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12.06.17

Maurer - Stein auf Stein auf Stein

Was ein Maurer macht, dass wusste Daniel durch Verwandte, die in diesem Bereich arbeiten. Dass dieser Beruf auch zu ihm passen könnte, durch eine Natursteinwerkmauer, die er selbst zuhause gemauert hatte. „Das hat mir viel Spaß gemacht und ich dachte, das entspricht schon dem, was ich mir für meine berufliche Zukunft wünsche. Ich wollte nicht den ganzen Tag irgendwo am Schreibtisch sitzen, sondern etwas machen, wo ich körperlich gefordert bin und viel Abwechslung habe.“


Ausbildung, Thüringen, Maurer, Erfurt

Foto: Manuela Müller/WiYou.de

Eine Lehrstelle als Maurer zu finden, war für Daniel kein Problem: „In diesem Bereich werden viele Azubis gesucht. Zur Bewerbung gehörte zwar ein Einstellungstest, aber wer ein bisschen was von Flächen-­ und Volumenberechnung versteht, kommt da gut durch.“ Daniel lernt bei der Firma Universal Bau aus Mühlhausen. Seine Ausbildung gliedert sich in zwei Stufen. Die ersten zwei Jahre wurde er zum Hochbaufacharbeiter ausgebildet. „Den habe ich mit einer Prüfung abgeschlossen.“ Erst danach ging es für ein Jahr mit der Spezialisierung zum Maurer weiter, „auch da macht man am Ende noch mal eine Prüfung. Man kann aber auch gleich eine dreijährige Ausbildung anfangen. Die Inhalte ändern sich dadurch nicht.“

Los ging es mit einer Grundausbildung im BiW BAU Hessen-­Thüringen e.V. in Erfurt. „Da lernt man zunächst die Grundlagen des Mauerns, wie setzt man Steine gerade aufeinander, welche Verbundstoffe gibt es und wie mischt man diese. Man bekommt auch einen Einblick in die anderen Bauberufe, wie Zimmerer und Straßenbauer. Auf der Baustelle ist man im ersten Jahr fast gar nicht. Als Azubi arbeitet man noch viel zu langsam, um wirklich mitmachen zu können. Außerdem muss man die Arbeitsabläufe dort erstmal kennenlernen. Am Anfang übernimmt man nur Helfertätigkeiten, wie Steine zuschneiden. Wenn man dann mit seinem Handwerk sicherer ist, fängt man an, auch mit zu mauern. Im zweiten Lehrjahr ist man dann schon mehr auf der Baustelle und im dritten fast ausschließlich und nur noch für die Prüfungsvorbereitung im Bildungszentrum.“ In der Berufsschule stehen parallel dazu die theoretischen Grundlagen wie Werkstoffkunde, Baukörper, Baumaschinen, Techniken und Arbeitsschutz auf dem Plan. „Der Stoff ist schon gut machbar, ich hatte da keine Probleme. In Mathe muss man allerdings fit sein, es wird sehr viel berechnet, auch später auf der Baustelle, wo man nicht immer einen Taschenrechner in der Nähe hat.“

Daniel ist jetzt fast am Ende seiner Ausbildungszeit und inzwischen schon ein festes Teammitglied auf der Baustelle. Seine Hauptaufgaben sind das Herstellen von Mauern, Decken und Betonwänden und das Verschalen. „Bisher habe ich vor allem an Ein-­ und Mehrfamilienhäusern mitgearbeitet. Wenn ich an denen jetzt vorbeifahre, ist es schon ein schönes Gefühl zu wissen, ‚ich habe daran mitgebaut.‘ Außerdem ist jede Baustelle wieder neu, das macht die Arbeit sehr abwechslungsreich und spannend.“

Wie in jedem Handwerk, kommt es auch im Maurerberuf in der Praxis auf handwerkliches Geschick an. Und man muss genau arbeiten, eine schiefe Mauer wird nicht lange stehen und ein unsauberes Fundament für Probleme sorgen. Wichtiger als Kraft ist dabei eher die Ausdauer, zumal es inzwischen viele Maschinen gibt, die die Arbeit auf dem Bau vereinfachen. Oft kommen Krane zum Einsatz, so dass man nicht mehr so viel tragen muss wie früher. „Trotzdem sollte man schon auch mal kräftig anpacken können. Außerdem spielt das Wetter eine große Rolle. Es ist toll, den ganzen Tag an der frischen Luft zu sein, statt in einem stickigen Büro zu sitzen. Aber im Sommer bei 35 Grad ist das manchmal schon sehr anstrengend. Am liebsten sind mir der Frühling und der Herbst, da kann ich das richtig genießen.“ (mü)