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< Thüringen Grammy 2020
23.09.20

Schülerforschungszentrum eröffnet

Das Schülerforschungszentrum Rudolstadt bietet Schülerinnen und Schülern aller Klassenstufen Räume zum eigenen Forschen. Eröffnet wurde das inzwischen achte Thüringer Schülerforschungszentrum Mitte September.


Foto: André Kranert, Rudolstadt

 

Es ist der 11. September 2020, ein sonniger Septembermorgen in Thüringen: Im großen Glasbau des Innovations- und Gründerzentrums (kurz: „IGZ“) Rudolstadt – herrscht aufgeregtes Treiben. Hinweisschilder werden an die Türen und Wände geheftet: „Eröffnung Schülerforschungszentrum“ steht darauf. Schülerforschungszentren sind außerschulische Lernorte für Schülerinnen und Schüler aller Schularten im Alter von 10 bis 18 Jahren mit Angeboten in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT).  

Im IGZ Rudolstadt tragen Schülerinnen und Schüler Messgeräte und Leinwände durch das Treppen­haus, im großen Saal werden Stühle zurechtgerückt, irgendjemand macht einen Mikrofontest. „Gleich geht es los!“, ruft Dr. Sebastian Germerodt im Vorbeiflug, er ist der Projektleiter für Schüler­forschungszenten bei der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT), die das Schülerforschungs­zentrum gemeinsam mit dem IGZ und den Partnern vor Ort eröffnet.

Wenig später ist der Saal schon gut gefüllt, Corona-konform sind die Stühle mit Sicherheitsabstand aufgestellt. Jörg Reichel, der Bürgermeister von Rudolstadt und Gesellschafter der IGZ GmbH, eröffnet die Veranstaltung und ist stolz, dass „mit dem heutigen Tag ein weißer Fleck auf der Thüringer Landkarte in Sachen Schülerforschungszentren verschwindet. Das Rudolstädter Schülerforschungszentrum ist bereits das achte in Thüringen.“, weiß er zu berichten, „In atemberaubender Geschwindigkeit wurden hier Termine vereinbart und Verträge gestrickt. Und ohne Lockdown“, versäumt er nicht zu betonen, „wäre unsere Eröffnung schon im März erfolgt.“

Dr. Julia Heesen, Staatssekretärin des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport als Förderer des Projektes, freut sich, dass es nun endlich los gehen kann. Sie betont die große Bedeutung des eigenständigen Forschens für junge Menschen: Neugier auf Wissen solle im Unterricht geweckt werden, das sei ganz besonders wichtig für die MINT Fächer. Die Thüringer Schülerforschungszentren böten Raum für praktische Erfahrungen und nicht zuletzt Kontakte zu Unternehmen und Laboren.

Dr. Sven Günther, Vorstand der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen, die das Projekt umsetzt und gemeinsam mit dem Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS) und dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft (TMWWDG) finanziert, dankt allen Mitwirkenden, Partnern und Förderern: Dr. Günther betont die Bedeutung von Innovationen für Land und Wirtschaft, als deren Grundlage er Bildung versteht: „Außerschulische Angebote mit dem Ziel, MINT-mündige Schüler*innen zu fördern, unterstützten die Zukunftsfähigkeit der Region. Mit dem Schülerforschungszentrum in Rudolstadt etablieren wir heute zugleich die Jungforscher-Region Südost-Thüringen.“

Dr. Sebastian Germerodt als Projektleiter für Schülerforschungszentren in Thüringen beschreibt die Thüringer Schülerforschungszentren als authentische Lernorte und wichtige Knotenpunkte für Breiten- und Spitzenförderung, die ihren Wert durch das Netzwerk von Fachkräften mit wissenschaftlichem Knowhow gewinnen: „Verstehen und Gestalten statt unreflektiertes Nutzen“, so laute das Motto. Dr. Germerodt freut sich, für die Leitung des SFZ Rudolstadt Christina Heß gewonnen zu haben, eine qualifizierte Softwareentwicklerin, die seit 2013 mit pädagogischen Angeboten im MINT Bereich an Thüringer Schulen erfolgreich aktiv ist.

Anschließend nutzten die Kooperationspartner die Gelegenheit sich als künftige Unterstützer vorzustellen. „Ich halte es für wichtig, gerade im jungen Alter Menschen für die Naturwissenschaften zu begeistern, was uns hiermit gelingen wird.“, weiß Benjamin Redlingshöfer, Geschäftsführender Direktor des Thüringer Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung Rudolstadt e.V. (TITK e. V.). Auch Dr. Raimund Meffert, Vorstandsvorsitzender des jungen Unternehmernetzwerks Saale-Wirtschaft e. V., verspricht mit seinen 40 Unternehmen das Schülerforschungszentrum Rudolstadt künftig als „Ort polytechnischen Lernens im Sinne von Fröbel“ zu unterstützen. Matthias Fritsche als Vertreter des IGZ Rudolstadt, freut sich, „dass mit der innovativen Forschungswerkstatt nun junges Leben ins Haus kommt“ und richtet seine Ansprache direkt an die Schülerinnen und Schüler im Publikum: „Eine tolle Zeit steht bevor! Wir können netzwerken, wir freuen uns auf Euch, wir stellen Euch Infrastruktur zur Verfügung. Ihr seid hier herzlich willkommen!“

Auch Dr. Uta Purghan vom Spezialschulteil des Albert-Schweitzer-Gymnasiums Erfurt richtet sich in ihrer Ansprache direkt an die Schülerinnen und Schüler und lädt zur Teilnahme an der nächsten Jugend forscht Wettbewerbsrunde ein. Zum Abschluss der Veranstaltung spricht der Leiter des Regionalwettbewerbes Südostthüringen, Thomas Kniese, und erklärt die Wettbewerbsrunde Jugend forscht 2021 für eröffnet: Er ruft Schülerinnen und Schüler aus Südostthüringen auf, ihre Beiträge für den Jugend forscht Wettbewerb 2021 unter dem Motto „LASS ZUKUNFT DA.“ bis zum 30.11.2020 einzureichen. Dass sich das Engagement der Schülerinnen und Schüler für Jugend forscht lohnt, beweist ein Blick auf die beeindruckenden Arbeiten der vergangenen Wettbewerbsrunde: So konnten die Gäste im Rahmen einer Führung durch die neuen Räumlichkeiten des Schülerforschungszentrums Rudolstadt auch die Regionalsieger der letzten Jugend forscht Wettbewerbsrunde und ihre Projekte kennenlernen.

Es freuten sich Emily Rabott und Vivian Fiebig, die mit ihrem Projekt zum Thema Mikroplastik zu den Vorjahresgewinnern zählen, über die Eröffnung des Schülerforschungszentrums in Rudolstadt: „Das ist so richtig cool, weil hier viele Schüler die Möglichkeit haben zu experimentieren“. Auch Tino Krosch, der mit seinem Tri Corder im letzten Jahr den ersten Platz in der Sparte Technik belegte, weiß das Schülerforschungszentrum Rudolstadt als neuen Anlaufpunkt zu schätzen: „Forschen ist für mich etwas Großes, nichts alltägliches. Es ist toll, dass es jetzt diesen Ort gibt. Man kann immer herkommen und fragen und hat hier Dinge, die man zu Hause nicht hat.“ Und die Sechstklässlerinnen Mathilda Bauer, Leonie Wiebel und Klara Fischer, die mit ihrer Arbeit zur Gewinnung von Trinkwasser aus Salzwasser im Fach Chemie letztes Jahr den ersten Platz abgeräumt haben, sind sich einig: „Das neue Schülerforschungszentrum ist voll cool, weil man hier Sachen erforschen kann.“

Eine so erfolgreiche Eröffnungsveranstaltung und das viele positive Feedback lässt auch Christina Heß fröhlich strahlen. Die frischgebackene Leiterin des Schülerforschungszentrums Rudolstadt hat bereits zahlreiche Pläne für die nächsten Wochen und die ersten Termine schon im Kalender – sowie auf der Website www.jungforscher-thueringen.de  (kmm)

 

Info: Schülerforschungszentren gibt es in Thüringen bereits in Erfurt, Jena, Ilmenau, Gera, Schmalkalden, Nordhausen und Waltershausen.