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23.10.20

Leistungssport und Beruf - funktioniert das? #whatyouwant

Tizian ist ein großes Talent im Anschlusskader des THSV Eisenach und absolviert gleichzeitig eine Ausbildung zum Physiotherapeuten.


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Fotos: ThSV Eisenach, Katharina Pils

Bereits als Kind folgte der heutige A-Jugend-Spieler dem Vorbild seiner Familie und begann Handball zu spielen. Momentan bereitet er sich auf die Qualifikation zur Jugendbundesliga vor. Sein Traum ist es, irgendwann in der ersten Liga zu spielen. Doch er ist realistisch: „Leistungssport kann man nicht ewig ausüben, daher absolviere ich eine Ausbildung zum Physiotherapeuten. Unser Athletiktrainer arbeitet selbst in dem Beruf und auch meine Mutter kommt aus einem ähnlichen Bereich. Das fand ich schon immer spannend.“

Die Ausbildung dauert insgesamt drei Jahre. Das Interesse an den verschiedenen Körperfunktionen half ihm im ersten Lehrjahr, denn da werden die Grundlagen zu Anatomie, Physiologie und verschiedene Krankheitsbilder erlernt. Für die Fachbegriffe steht Latein auf dem Stundenplan. Außerdem erfolgen erste praktische Übungen in Krankengymnastik, Massagetechnik, Hydro- und Elektrotherapie. In den letzten zehn Wochen bauen die Azubis ihr Wissen dann in einem Krankenhaus aus. Für die Praktika arbeitet das Berufsbildungszentrum Bad Salzungen mit etwa 15 Kooperationspartnern zusammen.

Erste Erfahrungen mit realen Patienten sind wichtig, da im zweiten Lehrjahr die Spezialisierung auf die Fachbereiche folgt. Für Tizian geht es bald los: „Mich interessieren traumatische Sportverletzungen, da ich selbst Probleme mit dem Sprunggelenk hatte. Ich möchte verletzte Sportler wieder auf die Beine bringen. Einige befürchten, nicht mehr belastbar und damit nicht mehr voll einsatzfähig zu sein. Daher haben wir Psychologie in der Schule. Die Kombination aus Behandlung und persönlicher Betreuung finde ich total interessant.“ An Übung wird es dem angehenden Profi-Handballer nicht mangeln, denn Schule und Praktikum wechseln alle zehn Wochen. Im letzten Jahr kommen Prävention und Rehabilitationsmöglichkeiten hinzu. 

„Auch die Theorie ist wichtig, nach der Schule muss viel zu Hause ausgearbeitet werden. Ist man dann noch Leistungssportler, kann das etwas anstrengend sein. Die Freizeit wird jedenfalls eingeschränkt, aber mit guter Organisation, Flexibilität und Spaß an der Sache können sich Sport und Job wunderbar ergänzen“, so der 17-Jährige. Der Verein unterstützt Tizian bei seinen Vorhaben, denn auch als Profi will er später in seinem Beruf arbeiten. Wer könnte schließlich junge, engagierte Sportler besser behandeln, als jemand der sich selbst mit Leib und Seele dem Sport widmet? (kp)