößneck. Er lernt im 2. Lehrjahr im Maxit Baustoffwerk in Krölpa.


Ausbildung, Thüringen, Krölpa, Pößneck, Verfahrensmechaniker

Bild: Juliane Großmann/WiYou.de

Zu dieser Ausbildung ist Leslie über ein Praktikum bei Maxit gekommen. „Ich wusste nur, dass ich etwas Technisches machen wollte, hatte aber keine Ahnung, was genau ein Verfahrensmechaniker macht. Während des Praktikums habe ich aber schnell Gefallen daran gefunden und mich für die Ausbildung beworben“, erklärt der 17-Jährige.

Als Verfahrensmechaniker mischst du Rohstoffe zu Endprodukten an. „Bei Maxit in Krölpa fertige ich aus Gips oder Anhydrit Mörtel, Putze, Edelputze, Silikate oder Bodenausgleichmasse.“ Diese werden im Tagebau oder Untertage abgebaut. „Ich steuere die Produktionsanlagen und begleite somit die Rohstoffe von der Förderung bis zum fertigen Endprodukt.“ Dazu machst du während der Ausbildung den Staplerschein, um die Rohstoffe und Werkstoffe zu befördern. Auch die Qualitätskontrolle ist ein Bestandteil der Arbeit. Insgesamt überwachst du alle Verfahrensschritte, kontrollierst und analysierst die Qualität der Erzeugnisse und korrigierst gegebenenfalls die Maschineneinstellungen. „Das fertige Endprodukt muss ich dann verpacken und verladen, anschließend die Produktionsanlagen reinigen.“

Die Berufsschule besuchst du im Blockunterricht. Hier erlernst du erst einmal die Grundlagen der Werkstoffbearbeitung. In dem Lernfeld Technologie beschäftigst du dich mit Werkstofftechnik, der Elektrotechnik und der Steuerungs- und Regelungstechnik. Dazu kommen die Grundlagen der Hydraulik und Pneumatik, der Produktions- und Prozesssteuerung. „Auch das Instandhalten der Maschinen und Anlagen oder das Lagern und Entsorgen von Werkstoffen ist Teil der beruflichen Ausbildung.“ Die Berufsschule ist in Erfurt. In überbetrieblichen Lehrgängen steht das manuelle und maschinelle Bearbeiten von Werkstoffen auf dem Stundenplan. Im Betrieb beginnt Leslies Schicht meist um 7 Uhr. Hier ist er gleich in alle Produktionsstufen eingebunden und durchläuft in den drei Jahren Ausbildung alle Produktionsabteilungen. „So bekomme ich wirklich jeden Schritt mit, den ein Rohstoff durchläuft, bis er verpackt und gelagert wird. Die Ausbildung ist alles andere als eintönig – genau das wollte ich.“ An den Schichtbetrieb werden die Azubis langsam herangeführt. „Ich finde die Schichten viel besser, da ich damit das Gefühl habe, wirklich in die Produktion integriert zu sein und gebraucht zu werden.“ Kraft, technisches Verständnis und naturwissenschaftliche Kenntnisse sind Voraussetzungen für diese Ausbildung. „Sorgfalt und Genauigkeit, gerade beim Mischen und Prüfen der Werkstoffe, sind ebenso wichtig.“ Auch Rechenfertigkeiten sind von Vorteil, zum Beispiel bei der Berechnung der Materialeigenschaften von Rohstoffen oder der Berechnung von Mengen und Mischungsverhältnissen.

Nach deiner Ausbildung kannst du dich zum Techniker in Maschinen- bzw. Verfahrenstechnik weiterbilden. Mit der Hochschulreife kannst du auch ein weiterführendes Studium absolvieren, zum Beispiel der Verfahrenstechnik, Rohstoffingenieurswesen oder -wissenschaft oder der Werkstoffwissenschaften. „Aber allein mit der Ausbildung und guter Arbeit kann ich Erfahrungen sammeln und im Betrieb aufsteigen. Einige Verfahrensmechaniker sind mittlerweile Abteilungsleiter oder Betriebsleiter. (jg)