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08.02.16

Medizinische Fachangestellte - Medizinischer Allrounder

Krankenpflegerin, Sekretärin und Verwaltungsangestellte – drei Aufgabenbereiche, die die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten vereint. Für Hannah (19) war genau dieser Aspekt der Vielfältigkeit ein Grund, diese Ausbildung anzufangen.


Ausbildung, Thüringen, Medizinische Fachangestellte

Foto: contrastwerkstatt/fotolia

Die rechte Hand der Ärzte, Ansprechpartner für die Patienten und Experte im Organisieren und Verwalten. „Als Assistentin der Ärzte dokumentierst du alle Diagnosen während der Behandlung, dabei ist eine medizinisch korrekte Kodiersprache notwendig. Die lernt man während der Ausbildung.“ Viele Arbeitsschritte darfst du eigenständig durchführen, zum Beispiel Verbände anlegen, im Laufe der Ausbildung auch Blut abnehmen und die Desinfektion und Sterilisation der Instrumente. Untersuchungen wie Röntgen oder EKGs darfst du unter ärztlicher Anweisung durchführen. Bevor der Patient das Krankenhaus oder die Arztpraxis betritt, nimmst du Anrufe entgegen und vereinbarst Termine. „Dabei ist Verständnis sehr wichtig, denn oftmals haben die Patienten Beschwerden oder klagen dir ihr Leid.“ Die Planung der Termine, die Führung der Patientenakten und Abrechnung der Leistungen mit den Krankenkassen gehören ebenfalls in deinen Aufgabenbereich. „Überweisungen, Arzt briefe, Rezepte, Atteste oder auch Planung von Veranstaltungen und Kongressen sind Teil meines Arbeitsalltages.“ Die Organisation und Verwaltung macht einen großen Teil der Ausbildung aus, als Medizinische Fachangestellte sorgt man dafür, dass der Schriftverkehr mit den Patienten, Trägern, Sozialversicherungen und Behörden reibungslos und termingerecht verläuft.

Freundlichkeit, Einfühlungsvermögen, Sorgfalt, Belastbarkeit, Eigenständigkeit und Teamfähigkeit. Wichtige Eigenschaften, die du mitbringen solltest. Darüber hinaus solltest du keine Berührungsängste mit Blut oder anderen Körperausscheidungen und Patientenkontakt haben. Dazu kommen Fingergeschick zum Beispiel für die Handhabung mit kleinen Instrumenten oder das Anlegen von Verbänden. Rechenfähigkeit für die Durchführung der Quartalsabrechnungen und schriftliches Ausdrucksvermögen für das Verfassen von Krankheitsberichten und Arztbriefen. „In Kliniken arbeitest du auch in Schichten, somit musst du bereit sein, auch nachts und an Wochenenden zu arbeiten.“ Sehr wichtig ist auch deine Verschwiegenheit, denn auch als Medizinische Fachangestellte unterliegst du der Schweigepflicht. „Psychische Belastbarkeit und Stabilität sind ebenso wichtig, denn in diesem Beruf ist es wichtig, sich von den Krankheiten und Leiden der Patienten abzugrenzen, dabei aber auch Einfühlungsvermögen zeigen.“

Die Ausbildung dauert drei Jahre und findet im Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule statt. In den ersten beiden Jahren lernst du alles zum Gesundheitsschutz und die Hygiene, die Patientenbetreuung und ­-beratung, die Betriebsorganisation und das Qualitätsmanagement, dazu den richtigen Umgang mit Notfällen. Im dritten Lehrjahr lernst du, kleine chirurgische Behandlungen zu begleiten und Wunden zu versorgen. Von Anfang an lernst du auch den Umgang mit den speziellen EDV­-Programmen, um schnell in der Lage zu sein, die Patientendaten einzugeben und zu verwalten. Nach der Ausbildung arbeiten Medizinische Fachangestellte in Praxen, Krankenhäusern oder anderen Organisationen des Gesundheitswesens. Um sich zu qualifizieren, ist eine Weiterbildung als Betriebswirt oder Fachwirt im Bereich Gesundheitswesen möglich. Ebenso kann man auch ein Medizinstudium oder Pharmaziestudium anhängen. Auch mit Lehrgängen kannst du dich nach der Ausbildung weiterqualifizieren. (jg)