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17.06.11

FSJ beim Deutschen Roten Kreuz - Sozialdienst als Zukunftsorientierung

Eine soziale Ader solltest du besitzen, aufgeschlossen gegenüber Neuem sein, nicht wegschauen, wenn Menschen deine Hilfe benötigen und du solltest Spaß daran haben, mit anderen Menschen zu arbeiten. Dann bist du ein guter Kandidat für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Die 20-jährige Anne Dörfer absolviert ein solches Jahr gerade beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Erfurt. WiYou traf sie, um von ihr mehr über den Freiwilligendienst zu erfahren.


Während ihres Abiturs entstand bei Anne der Wunsch, Lehrerin in einer Grundschule zu werden. Da sie allerdings wusste, dass es mitunter wegen des hohen numerus clausus – der Zugangsbeschränkung für manche Studiengänge – recht schwer für sie werden würde, angenommen zu werden, überlegte sie gleichzeitig nach einer Alternative. Schon immer sozial engagiert und aufgeschlossen entschied sie sich parallel für das FSJ. Tatsächlich klappte es nicht auf Anhieb mit dem Studium, dafür aber beim DRK. Hier ist sie mittlerweile in einer Förderschule für körperlich Behinderte Kinder tätig. Sie betreut eine achte Klasse und besonders ein Mädchen, dem die Arme fehlen und die auf Grund einer Fehlbildung verschiedener Knochen nicht richtig laufen kann. Aber eines nach dem anderen:

 

Nachdem sich Anne beim DRK beworben hatte, wurde sie zunächst wie bei jeder anderen Stelle auch zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Hier erfuhr sie bereits, was ungefähr auf sie zukommen würde und es folgte ein Probe-Praktikum eine Woche. Danach stand für sie fest: Das wird ihr Job! Seit September letzten Jahres ist sie nun die Betreuerin der Klasse. Die größte Aufmerksamkeit benötigt dabei allerdings ihr persönlicher Schützling. Ihre Arbeit beginnt morgens um sieben Uhr. Die meisten Kinder werden mit Behindertentransporten zur Schule gefahren. Anne hilft ihnen beim Aussteigen und dabei, in ihre Klassenräume zu kommen. Während des Schultages begleitet sie sie und hilft bei allen Dingen, die sie nicht alleine bewältigen können. Vom Schreiben über das Mittagessen bis hin zum Gang zur Toilette. Außerdem koordiniert Anne auch die Therapiepläne der Schüler. Sie schaut, dass keine Therapie ausgerechnet auf eine wichtige Unterrichtsstunde fällt und begleitet die Schüler auch zu den Therapiesitzungen. Am Ende des Tages werden die Schüler dann wieder abgeholt und Anne kann schließlich Feierabend machen. Eine wirklich anspruchsvolle und zum Teil auch körperlich anstrengende Aufgabe. Auf die Frage, ob sie vorher wusste, was auf sie zukommen würde, sagt sie:„Ich bin jetzt eher positiv beeindruckt. Die Arbeit ist sogar noch schöner, als ich es mir vorgestellt habe. Es macht unglaublich viel Spaß und ich erfahre so viel Dankbarkeit“, sagt sie nicht ohne Stolz.

 

Das hat schließlich auch Auswirkungen auf ihre Zukunft: „Ich habe für mich beschlossen, das Lehramtstudium sein zu lassen und stattdessen Förderpädagogik zu studieren“, ist sich Anne sicher. Damit könnte sie dann Lehrerin an einer ebensolchen Förderschule werden. Anne kann es jedem nur empfehlen, ein FSJ zu absolvieren. Voraussetzung dafür ist, dass du mindestens 16 Jahre alt bist und die am Anfang erwähnten Eigenschaften erfüllst. Ansonsten steht einem Freiwilligendienst in der Pflegebranche nichts im Weg. (rw)

 

 

Übrigens: Das DRK in Thüringen hat jedes Jahr zirka 150 FSJ-Stellen, auf die du dich bewerben kannst. Mehr dazu erfährst du im Internet unter www.lv-thueringen.drk.de/fsj.htm  oder unter www.fsj.drk.de.