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15.01.18

Verarbeitungsmaschinen- und Textilmaschinenbau (TU Dresden)

Sachen gibt’s

  Textilien sind längst nicht nur modische Bekleidungsstoffe, sondern auch echte Hightech-Produkte mit vielfältigen Anwendungsbereichen. Sie kommen zum Beispiel als Faserverbundwerkstoffe und Medizintextilien vor, ebenso wie in textiler Architektur und im Membranbau. Um diese Textilien kümmern sich dann eben auch keine Modeschneider, sondern Ingenieure.



Bild: Foto: ©Antonio Truzzistock.adobe.com

Die Studienrichtung Verarbeitungsmaschinen- und Textilmaschinenbau (VTMB) im Diplom-Studiengang Maschinenbau an der TU Dresden ist eine Möglichkeit, ein solcher Ingenieur zu werden. Dazu wird erstmal Maschinenbau studiert, und zwar vier Semester lang, bevor nach dem viersemestrigen Grundstudium das Hauptstudium in der wahlobligatorischen Studienrichtung Verarbeitungs- und Textilmaschinenbau weitergeführt wird. Angesiedelt ist diese Studienrichtung am Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungswerkstofftechnik und der Professur Verarbeitungsmaschinen und Verarbeitungstechnik vom Institut für Verarbeitungsmaschinen und Mobile Arbeitsmaschinen.

Das Grundstudium Maschinenbau dreht sich vor allem um mathematisch-naturwissenschaftlichen und ingenieurwissenschaftlichen Grundkenntnisse. Dazu gehören die Fachgebiete Technische Mechanik, Technische Thermodynamik, Strömungslehre und Elektrotechnik. Außerdem stehen die allgemeinen Grundlagen des Maschinenbaus wie beispielsweise Konstruktion und Fertigung, Maschinenelemente und Werkstofftechnik auf dem Plan. Interesse an diesen Themengebieten ist wichtig, ebenso wie gute Grundkenntnisse aus der Schule und Lernbereitschaft ab dem ersten Semester. Denn mit dem Wechsel ins fünfte Semester, was den Beginn des Hauptstudiums bedeutet, wachsen die Anforderungen und Nachlässigkeiten sind kaum noch aufzuholen. Für die Studienrichtung Verarbeitungs- und Textilmaschinenbau kommen dann neben Mess- und Automatisierungstechnik und Maschinendynamik und Mechanismentechnik auch Grundlagen und konstruktiver Entwicklungsprozesse der Verarbeitungs- und Textilmaschinen dazu.

Im weiteren Verlauf des Studiums kann dann zwischen verschiedenen zusätzlichen Modulen gewählt werden, die entweder zum Bereich Textilmaschinen oder zum Bereich Verarbeitungsmaschinen gehören. Angeboten werden da zum Beispiel im sechsten Semester Auslegung und Diagnostik von Textilmaschinen und Faserbasierte Hochleistungswerkstoffe oder Verarbeitungsmaschinenentwicklung und Mechanismensynthese und Mehrkörpersysteme. Im siebten Semester stehen dann Fachpraktikum und Projektarbeit an, bevor im achten und neunten noch einmal in die vollen geht: Maschinen, Technologie und Chemie der faserbildenden Polymerwerkstoffe, Steuerung bewegungsgeführter Maschinen, Verpackungstechnik, Verfahren und Maschinen der Vliesstofftechnik und Textilrecycling, Funktionalisierung und Grenzschichtdesign oder auch Lebensmittel- und Pharmamaschinen und Entwicklungsmanagement stehen zur Modulauswahl. Wer dann noch 300 Stunden Forschungspraktikum ableistet, hat es so gut wie geschafft und darf nach bestandener Diplomarbeit sein Diplomzeugnis mit nach Hause nehmen. (mü)