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< Zukunftsfähiges Thüringen
05.07.21

Unsere eine Welt, unser Miteinander: Handeln für das Klima

Die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg wurde 2019 durch ihre Proteste im Kampf gegen den voranschreitenden Klimawandel weltweit bekannt. Der erste Höhepunkt ihres Streiks war der 15. März 2019, an dem sich für die Fridays-for-Future-Bewegung (FFF) weltweit 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche in insgesamt 2.032 Orten in 125 Ländern versammelten und streikten. Das größte Ziel ist es, den Temperaturanstieg der Erde unter 1,5 Grad Celsius zu halten, wie im Pariser Abkommen festgehalten. In vielen Ländern scheitert es an der Umsetzung, und dies möchte Greta mit ihrem Handeln ändern. Es gibt viele Menschen, die sich der Situation bewusst sind – jetzt heißt es eine gesellschaftliche Transformation hinbekommen. Die 20-jährige Gianna engagiert sich bei FFF in Jena und erzählt von ihrem Einsatz für die Bewegung und deren bundesweiter Vernetzung.


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Foto: Nick Konstantin Otto

Greta Thunberg hatte 2019 ihre Stimme erhoben, und zahlreiche Jugendliche sind auf die Straße gegangen – wie steht es heute um diesen Aufruf?
Wir hätten uns gewünscht, dass wir das nicht so lange durchziehen müssen. Die Kernbotschaft ist immer noch da: „Hört auf die Wissenschaft“ und die Klimakrise ist real. Bis 2020 wollten wir den Kohleausstieg geschafft haben, sowie 100% erneuerbare Energieversorgung bis 2035. Wir müssen etwas tun! Seit 2019 ist kaum etwas passiert, und jeden Tag, den wir nicht handeln, wird es immer schlimmer. Der Aufruf ist genauso aktuell wie 2019. Greta hat das angefangen, aber seit dieser Zeit hat dies übergreifend Generationen angesprochen. Es ist aber vor allem die Stimme der Jugend, die sagt: „So geht es nicht“.

Siehst du das Umdenken der Jugendlichen? Wie macht sich dieser Sinneswandel bemerkbar?
Die Jugend weiß im Groben Bescheid, aber es ist jetzt wichtig, dieses Wissen in Handeln umzusetzen. Dies ist ein wichtiger Impuls, mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und ihre Handlungsmacht anzustoßen. Jedes Jahr, das verstreicht, ist ein wichtiges, aber verlorenes Jahr, um unsere Umwelt zu retten. Auf gesellschaftlicher Ebene haben wir schon viel erreicht, weil wir ein Bewusstsein für das Thema geschaffen haben. In den Social-Media-Kanälen sieht man einen großen Wandel. Gesellschaftliche Innovationen werden auch immer stärker.

Gibt es Schulprojekte zum Thema Nachhaltigkeit, auf die (hin)gearbeitet wird?
Ich bin in der Nachhaltigkeitsarbeit in Thüringen verankert. Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu engagieren, beispielsweise über das Projekt „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“. 2019 wurde das Bildungsprojekt „Grüner Schulhof“ durch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) gestartet. Dessen Ziel ist es, Schulhöfe in grüne, soziale und attraktive Lebens- und Lernräume zu verwandeln. Besonderer Wert wird dabei auf die Themen Artenvielfalt, Klimawandel und Klimawandelanpassung sowie Bodenschutz gelegt. Ich habe das Gefühl, wir bräuchten auch mehr Erwachsenenbildung in dieser Richtung.

Wie können sich Jugendliche im Zeitalter der Digitalisierung engagieren?
Von jungen Leuten für junge Leute – wir schließen uns zusammen und überlegen uns weitere Schritte, diskutieren und planen zusammen. Hier beginnt eine globale Bewegung. Ich bin in der Zeit der Digitalisierung aufgewachsen, ich kenne politisches Engagement nur im digitalen Zeitalter. Grundsätzlich ist es bei jeder Art des Engagements wichtig, sich und andere zu informieren, sich auszutauschen, sich zusammenzuschließen, auf Missstände aufmerksam zu machen sowie diese beharrlich und unbequem anzusprechen. Bei FFF profitieren wir gerade in der überregionalen, auch internationalen Vernetzung, gerade in Pandemiezeiten von digitalen Tools, von Messenger-Gruppen Über Videokonferenzen bis hin zu Social-Media. Gerade Social-Media ist heutzutage ein wichtiger politischer Raum des Austauschs geworden. Aber für uns Jugendliche ist es meist ganz selbstverständlich, diese digitalen Tools zu nutzen.

Was sind nächste Projekte?
Die Bundestagswahl steht an, und wir haben uns zum Ziel gesetzt, diese Wahl zur Klimawahl zu machen. Lokal planen wir in Erfurt und Jena, dass die Innenstädte autofrei werden sollen. In Erfurt soll es auch zukünftig KlimaCamps geben. Bundesweit planen wir gerade, dass Investitionen und Planungen überdacht werden sollen. Es geht immer weiter. (ba)