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11.08.20

Kaufleute im Einzelhandel - Nachhaltiges Handeln

Wie wichtig die Berufe im Lebensmittelhandel sind, war selten so deutlich zu sehen, wie in den letzten Monaten. Während es in vielen Branchen zu. .Einschränkungen und Arbeitsausfällen kam, hatten Einzelhandelskaufleute wie die 19-jährige Hanna, Azubi im Alnatura Bio-Supermarkt in Erfurt, alle Hände voll zu tun, um die Menschen trotz Pandemie und aller damit verbundenen Einschränkungen weiter zu versorgen. Spaß hat sie an ihrer Arbeit aber auch in stressigeren Zeiten wie dieser.


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Foto: Manuela Müller

Hanna war sich nach der Schule mit dem Berufswunsch Erzieher noch unsicher. „Ich habe deshalb ein FSJ in einem Kindergarten gemacht. Dabei habe ich gemerkt, dass das doch nichts für mich ist. Um Geld zu verdienen, habe ich dann im Handel gejobbt. Das hat mir so viel mehr Spaß gemacht, dass ich mich für die Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel entschied.“ Aber nicht irgendwo, sondern in einem Biomarkt. „Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind mir auch privat wichtig“, erzählt Hanna.

Seit gut einem dreiviertel Jahr lernt sie nun, was zur Arbeit im Lebens mitteleinzelhandel dazu gehört. „Hauptsächlich alles rund um die Ware: Bestellen, Lieferungen annehmen und kontrollieren, Waren einlagern, in die Regale räumen, nachfüllen und auch wieder ausräumen beispielweise. Bei uns hier im Markt haben wir viele Sonderstände und Aktionstische, die wir aufbauen, gestalten und beschildern. Das macht mir besonders viel Spaß, weil ich da ein bisschen kreativ werden kann.“ Außerdem gehört natürlich noch die Arbeit an der Kasse dazu und in Hannas Markt auch die Betreuung des Bäckereistandes.

Da Hanna schon Erfahrungen im Verkauf hatte, durfte sie in der Praxis gleich voll einsteigen und auch schon von Beginn an an die Kasse. „Normalerweise fängt man erstmal mit dem Kennenlernen des Marktes, der Arbeitsabläufe und der Ware an. Selbst Interesse an den Produkten zu haben, ist ein großer Vorteil, und man lernt für sich selbst immer dazu. Ich dachte früher, Bio ist richtig teuer. Heute weiß ich, soviel mehr kostet das nicht. Und wenn man weiß, was man mit den Produkten machen kann, und geplanter einkauft, spart man sogar noch und tut etwas für die Umwelt.“

In der Berufsschule geht es für die Einzelhandelskaufleute vor allem um die betriebswirtschaftlichen Inhalte, wie Warenwirtschaft und Rechnungswesen. „In Mathe sollte man einigermaßen fit sein, dann ist das gut machbar.“ Hannas größere Herausforderung ist die Arbeit mit den Kunden. „Die macht mir sehr viel Spaß. Aber wenn ein Kunde unzufrieden oder unfreundlich ist, fällt es mir noch schwer, das nicht persönlich zu nehmen. Anfangs war ich auch noch sehr schüchtern, aber das hat sich schon gebessert.“ Wichtig sei, selbst immer offen und freundlich zu sein. Auch unter den Kollegen. „So ein Markt erfordert Teamarbeit. Man muss sich aufeinander verlassen können, sehen, welche Arbeit anliegt, und einspringen, wenn jemand Hilfe braucht. Das macht auch den Reiz aus: Man hat immer etwas anderes zu tun, kein Tag ist wie der andere. Und wenn man nicht an der Kasse sitzt, ist man immer in Bewegung.“ Das sei anstrengender, als man denke – gerade bei Einräumen der Ware –, mache Hanna aber mehr Spaß, als den ganzen Tag am Schreibtisch zu sitzen.

Selbst in stressigeren Zeiten. Natürlich haben auch Hanna und ihre Kollegen gemerkt, dass die letzten Wochen anders waren. „Ich bin aber sehr froh, dass ich in einem krisensicheren Bereich beschäftigt bin, arbeiten kann und weiter mein Geld bekomme. Zwar müssten wir uns erstmal auf die Beschränkungen und Vorgaben einstellen, aber das funktioniert gut und die Kunden machen mit.“ Deshalb habe sie auch jetzt noch viel Freude an ihrer Arbeit. (mü)