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27.07.20

Richtig nachhaltig

Auch wer sich nicht für einen der grünen Berufe entscheidet oder Germanys next Greta werden möchte, kann etwas für die Umwelt tun. Müll vermeiden, Energie sparen, das Auto auch mal stehen lassen, regional einkaufen … Und: Es muss nicht immer das große Ganze sein: Jeder kleine Beitrag zählt. Doch während manches quasi selbsterklärend ist, lauern hier und dort auch kleine Fallen.


Richtig nachhaltig | Foto: Xenia Artwork - stock.adobe.com

Mülltrennung.
Wir Deutschen haben den Ruf, echte Müllexperten zu sein. Und ja, wir trennen, was das Zeug hält – wir spülen sogar die Joghurtbecher aus – und trotzdem machen wir da noch eine ganze Menge falsch. Denn: Viel wichtiger als das Ausspülen ist, die einzelnen Wertstoffe voneinander zu trennen. Da reicht „Joghurtbecher in die gelbe Tonne“ nämlich nicht aus. Der Alu-Deckel muss vom Kunststoffbecher abgetrennt werden. Das gilt auch für Aludeckel und Glas, Folie und Papier und so weiter. Und was das Ausspülen angeht: Essensreste sind kein Problem, noch volle Becher oder in Folie eingewickelte Nahrungsmittel aber schon. Im besten Fall sollte gar kein Essen im Müll landen. Lässt sich das nicht vermeiden, dann auch hier: Trennen in Gelbe Tonne und Biomüll. Geht auch das nicht, dann alles in den Restmüll. Was genau wohin gehört, ist eine kleine Wissenschaft, lässt sich aber nachlesen. Und dabei stößt man durchaus auf die ein oder andere Überraschung: Kaugummis zum Beispiel sind kein Biomüll!

Vegan!

Der Verzicht auf tierische Produkte hat für viele moralische Gründe – ist aber auch ein Thema für den Klimaschutz. Aber anders, als oft angenommen wird, sind vegane Produkte weder automatisch bio noch werden sie alle auf jeden Fall umweltfreundlich hergestellt. Die Avocado hat keine besonders gute ökologische Bilanz, ein Apfel kann von nebenan kommen oder eben einen langen Transportweg zurückgelegt haben und bei der Herstellung pflanzlicher Fleischersatzprodukte können Pestizide oder Kunstdünger verwendet werden, die der Natur schaden. Es zählt also nicht nur das Was, sondern auch das Woher! Wichtig ist, sich über die Produkte zu informieren.

Besser Glas.

Den Joghurt oder das Gemüse besser im Glas kaufen, das ist umweltfreundlicher als Kunststoff oder Metall? Jein. Denn das Recycling – sowie auch die Herstellung – von Glas kostet eine Menge Energie. Außerdem ist Glas schwer und verbraucht durch sein Gewicht beim Transport mehr Energie als zum
Beispiel Kunststoff. Wann es trotzdem eine gute Alternative ist? Wenn es mehrfach verwendet wird, wie beim Einkaufen in einem Unverpacktladen.

Kurzprogramm spart Energie?
Wenn die Waschmaschine nicht so lange läuft, schont man die Umwelt – klingt logisch, ist aber nicht unbedingt richtig. Denn obwohl Kurzprogramme schneller fertig sind, verbrauchen sie oft sogar mehr Strom. Im Gegensatz zu den Eco-Programmen. Die laufen länger, waschen aber mit niedrigen Temperaturen und sparen dadurch Energie. Die Wäsche wird trotzdem sauber, weil das Waschmittel mehr (Ein)Wirkzeit hat. Apropos Waschmittel. In der Regel wird hier deutlich überdosiert – frei nach dem Motto, viel hilft viel. Das kostet aber nicht nur unnötig Geld, sondern belastet die Umwelt zusätzlich. Hier gilt: Dosieranleitungen lesen (das betrifft auch alle anderen Wasch- und Putzmittel), auf vordosierte Pads verzichten und Zusätze wie Weichspüler oder Wäscheparfüms vermeiden. (mü)