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26.08.11

Kfz-Mechatroniker für Nutzfahrzeuge - Und was ist mit dem Bus?

Du bist mit dem Bus auf dem Weg zur Schule. Bis Unterrichtsbeginn sind es noch zehn Minuten. Alles locker zu schaffen. Doch plötzlich: Es raucht und zischt, der Bus bleibt stehen. Du steigst aus und flitzt die letzten paar Meter zu Fuß. Aber was passiert mit dem Bus? Der landet in der Werkstatt der Verkehrsbetriebe, und dann vielleicht direkt vor der Nase von Marcus. Denn Marcus ist ein ausgebildeter Kfz-Mechatroniker für Nutzfahrzeuge.


Marcus ist 20 Jahre alt und hat in diesem Sommer bei der Jenaer Nahverkehrsgesellschaft seine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker für Nutzfahrzeugtechnik abgeschlossen. Da er als Facharbeiter übernommen wurde, ist er jetzt für die Reparatur und Wartung der Nutzfahrzeuge der Stadtwerke Jena mitverantwortlich. Jeden Morgen pünktlich um sechs steht Marcus in Arbeitsschutzkleidung in der großen Werkhalle und nimmt von einem der Meister im Betrieb seine Tagesaufträge entgegen. Meist stehen Busse und Lkw auf der Liste. Mal geht es dabei um einen komplizierten Motor schaden, mal nur um einen einfachen Ölwechsel. „Am liebsten sind mir die technischen Aufgaben“, erzählt Marcus, „das liegt mir einfach, ich hab mich auch in der Schule schon in den Natur- und Technikfächern am wohlsten gefühlt“. Außer dem wollte er schon früher in die Automobilbranche, der Weg zum Kfz-Mechatroniker war so nicht weit, und auch ein Ausbildungsbetrieb war schnell gefunden: Der Jenaer Nahverkehr lag für den gebürtigen Jenaer schließlich nicht nur sprichwörtlich „nah“.

 

„Ich war damals schon aufgeregt“, erinnert sich Marcus an den Beginn seiner Ausbildung, „das war alles sehr groß und sehr beeindruckend. Und ich wurde quasi ins kalte Wasser geworfen. Vom ersten Tag an stand ich in der Werkhalle zwischen den riesigen Motoren.“ Das ist für die Auszubildenden heute etwas anders, denn die Jenaer Verkehrsbetriebe haben den Lehrplan ein bisschen umgebaut. Das erste Lehrjahr findet nun außerhalb der Werkstatt in einem Ausbildungszentrum statt. Dort werden die grundlegenden Kenntnisse des Berufes vermittelt. Elektrische Schaltkreise, die verschiedenen Messtechniken und elektronische Datenübertragung gehören da genauso zum Unterrichtsstoff wie Mathe und Physik. Dank voll ausgerüsteter Lehrwerkstätten bleibt es dabei nicht bei trockener Theorie.

 

Für Marcus gab es all das Theoretische noch in der begleitenden Berufsschule und in den angebotenen extra Lehrgängen. Kein großer Nachteil, wie er findet. Für den praktischen Teil seiner Ausbildung wurde ihm ein erfahrener Facharbeiter an die Seite gestellt. In den ersten zwei Jahren war vor allem die Theorie allgemein auf Kraftfahrzeuge ausgerichtet, ab dem dritten ging es dann speziell um die Busse und LKW. „Die Ausbildung hat das gehalten, was ich mir von ihr versprochen hatte und hat mir wirklich viel Spaß gemacht. Eine positive Überraschung war für mich, dass dieser Beruf auch sehr viel mit IT zu tun hat, wie etwa bei der laptopgesteuerten Fehlersuche“, sagt er heute. Trotz dem darf es noch ein bisschen mehr sein – Marcus wird im Herbst ein Studium beginnen. „Mein Ziel ist es, mich noch weiter zu qualifizieren, und später vielleicht bei der DEKRA oder beim TÜV zu arbeiten.“

 

Übrigens, den Kfz-Mechatroniker gibt es erst seit dem Jahr 2001. Er ist eine Zusammenlegung der Berufe Kfz-Mechaniker, Kfz-Elektriker und Automobilmechaniker. Die Ausbildung dauert, wie bei Marcus, in der Regel dreieinhalb Jahre. (mü)