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01.11.14

Modebloggerin- „In“ Sachen – Modeblog

Na, bloggst du schon? Ob Reisen, Kochen, Backen, Sport, Heimwerken, Lesen, Fotografieren, Musik, Haustiere – kaum ein Thema, zu dem heute kein Blog im World Wide Web zu finden ist, und das, obwohl diese Form des digitalen Tagesbuches erst gut zwanzig Jahre alt ist. Nicht viel älter war Franziska, als sie vor sechs Jahren anfing, ihren Blog „zukkermädchen“ mit Posts rund um die Themen Mode und Lifestyle zu füllen. Inzwischen erreicht sie damit täglich so viele Leser, dass aus dem Hobby ein Beruf geworden ist.


Das Wichtigste, wenn man einen Modeblog schreibt, ist? Interesse für Mode natürlich. Franziska wurde das mit in die Wiege gelegt: „Schon meine Mutter und meine Großmutter sind echte Modemädels. Mit ihnen zu shoppen, ist einfach wunderbar und seit ich denken kann, liebe ich es, mich über Mode auszuleben.“ Beruflich schlug sie dennoch eine andere Richtung ein, irgendwas mit Medien sollte es sein, Journalismus aber nicht. Germanistik und Literaturwissenschaftsstudium hieß der Kompromiss, der aber nicht auf Dauer überzeugte. „Ich wollte kreativer arbeiten und habe geguckt, ob vielleicht doch was mit Mode möglich ist.“ Franziska fand einen Job als Dekorateurin bei einer Modekette. „Das hat Spaß gemacht, war aber schwierig, weil ich es nicht gelernt hatte und mir dadurch handwerkliche Grundlagen fehlten.“
Ihren Blog hatte Franziska schon während des Studium gestartet – aus einer Laune heraus: „Ich war mal in Frankreich und von der Mode so begeistert, dass ich das auch haben wollte. Allerdings waren die französischen Originale zu teuer und in Deutschland auch nur schwer zu bekommen. Ich habe dann versucht, mit dem, was mir möglich ist, die Mode aus Frankreich nachzuempfinden und dabei einen ganz eigenen Stil gefunden. Den wollte ich präsentieren, um andere zu inspirieren.“
Franziskas allererster Post war dann allerdings der pinkfarbene Nudelsalat einer Freundin. „Den fand ich super. Bis heute poste ich auch immer wieder Kleinigkeiten, die einfach gute Laune machen, was Schönes rüberbringen. Das hat dann nicht immer was mit der Mode zum Anziehen zu tun.“ Mit Schönem, selbstgeschossenen Outfitbildern und passenden Modetipps „erschrieb“ sich Franziska im Laufe der Jahre eine ansehnliche Leserschaft. Irgendwann kamen dann erste Angebote von Firmen, die dafür bezahlten, dass sie über eine Marke, eine Produkt oder eine Veranstaltung schrieb. Der berufliche Durchbruch gelang Anfang 2014: „Ab da stand fest, ich kann tatsächlich vom Bloggen allein leben und meinen Nebenjob aufgeben. Ich glaube, ich hatte einfach Glück, weil es, als ich anfing, noch nicht so viele Blogs gab. Inzwischen ist auch in Deutschland eine richtige Szene entstanden und es gibt Agenturen für Blogger, die sich um Aufträge und Verträge kümmern.“ Auch Franziska hat jetzt einen Agenten. „Je professioneller das Bloggen wird, desto mehr hängt da dran. Man ist selbstständig und muss sich um Rechnungen, Steuererklärungen und Versicherungen kümmern, dazu natürlich auch weiter den Blog füllen. Das ist mehr Arbeit, als viele denken.“ Ihr ist neben den Texten die Bildsprache sehr wichtig, deshalb nimmt sie sich viel Zeit für Fotos und Collagen. „Das oberste Gebot ist natürlich, sich nicht einfach am geistigen Eigentum anderer zu bedienen. Leider kommt es immer wieder vor, dass Bilder oder Texte kopiert und unter eigenem Namen veröffentlicht werden, aber das ist nicht nur unfair, sondern kann auch ganz schön teuer werden.“
Franziska hat ihr Hobby zum Beruf gemacht, Arbeit ist es trotzdem: „Ich habe eine 40-Stunden-Woche,nur eben mit freier Zeiteinteilung und ich kann von überall aus arbeiten, das ist praktisch, weil ich als Blogger auch wahnsinnig viel unterwegs bin, heute Hamburg, Paris, morgen Stockholm, das macht natürlich eine Menge Spaß, verlangt aber auch viel Selbstdisziplin. (mü)