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24.01.20

Umwelt- und Recyclingtechnik Studium - Knifflige Kunststoffe

Jeder kennt Kunststoff, hatte ihn schon mal in der Hand und auch hoffentlich entsprechend entsorgt. Massen an Plastik werden jährlich produziert. Laut einer Veröffentlichung eines Forscherteams um Roland Meyer der University of California wurden 6,3 Milliarden Tonnen Plastikmüll 2015 weltweit verbraucht. Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten, diese Massen an Müll gar nicht erst zu produzieren – zum Beispiel durch Verwenden von Beuteln beim Einkauf – oder sie richtig zu trennen. Aber was passiert dann eigentlich mit dem Plastikmüll? Unter anderem mit dieser Frage beschäftigt sich der Studiengang Umwelt‐ und Recyclingtechnik der Hochschule Nordhausen.


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Foto: vegefox.com ‐ stock.adobe.com

In diesem Studiengang beschäftigst du dich nicht nur mit dem Recycling von Kunststoffen sondern auch mit der Herstellung von Biogas oder Abwasseraufwertung. Deine Aufgabe ist es, die Umwelt vor den vom Menschen produzierten Verunreinigungen bestmöglich zu schützen.

Dafür studierst du in sieben Semestern und beginnst im ersten und zweiten Fachsemester mit den Grundlagen der Ingenieurwissenschaften wie Ingenieurmathematik, Technische Mechanik oder Werkstofftechnik, wo du dich mit dem Aufbau und der Herstellung von verschiedenen Werkstoffen wie Plastik beschäftigst. Zusätzlich besuchst du Vorlesungen für Englisch für vier Semester und belegst verschiedene Orientierungsmodule, wo du in Bereiche wie Geotechnik oder Umwelt‐ und Recyclingstechnik eingeführt wirst. Durch dieses rundumfassende Grundstudium wird dir eine gute Basis für den zweiten Studienabschnitt gelegt.

Dieser ist ein Fachstudium im dritten bis sechsten Fachsemester, wo du mehr über Analytik und BWL für Ingenieure lernst. Während deines Fachstudiums wird mehr Praxisbezug aufgebaut als im Grundstudium, in dem du schon sechs Laborpraktika, unter anderem im Bereich Umweltanalytik und Abwassertechnik, wo sich kleinste Plastikteilchen verstecken können, absolvieren musst. Nebenbei bietet die Hochschule Exkursionen an, wie zum Beispiel vor ein paar Jahren zu SERO nach Leipzig, wo sowohl die Studierenden als auch die Lehrenden etwas über Sortierung von Leichtverpackungen und Klein‐Elektro‐Schrott gelernt haben. Zusätzlich stehen noch Berufspraktika an. Klingt erstmal echt viel, dafür wirst du damit belohnt, dass du dich nicht Hals über Kopf und ohne Plan ins Berufsleben stürzt.

Aber bevor das kommt, steht noch dein siebtes Fachsemester an. In diesem widmest du dich hauptsächlich deiner Bachelorarbeit und weiteren Praxisphasen. In deiner Bachelorarbeit kannst du dich auf Kunststoffe spezialisieren beispielsweise durch das Thema „Untersuchung zur stofflichen Zusammensetzung des Restabfalls aus Haushalten mit dem Focus auf das Kunststoffpotenzial“, worüber 2017 einer der Bachelorabsolventen schrieb.

Am Ende kannst du mit einem Bachelor of Engineering ins Berufsleben starten. Für das Studium an sich brauchst du eine Hochschulreife, aber kein Vorpraktikum. Es gibt auch keine Zulassungsbeschränkung der Hochschule und du kannst dich vom 15. Mai bis 30. September bewerben, sodass du im Wintersemester anfängst zu studieren. (lk)