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12.12.16

Technischer Assistent für Informatik - TAI-Chris

Schnell was in der Datenbank suchen, mit dem Buchhaltungsprogramm Rechnungen schreiben oder den neuen Drucker testen. Mit oder am Computer arbeiten ist für viele heute eine Selbstverständlichkeit. Aber was, wenn die Datenbank plötzlich leer ist, die Summenformel in der Rechnungsdatei nicht stimmt oder der Drucker nicht erkannt wird? Dann braucht man jemanden wie Chris. Der ist als angehender Technischer Assistent für Informatik nicht nur eine Art Rettungsdienst für IT­-Notfälle.


Ausbildung, Thüringen, Jena, TAI, Technischer Assistent für Informatik

Bild: Manuela Müller/WiYou.de

Die Aufgabe der Technischen Assistenten für Informatik ist aber nicht nur, Fehler zu suchen, zu finden und zu beheben, denn damit ein Netzwerk oder ein Programm Fehler ausweisen können, muss es sie ja überhaupt erst einmal geben. „Zu den Aufgaben in diesem Beruf können Programmierung, Softwareentwicklung und Wartung, der Aufbau von Netzwerken, die Netzwerktechnik, die Servertechnik, die Inbetriebnahme von Hardware oder auch das Anlegen und Pflegen von Datenbanken sein – und zwar in allen Bereichen, die irgendwie mit Computern und Software zu tun haben“, erklärt Chris. Er ist im zweiten und damit letzten Jahr der schulischen Ausbildung zum Technischen Assistenten für Informatik am Staatlich Berufsbildenden Schulzentrum Jena­-Göschwitz.

„Ich kannte den Beruf von einem Familienmitglied und hatte während der Schulzeit schon Praktika in diesem Bereich gemacht, da fiel mir die Berufswahl leicht.“ Die Ausbildung ist rein schulisch, was nicht heißt, dass Chris nur Theorie lernt. Die jeweils 40 Stunden pro Woche beinhalten fachpraktischen Unterricht. „Das, was in einer dualen Ausbildung im Unternehmen gelernt wird, ist hier mit Teil des Unterrichts. Ich finde das sehr gut, denn so sind Theorie und Praxis eng miteinander verzahnt.“ Zu den Ausbildungsinhalten in der Theorie gehören Anwendungssysteme, Betriebssysteme, Informationstechnische Systeme, Mathematik, Programmierung und Technische Physik. „Im Gegensatz zum Beruf des Fachinformatikers spielt bei uns die Programmierung eine größere Rolle. Das ist auch genau das, was mir besonders viel Spaß macht. Ich programmiere gern zuhause kleinere Sachen, meinen eigenen Taschenrechner zum Beispiel. Man sollte sich schon dafür interessieren, das ist nichts, was man macht, weil man nichts anderes gefunden hat.“

In der praktischen Ausbildung geht es um die Umsetzung. „Man bekommt zum Beispiel ein Betriebssystem und muss es auf einem Rechner installieren. Ein sehr wichtiger Teil ist da das Protokollieren. Ich muss jeden einzelnen Arbeitsschritt aufschreiben. Welche Einstellung wird wo gesetzt, welche Fehlermeldungen tauchen auf, wie wurden die Fehler behoben, wer bekommt welche Berechtigungen?“ Sorgfalt und Genauigkeit sind da sehr wichtig, nicht nur jetzt in der Schule, sondern auch später im Beruf. Da arbeiten oft verschiedene Systemadministratoren zusammen, deshalb muss für jeden alles nachvollziehbar sein. „Grundsätzlich ist das alles sehr technisch, und, anders als man vielleicht erwarten würde, muss man auch handwerklich geschickt sein, denn auch das Auseinandernehmen und wieder Zusammenbauen der Technik gehören dazu.“ Damit Chris und seine Mitschüler dabei aber nicht nur Schulluft schnuppern, sondern auch den wirklichen Berufsalltag kennenlernen, gehört ein sechswöchiges Praktikum in einem Unternehmen zur Ausbildung dazu.

Chris möchte nicht nur einen Beruf erlernen, sondern auch gleich noch seine Fachhochschulreife erlangen. „Das geht, wenn man seine Ausbildungszeit um ein halbes Jahr verlängert und ein Praktikum in einem Unternehmen macht.“ Auch für die Zeit danach hat er schon konkrete Pläne: „Ich möchte noch bei der Bundeswehr studieren und würde später gern im Bereich Netzwerktechnik arbeiten.“ (mü)