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13.11.17

Medienkunst/Mediengestaltung (BU Weimar)

Kunst können

Der Blockbuster im Kino, das Hörspiel beim Einschlafen zuhause, der Radiospot im Auto auf dem Weg zur Arbeit oder die Flyerbeilage beim morgendlichen Blättern in der Tageszeitung – ja auch die Zeitung selbst – und zwischendurch allzeit das Smartphone: Du nimmst das wahrscheinlich gar nicht immer bewusst wahr, aber du bist ständig umgeben von Medien. Wobei die Medien selbst nur ein Art Transportmittel von Informationen sind. Und Medienkünstler´sind die, die diese Transportmittel „bauen“. Ausgebildet werden sie zum Beispiel an der Bauhausuni Weimar.



Studium, Thüringen, Weimar, Medienkunst

Foto: ©Evgeny Drablenkovstock.

adobe.com

An der Bauhausuniversität in Weimar gibt es den Studiengang Medienkunst/Mediengestaltung. Er dauert sechs Semester und schließt dem Bachelor of Fine Arts ab. Allerdings steht er nur denjenigen offen, die nicht nur die Hochschulzugangsberechtigung mitbringen, sondern auch die künstlerische Eignungsprüfung bestanden haben. Dass bei herausragender künstlerischer Begabung in Ausnahmefällen auf die Hochschulreife verzichtet werden kann, zeigt, dass es hier tatsächlich um künstlerische Fähigkeiten geht, nicht nur um „bloßes“ Gestalten. Da aber auch der Künstler sein Handwerk beherrschen sollte, geht’s in den ersten zwei Semestern um die technisch-praktische Grundlagenvermittlung. Dazu gibt es einen Überblick und die Heranführung an die Schwerpunkte in Kunst, Design und Forschung aller Professuren des Studiengangs sowie die Heranführung zum selbstständigen inhaltlichen Arbeiten.

Du beschäftigst dich mit Inhalten wie: Wie funktioniert eine Kamera? Wie sind Programmiersprachen aufgebaut? Was ist elektroakustische Musik? Was versteht man unter algorithmischer Komposition und Strukturgenerierung? Welche Möglichkeiten zum schnellen Vormodellbau gibt es? Was sind Kommunikationsmittel? Und noch sehr viele mehr. Wenn du eher Wert auf künstlerische Freiheit legst im Sinne von „Richtig lernen muss man nichts, geht ja um Kunst“, bist du hier falsch. Aber keine Angst, du wirst natürlich auch nicht nur in Bücher schauen. Die praktischen Aufgaben spielen während dieses Studiums eine zentrale Rolle. Du lernst zum Beispiel, wie man mit professionellen Mischpultsystem und digitalen Schnittsystem arbeitet, und zwar ganz direkt am Mischpult und mit dem digitalen Schnittsystem. Oder du übernimmst selbstständig den technischen Aufbau und die Aufnahme eines Konzerts der Musikhochschule. Falls dir das zu sehr nach strengen Vorgaben klingt: Du sollst dich künstlerisch schon richtig austoben, „rumspinnen“ und experimentieren ist ausdrücklich erwünscht. Nur sollten eben erstmal die Grundlagen sitzen. Denn nur so kommst du auch in den anschließenden vier Semestern des Fachstudiums weiter.

Weil das natürlich viel zu wenig Zeit ist, um dich auf in allen künstlerischen Bereichen vertiefend auszubilden und das auch gar nicht der Sinn dieses Studiums ist, kannst du dir nun einen Bereich aussuchen, auf den du dich ab jetzt konzentrierst. Und das, wenn du möchtest, auch gern bei einem Aufenthalt an einer Hochschule im Ausland oder einem Praktikum.

Wohin es dich als Absolvent dann verschlägt? Du bist überall dort richtig, wo ein kreativer Umgang mit Medien gefordert ist. Als Regisseur genauso wie als Designer, Kurator, freier Künstler, Sounddesigner; in Redaktionen, Fernsehstudios, Agenturen. Wenn du möchtest, kannst du natürlich auch noch weiter studieren, zum Beispiel im Masterstudiengang Medienkunst. (mü)