Abo-Service nutzen
< Pfarrer - Kannste glauben?!
24.04.17

Raumausstatter - Einsatz in vier Wänden

Endlich die erste eigene Wohnung – alles selbst einrichten, die Möbel sind schon da, jetzt geht’s ans Feintuning, die Euphorie ist groß, die Auswahl an Gardinen, Teppichen und Tapeten größer: Passen die Vorhänge mit den Blümchen zu der Tapete mit den Streifen? Lieber den helleren Teppich oder den mit Muster? Oder vielleicht lieber alles in Grün? Wer hier nicht genau weiß, was er will, was es gibt und was alles geht, der sollte sich auf zu Viktoria (23) machen, die wird gerade bei Hammer in Weimar zum Profi in Sachen Raumausstattung ausgebildet.


Ausbildung, Thüringen, Raumausstatter, Weimar, Hammer

Bild: Manuela Müller/WiYou.de

Entweder was Soziales oder was Kreatives – Viktoria hatte kurz vor dem Schulabschluss nur eine grobe Vorstellung, in welche Richtungen es gehen könnte. „Ich habe mich schließlich für das Kreative entschieden und nach der Realschule eine schulische Ausbildung zum Gestaltungsassistenten gemacht.“ Dabei kam sie mit den Bereichen visuelles Marketing und Dekoration in Berührung. „Das lag mir. Aber der Abschluss war mir zu wenig. Ich habe geguckt, welche beruflichen Ausbildungsmöglichkeiten ich in diesem Bereich habe und mich dann initiativ bei Hammer, einem Fachmarkt für Raumausstattung beworben. Ich wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen und konnte noch drei Tage zur Probe arbeiten, um zu testen, ob das was für mich ist. Ich hatte dabei gleich mit den Kunden zu tun und habe schnell gemerkt, hier arbeitet man kreativ, handwerklich und viel mit Menschen, das will ich machen!“

Viktorias Ausbildung zur Raumausstatterin dauert drei Jahre, mehr als die Hälfte davon hat sie nun schon hinter sich. „In der Raumausstattung gibt es verschiedene Bereiche, die im Markt nacheinander abgearbeitet werden. Ich habe bei den Gardinen, Sicht­ und Sonnenschutzen angefangen, war dann bei den Farben und Tapeten, wo auch das Tapezierenlernen dazu gehört, und schließlich bei den Teppichen. Es geht immer darum, erstmal die Produkte kennenzulernen, die Verarbeitung und schließlich die Beratung und Umsetzung beim Kunden. In der Berufsschule, die blockweise in Leinefelde stattfindet, sind die Lerninhalte ähnlich aufgeteilt. Man hat unter anderem Gestaltung, Werkstoffkunde und Verarbeitungstechniken. In einem handwerklichen Beruf ist es natürlich wichtig, nicht nur theoretisch zu wissen, wie etwas gemacht wird, sondern es auch selbst zu beherrschen. Deshalb gehören zur

Ausbildung auch fünf Praxislehrgänge, zum Beispiel zum Nähen und Polstern.

Viktoria hat die Abteilungen im Markt kennengelernt und ist zur Zeit wieder in der Gardinenabteilung. „Beim ersten Mal ging es mehr ums Kennenlernen. Jetzt kann ich schon richtig mitarbeiten, auch wenn ich die Kunden noch nicht allein betreue. Dazu gehört nämlich nicht nur die Beratung im Markt, sondern auch beim Kunden zuhause.“ Wenn ein Kunde zum Beispiel neue Wohnzimmergardinen möchte, dann gibt es einen Termin vor Ort, wo Viktoria und ein erfahrener Kollege die Fenster ausmessen und dem Kunden zeigen, was man machen könnte. „Dazu arbeiten wir mit Mustern, also einer Auswahl an Stoffen, und fertigen Skizzen an. Wenn alles grob festgelegt ist, kommt der Kunde zu uns in den Markt und kriegt nochmal eine Stoffauswahl. Danach wird alles maßangefertigt. Dazu schicken wir die Stoffe ins Nähstudio. Wenn die Gardinen fertig sind, übernehmen wir die Montage beim Kunden.“

Viktoria gefällt an ihrem Beruf die Vielfalt besonders gut. „Ich bin gern im Markt, fahre aber auch gern mit zu den Kunden. Die Aufgaben sind sehr unterschiedlich und jeder Auftrag ist anders, so wird es nie langweilig.“ (mü)