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31.08.15

Produktionstechnologe - Allrounder in der Produktion

Prozesse analysieren, Lösungen finden und optimieren – ein Produktionstechnologe ist in jedem Unternehmen einsetzbar, das für maschinelle Produktionen zuständig ist. Ein neuer Ausbildungsplatz, der den 21-­jährigen Tom Walther fasziniert hat. Er hat gerade bei der Firma MIWE in Meiningen ausgelernt.


Ausbildung, Thüringen, Meiningen, Produktionstechnologe, MIWE

Bild: Juliane Großmann/WiYou.de

Industrielle Produktionsprozesse planen, Einrichten der Produktionsanlagen und die Inbetriebnahme, Betreuen und Dokumentieren der Prozessabläufe und Lösungsansätze aufzeigen und umsetzen – das sind die wichtigsten Aufgaben des Produktionstechnologen. „Den Beruf gibt es erst seit 2008.“ Damit sich Unternehmen im internationalen Wettbewerb behaupten können, müssen sie auf technologische Neuerungen flexibel reagieren, innovative Produkte entwickeln und ihre bestehenden Produktionsabläufe beobachten und verbessern. Aus diesen neuen Anforderungen ist der Beruf des Produktionstechnologen entstanden. „Ein Produktionstechnologe bringt sein technisches Können in vielen Gebieten ein, verständigt sich mit allen Mitarbeitern der Produktion, durchschaut die Prozesse und versucht diese zu vereinfachen oder zu verbessern.“

Genaues Verstehen der Produktionsanlagen. Das ist es, was man während der Ausbildung lernt. „Wie funktionieren die Anlagen, wie werden sie programmiert, eingestellt, repariert. Was braucht der Mitarbeiter dafür, wie kommt der Mitarbeiter an die Maschinen und Werkzeuge, die er braucht, all das muss man als Produktionstechnologe wissen, um Verbesserungen zu erzielen.“ Durch Simulieren des Produktionsprozesses kann der Produktionstechnologe herausfinden, durch welche Änderungen der Prozessparameter erhöht werden kann. „Das sind manchmal nur kleine Veränderungen, wie eine andere Stückzahl, schnelleres Herankommen an Werkzeuge anstatt langer Wege zum nächsten Werkzeugschrank, aber auch Umweltschutz und Arbeitsschutz. Alles Dinge, die die Arbeit und die Produktion verbessern können.“ 

In 13 verschiedenen Lernfeldern lernt der Auszubildende alle Prozesse kennen und diese Verstehen. Analysieren von Funktionszusammenhängen, Herstellen mechanischer Komponenten und Organisieren von Logistik prozessen. „Im ersten Lehrjahr lernen wir die Werkstoffe, Metall und Elektrik kennen sowie die Metallverarbeitung.“ Im zweiten Lehrjahr erfolgt die Prozessanalyse, die Lagerplanung sowie die Auftragsanalyse und das Projektmanagement. Im dritten werden die Prozessoptimierung und das Qualitätsmanagement vertieft.

Logisches Denkvermögen, Beobachtungsgenauigkeit, handwerkliches Geschick und technisches Verständnis sind Grundvoraussetzungen, die du mitbringen solltest. „Wichtig ist auch die Kommunikationsfähigkeit, da man immer mit den Mitarbeitern an den Anlagen zusammenarbeitet und zusammen mit ihnen die Prozesse ermittelt, um diese zu optimieren.“ Für die Ausbildung benötigst du mindestens die mittlere Reife. Gerne gesehen sind auch Abiturienten oder Quereinsteiger mit vorangegangener Ausbildung. Zwölf Wochen pro Jahr, zwei Tage pro Woche im Blockunterricht besuchte Tom die Berufsschule in Ilmenau. „Es gibt derzeit nur drei Berufsschulen für den Produktionstechnolgen. Neben Ilmenau noch Aalen und Köln.“ Tom absolvierte während der Ausbildung zweimal zwei Wochen lang betriebliche Lehrgänge der Metallbearbeitung und Materialwirtschaft. „Da der Beruf noch so frisch ist, gibt es keine spezifischen Lehrgänge, die nur auf den Produktionstechnologen konzipiert sind. Leider ist die Ausbildung noch nicht so bekannt und das Potenzial noch nicht vollends ausgenutzt.“ (jg)