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18.11.20

Mediengestalter Digital und Print - Einen guten Ausdruck machen #whatyouwant

Du hast dein ganzes grafisches Können und mehrere Stunden Arbeit investiert, bist endlich mit dem Ergebnis auf dem Bildschirm zufrieden und druckst den mit viel Mühe gestalteten Flyer schließlich aus und … er ist irgendwie gelbstichig und der Rahmen ist nicht gleichmäßig dick und ein Bild fehlt gleich ganz. Dir wird klar, dass der schönste Entwurf nichts nutzt, wenn er dann nicht richtig gedruckt wird. Wobei das in der Regel nicht am Drucker liegt, sondern daran, dass die Vorlage nicht auf die Drucktechnik abgestimmt ist. Und genau diese Abstimmung ist die Aufgabe des angehenden Mediengestalters Manuel. Der 22-Jährige ist im dritten Jahr seiner Ausbildung bei All4Labels in Gebesee und auf andere Art kreativ, als man von Mediengestaltern denkt.


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Foto: Manuela Müller

Manuel hatte schon sein Abi in der Fachrichtung Mediengestaltung gemacht und wollte diese Richtung dann beruflich fortsetzen. „In der Schule hatte ich damals wenig mit der Technik zu tun. Weil mich das aber schon damals auch interessierte, habe ich mich bewusst für die Ausbildung mit der technischen Ausrichtung entschieden, das heißt, für Mediengestalter Digital und Print mit der Fachrichtung Gestaltung und Technik. Wichtig ist, sich vorher genau über die Arbeitsbereiche zu informieren, weil sie je nach Unternehmen wirklich sehr unterschiedlich sind. Hier bei All4Labels stellen wir Etiketten her, zum Beispiel für Shampoo- und Duschgelflaschen. Wir entwerfen nicht, sondern bekommen fertige digitale Vorlagen von Grafikagenturen. Unsere Aufgabe ist, diese Vorlagen mithilfe unserer Grafikprogramme so aufzubereiten, dass sie den Anforderungen unserer Druckmaschinen entsprechen. Die Etiketten sollen nach dem Druck wirklich so aussehen, wie der Kunde das vorgegeben hat.“ Da ist eine Menge technisches Know-how gefragt. Manuel ist zwar kein Drucker, muss sich aber trotzdem mit den Druckverfahren und -maschinen genauso gut auskennen, wie mit seiner Computertechnik. Kreativ muss er sein, wenn es darum geht, Probleme zu lösen. „Es läuft nicht immer nach Plan und man muss auch ein bisschen abseits des Weges nach Lösungen suchen.“

Während der dreijährigen Ausbildung durchlauft Manuel die verschiedenen Arbeitsbereiche.
„Das sind Datenannahme, Datenverarbeitung und Datenausgabe. Letztere ist die sogenannte ‚Repro‘, da bin ich zurzeit. Vor dem Druck wird hier nochmal alles kontrolliert und die Vernutzung vorbereitet. Im Offsetdruck heißt das, ich muss die Vorlagen möglichst effizient auf den Druck platten verteilen. Wir haben neben dem konventionellen Druck aber auch schon Hybrid- und Digitaldruckmaschinen. Das ist was ganz anderes und wirklich spannend.“ Überhaupt lerne man in diesem Beruf nie aus, weil sich die Technik stetig weiterentwickle.

In der Berufsschule geht es neben den technischen Inhalten auch um die gestalterischen Bereiche. „Dieser Beruf ist unheimlich vielfältig. Neben Gestaltungslehre gehören auch Online-Medien, Fotografie und der Umgang mit Datenbanken dazu. Man bekommt in so viele Bereiche Einblick. Das darf nicht unterschätzt werden. Oft ist auch nicht die Zeit, sich wirklich in eine Sache reinzufuchsen. Andererseits macht gerade diese Abwechslung viel Spaß und bringt viel persönlichen Anreiz, für eine neues Hobby beispielsweise. Und auch einfach einkaufen geht nicht mehr. „Ich muss mir dabei immer die Etiketten genauer angucken: Wie haben die das gemacht? Ist es eins, das wir bei uns schon mal hatten? Hatte man was besser machen können?“ Das sei schon eine Art Berufskrankheit.

„Als Mediengestalter hat man sehr viele Einsatzmöglichkeiten. Ich fühle mich in der Technik sehr wohl, aber auch mal selbst was zu gestalten, einen Flyer beispielsweise, macht mir Spaß. Ich könnte mir gut vorstellen, noch ein paar Jahre Berufserfahrung zu sammeln und irgendwann selbst als Ausbilder zu arbeiten.“ (mü)