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24.05.21

Straßenwärter (m/w/d): „Mein Revier: die Straße“ - #whatyouwant

Sind dir auf den Straßen schon mal orange gekleidete Menschen aufgefallen? Das sind Straßenwärter. Diese sind dafür da, dass Straßen instand gehalten werden und vor allem verkehrssicher sind. Was das im Detail bedeutet, berichtet Karin, auszubildende Straßenwärterin beim Eigenbetrieb kommunalwirtschaftliche Dienstleistung in Suhl.


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Bild: Eigenbetrieb kommunalwirtschaftliche Dienstleistung Suhl

Karin ist im zweiten Ausbildungsjahr, eigentlich hatte sie sich als Berufskraftfahrerin beworben. „Per Zufall bin ich da gelandet, wo ich heute bin. Beim Einstellungstest wurden noch Straßenwärter gesucht, und man fragte nach, ob ich noch wechseln wolle. Nach der Berufsbildvorstellung fand ich das interessanter, als nur LKW zu fahren. Das Aufgabenfeld als Straßenwärter ist einfach größer, und LKW fahren ist ja dann auch mit dabei. Und ich wollte was machen, was sich viel an der frischen Luft abspielt.“

Im Grunde genommen kann das Jahr eines Straßenwärters in die Jahreszeiten unterteilt werden: Im Winter werden die Straßen und Gehwege geräumt und gestreut. Im Frühling bis Spätherbst steht die Reinigung der Straßeneinläufe auf der Tagesordnung, Kleinreparaturen werden durchgeführt und das Wildkraut wird auf Verkehrsinseln und an Bordsteinen entfernt. Sobald es das Wetter zulässt, werden die Löcher in den Straßen geflickt. Zusammengefasst sagt Karin: „Viel Kleines ist dann irgendwann auch eine Baustelle!“ Wie man Baustellen richtig absichert, wird einem auch beigebracht – es ist eine Absicherung für sich selbst und andere, wie die fahrenden Autos auf der Autobahn oder im alltäglichen Straßenverkehr. 

Während der dreijährigen Ausbildung lernt man als Straßenwärter viele Abteilungen kennen, sowie Grundlagen, die wichtig sind, um später eigenständig arbeiten zu können. Bleiben das Auto oder der Bagger mitten auf der Autobahn stehen, bist du erst einmal auf dich allein gestellt. Doch bis es dazu kommt, lernst du, wie man Fahrzeuge in Werkstätten repariert. Du lernst parallel in der Berufsschule, wie man beispielsweise Bäume fällt, oder wie du mit großen Fahrzeugen Schnee aus dem Weg räumst. Dazu kommt noch, wie du asphaltierst, Mauerwerke, Fahrbahnen und Brücken ausbesserst und instand hältst. „Man geht jede Abteilung durch, man sieht, was in der Werkstatt gemacht wird, wie Fahrzeuge repariert werden, oder wie im Steinweg in der Innenstadt das Pflaster auf Stolperkanten kontrolliert wird. Man lernt, wie man die Beschilderung auf den Straßen im Blick hat, um die Ordnung im Straßenverkehr zu wahren, falls bei einem Unfall ein Schild umgefahren wurde.“ Im dritten Lehrjahr ist es dann soweit – die Vertiefung im Grünschnitt und die Prüfungen zum Minibagger- (3- bis 4-Tonner) und LKW-Fahren stehen an. Im Grunde genommen schließt man mit drei Führerscheinen die Ausbildung ab. Hättest du das gewusst? Der LKW-Führerschein (C und CE) ist Voraussetzung für die Abschlussprüfung.

Der Beruf des Straßenwärters ist vielfältig, abwechslungsreich und bietet die Chance, mit großen Maschinen zu fahren. Nach der Ausbildung hast du gute Aussichten, zum Beispiel beim Landratsamt zu arbeiten. Aber das ist noch nicht alles: Wenn du noch mehr lernen möchtest, kannst du noch die Weiterbildung zum Streckenwart oder die Qualifizierung zum Kolonnenführer oder Straßenmeister machen. Karin kann sich für die Zeit nach der Ausbildung vorstellen, im Bereich Beschilderung zu arbeiten: „Hier braucht man ein umfangreiches Wissen und man sollte Spaß daran haben, sich durch das Wirrwarr der vielfältigen Schilder zu steuern.“ (ba)