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08.12.20

Steuerfachangestellte: Alles andere als trocken - #whatyouwant

Buchführung, Steuerbescheide, ein Schreibtisch voller Zahlen … für die 25-jährige Sabrina ein Traumjob. Sie ist im zweiten Lehrjahr zur Steuerfachangestellten und findet ihren Beruf alles andere als langweilig.


Praktikum in einer Steuerkanzlei in Erfurt, Steuerfachangestellte im Rechnungswesen, die Buchführung für Unternehmen und Einzelpersonen, Durchführung von Mandantengesprächen, Software zu einer ordnungsgemäßen Buchführung

Foto: Antonioguillem stock.

Nach einem viermonatigen Praktikum in einer Steuerkanzlei in Erfurt hat Sabrina dort ihre Ausbildung zur Steuerfachangestellten angefangen. Jetzt ist sie im 2. Lehrjahr und weiß genau, dass sie die richtige Berufswahl getroffen hat. „Der Job ist spannend und überhaupt nicht langweilig, wie gerade viele junge Menschen oft denken. Ich habe jeden Tag mit verschiedenen Menschen und Zusammenhängen zu tun. Immer wieder warten neue Aufgaben und Zahlen auf mich.“

 

Steuerfachangestellte erledigen das Rechnungswesen, die Buchführung für Unternehmen und Einzelpersonen oder bereiten Mandantengespräche vor. „Ich bereite Jahresabschlüsse vor, erstelle die Steuererklärung und prüfe die Steuerbescheide der Mandanten.“ Einkommende Unterlagen wie das Kassenbuch, Rechnungen oder Bankbelege nimmt man als Steuerfachangestellte entgegen und verarbeitet diese mit Hilfe spezieller Software zu einer ordnungsgemäßen Buchführung. „Die laufenden Posten werden von mir auch fortwährend auf Vollständigkeit und Richtigkeit überprüft.“ Lohnsteueranmeldung, Umsatzsteuervoranmeldung, Umsatzsteuerjahreserklärung oder Einkommens- und Gewerbesteuererklärung sind nur einige Begriffe, mit denen man als Steuerfachangestellte jongliert.

 

Fundierte Kenntnisse und der Wille, diese Sachverhalte zu verinnerlichen, sind Voraussetzungen, um diese Ausbildung zu absolvieren. Die Ausbildung beinhaltet verschiedene Schwerpunkte: Steuerwesen, Rechnungswesen, Betriebswirtschaft und Wirtschaftsrecht. „Theorie und Praxis liegen bei dieser Ausbildung aber sehr nah beieinander. Das, was wir in der Berufsschule lernen, können wir meist zeitgleich in der Kanzlei anwenden.“

 

Die Ausbildung dauert 3 Jahre. Im ersten Lehrjahr lernt man die gesetzlichen Grundlagen der steuerberatenden Berufe sowie die arbeits- und sozialrechtlichen Grundlagen. Im zweiten Lehrjahr kommt dazu die Lohn- und Gehaltsabrechnung. „Ich beobachte auch die Gesetze des Obersten Gerichtshofes und prüfe diese auf Neuerungen.“ Aber zur Ausbildung gehören auch allgemeine Büroarbeiten wie der Postein- und -ausgang, das Anlegen von Akten, Registern und Termin und Fristkalendern und das Ausarbeiten von Schriftsätzen. „Ich erstelle Grafiken, Statistiken und Tabellen oder archiviere Daten.“

 

Sabrina hat detaillierte Kenntnisse über die wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnisse der Mandanten. Daher gehört ein hohes Mas an Verschwiegenheit und Gewissenhaftigkeit zum Beruf. „Aber auch viel Einfühlungsvermögen und Konzentration. Das Steuerrecht ist sehr umfangreich und somit ist der Beruf sehr anspruchsvoll.“ Steuern wird es immer geben, dadurch schafft die Ausbildung sehr gute Chancen auf einen zukunftssicheren Arbeitsplatz. „Auf außerbetrieblichen Lehrgängen in der Steuerakademie kann ich mich neben der Ausbildung noch fortbilden.“ Nach drei Jahren kann man eine Fortbildungsprüfung zum Steuerfachwirt ablegen. Darüber hinaus kann man studieren oder nach zehn Jahren im Beruf die Prüfung zum Steuerberater ablegen. „Mit der Ausbildung kann man sich ohne Studium bis zum Steuerberater qualifizieren, also ein Beruf mit Chancen und Zukunft.“ (jg)