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19.03.18

Medienkaufleute Digital und Print - Das ist keine Anzeige!

Ein tolles Unternehmen zu haben ist zwar schön, bringt aber nicht viel, wenn niemand weiß, dass man ein tolles Unternehmen hat. Man könnte es jedem, den man trifft, erzählen. Aber so richtig weit kommen würde man so wohl auch nicht. Man müsste dafür werben. Mit einer Anzeige zum Beispiel. Wo man so eine Anzeige veröffentlichen kann, was das kostet, was drin stehen sollte und wie es am besten gestalterisch verpackt wird – das sind Fragen, die eine Medienkauffrau wie Nadine beantworten kann. Wir haben sie beim Keller Verlag in Erfurt besucht.


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Foto: Manuela Müller/WiYou.de

Nadine hat ihre Ausbildung zur Medienkauffrau für Digital und Print von eineinhalb Jahren begonnen. Auf diesen Beruf gekommen ist sie beim Besuch einer Berufsmesse. „Ich wusste schon, dass ich etwas mit Medien machen möchte, und habe mich besonders für die Bereiche Buch und Zeitung interessiert. Ich habe im Internet geguckt, welche Berufe dazu passen und das war schließlich die Medienkauffrau. Auf der Messe habe ich dann auch ein Unternehmen gefunden, das in diesem Bereich ausbildet.“ Das ist in Nadines Fall mit dem Keller Verlag ein Werbeunternehmen, das zum Beispiel neben dem Örtlichen und den Gelben Seiten auch Websites erstellt, Onlinemarketing durchführt und ein Stellenportal betreibt. „Bei uns geht es um Anzeigen und die gesamten Prozesse darum. Dazu gehören die Gestaltung und Veröffentlichung der Anzeigen, aber auch die Bereiche Kundenakquise, Kundenbetreuung, Buchhaltung und Rechnungswesen.“

Während ihrer dreijährigen Ausbildung lernt Nadine diese einzelnen Abteilungen kennen. „Angefangen habe ich mit der Auftragsannahme und -bearbeitung. Da habe ich überprüft, ob die Aufträge richtig abgeschlossen sind und die Daten in das Computersystem eingegeben. Danach kam ich in die Redaktion, wo ich zurzeit auch noch bin. Hier gestalte ich die Anzeigen mithilfe von Computerprogrammen nach den Vorgaben der Kunden. Entweder für den Druck oder für die Veröffentlichung im Internet. Das ist weniger kreativ, als man denkt. Ich habe feste Anzeigenlayouts, in die ich die Informationen der Kunden einarbeite. Ich muss zwar schon ein Auge dafür haben, ob etwas zusammenpasst und gut aussieht, aber es geht eher um die technische Umsetzung als um die künstlerische Gestaltung. Ich lege fest, wo ein Bild hinkommt, während die Bildbearbeitung der Gestaltungsservice übernimmt. Ich bin dann wieder dran, wenn das Bild eingesetzt werden muss oder wenn im Onlinebereich auch noch Videos oder externe Links eingebunden werden müssen.“ Den Gestaltungsservice wird Nadine aber auch noch kennen lernen. „Das ist die nächste Abteilung, in die ich wechseln werde. Mir liegt so richtig künstlerisches Arbeiten eigentlich nicht, sonst hätte ich vielleicht auch eher Mediengestalter gelernt, aber ich bin gespannt und sehe es als Herausforderung.“

Als letzte Abteilung vor dem Berufsabschluss wartet auf Nadine im dritten Jahr noch der Vertrieb. „Da geht es wieder mehr um kaufmännische Inhalte. Ich werde unsere Mediafachberater zu den Kunden begleiten, unsere Produkte vorstellen und die Kunden beraten. Auch darauf bin ich schon sehr gespannt, denn bisher habe ich eher wenig Kontakt zu den Kunden selbst. Nämlich nur dann, wenn ich mir für die Anzeigen die Druckfreigaben einhole.“ 

Die Kombination von Medien und kaufmännischen Inhalten schlägt sich auch auf die Theorieausbildung in der Berufsschule nieder. Rechnungswesen, Betriebswirtschaft, Marketing und Kundenkommunikation sind dort sehr große Themenblöcke. Aber auch Mediengestaltung und Computerprogramme wie Photoshop beispielsweise kommen dran. „Ich hatte anfangs schon etwas Bedenken, ob ich das alles schaffen werde. Aber wenn man immer dran bleibt und sich immer wieder den Bezug zur Praxis verdeutlicht, ist das gar nicht so schwer. Außerdem ist die breite Fächerung dieses Berufs ja genau das, was mir so gut gefällt, da sie eben so viel Abwechslung bringt.“ (mü)