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05.10.20

Technischer Produktdesigner: Arbeit in der dritten Dimension - #whatyouwant

Wer einen Kran sieht, denkt vermutlich eher an Bauberufe anstatt an Computerprogramme und kreatives Arbeiten. Warum das aber trotzdem sehr gut zusammenpasst, zeigt Damien. Als angehender Technischer Produktdesigner bei der SHB entwickelt und entwirft er Maschinenbauteile, hauptsächlich für Kräne. Dafür arbeitet er mit modernsten Computerprogrammen und erstellt virtuelle Bauteile, immer wieder neu und immer wieder anders, denn Kräne sind hier echte Maßanfertigungen.


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Foto: Gorodenkoff Productions OU - stock.adobe.com

Damien | Foto: privat

Die Arbeit mit den sogenannten CAD-Programmen lernte Damien in einer Bildungsmaßnahme kennen. „Ich fand das wirklich interessant und habe mir nach einem Praktikum dann auch einen Ausbildungsberuf gesucht, in dem ich damit arbeiten kann.“ Den Beruf Technischer Produktdesigner gibt es in den Fachrichtungen Produktgestaltung und –konstruktion und Maschinen- und Anlagenkonstruktion – für diese hat sich Damien entschieden. „Wir bauen hier bei SHB unter anderem Krane. Dabei muss jeder Kran speziell auf den Kunden, seine Anforderungen und den Verwendungszweck angepasst werden. Das übernehmen die Konstrukteure. Meine Aufgabe dabei ist es, die Teile zu entwerfen, die für den Bau des Krans gebraucht werden. Das sind manchmal Standardteile mit kleineren Abweichungen, manchmal auch komplett neue.“


Damiens Arbeitsplatz ist der PC.
„Ich erstelle virtuelle 3DModelle. Es ist beeindruckend, was man mit den Computerprogrammen alles machen kann. Neben dem Entwerfen kann man zum Beispiel auch die einzelnen Bauteile zusammenfügen und analysieren, wie sie sich unter bestimmen Bedingungen verhalten. Und ich bin gerade erst ins zweite Lehrjahr gekommen und noch relativ am Anfang.“   

Trotzdem darf Damien schon an den „echten“ Teilen mitarbeiten. Die meisten seiner Entwürfe wurden schon umgesetzt. Das heißt, die Teile wurden nebenan in der Produktion gefertigt. „Natürlich guckt aber vorher immer nochmal ein Konstrukteur drauf, schließlich trägt man eine große Verantwortung und es gibt wirklich wahnsinnig viel zu beachten. Es kommt beim Entwerfen in meinem Fachbereich auch eher auf technisches Wissen als auf Kreativität an.“ Die schade aber trotzdem nicht, denn man müsse auch immer erstmal auf eine Möglichkeit kommen, wie etwas am sinnvollsten umgesetzt werden kann. „Wenn da noch die Erfahrung fehlt, klappt das nicht immer gleich und dann ist auch ein wenig Geduld gefragt.“ Damien ist dabei auch nicht allein. „Man arbeitet zwar am Rechner, aber dennoch auch im Team. Gerade bei größeren Projekten gibt es viel Abstimmungsarbeit mit den Kollegen und jeder guckt mal mit drauf und hilft, wenn man nicht weiterkommt.“

Wichtig für die Arbeit ist das Verständnis, wie etwas funktioniert und was in der realen Fertigung überhaupt möglich ist.
Deshalb gibt es auch für die Produktdesigner während der Ausbildung Praxislehrgänge zu den handwerklichen Grundtechniken der Werkstoffbearbeitung, wie Drehen, Fräsen und Bohren. Darüber hinaus gibt es in der Berufsschule die Theorie zu Werkstoffen, Maschinen und Fertigungsverfahren. „Aber auch viel Mathe und technisches Zeichnen. Es ist zwar relativ viel, bisher habe ich aber keine Probleme – nur das Zeichnen musste ich etwas üben.“

Richtig Spaß macht Damien das 3D-Teile-Entwerfen. „Zu sehen, was man mit dem Programm alles machen kann, ist toll und unheimlich spannend. Ich lerne immer wieder neue Dinge, zumal die Programme auch immer weiterentwickelt werden und immer mehr möglich wird.“ (mü)