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11.04.16

Konstrukteur - Gekonnt konstruiert

Ohne Maschinen läuft heutzutage nichts – zumindest nicht in unserer Gesellschaft. Damit Maschinen aber überhaupt Bauteile herstellen, Menschen transportieren oder Pfandflaschen zerdrücken können, müssen sie selbst erst einmal gebaut werden. Auch dafür werden Bauteile gebraucht, die wieder von anderen Maschinen hergestellt werden. Und genau solche Maschinen werden bei SIM Automation in Heiligenstadt gebaut. Konstrukteure wie Sebastian kümmern sich hier darum, dass das, was eine Maschine können muss, technisch umgesetzt werden kann.


Ausbildung, Thüringen, Heiligenstadt, Konstrukteur

Foto: SIM Automation

Sebastian war schon in der Schule an den Naturwissenschaften interessiert und hatte sich nach Abi und Zivildienst für den Diplomstudiengang Mechatronik an der TU Ilmenau entschieden. „Da gab es den Schwerpunkt Biomechatronik und bionisch inspirierte Robotik – dieses Studium ist sehr breit gefächert und fast alle Ingenieursdisziplinen werden abgedeckt, das deckte alle Themen ab, die mich interessierten.“ Auch gehörte zum Beispiel Informatik dazu, wo Sebastian gelernt hat, wie man Maschinen programmiert. Grundsätzlich sei die Theorie in diesem Studium nicht zu unterschätzen. Sebastian, der sein Abitur mit den Leistungskursen Mathe und Physik ablegte, fand zum Beispiel die elektrische Feldtheorie nicht so einfach. „Im Grundpraktikum ging es zudem auch etwas in die praktische Bearbeitung von Werkstoffen, aber im Nachhinein hätte es vielleicht nicht geschadet, vor dem Studium eine Ausbildung in diesem Bereich zu machen.“

Wohin es nach dem Studium gehen sollte, davon hatte Sebastian noch keine feste Vorstellung. Er hat sich während des Studiums aber mehr auf die Konstruktion spezialisiert und ist dann schließlich auch beruflich in diesem Bereich gelandet, zunächst als Konstrukteur für Prüfmaschinen und dann als Konstrukteur für Montageautomaten bei SIM Automation.

„Zu uns kommen Kunden, meist Zulieferer, die Bauteile und ­gruppen herstellen möchten. Dabei geht es um so große Stückzahlen, dass es sich für sie lohnt, extra dafür eine Maschine anzuschaffen. Und genau diese Maschinen wiederum bauen wir dann.“ Das heißt, Sebastian baut sie nicht selbst, sondern entwirft den Plan dazu. Wenn klar ist, was der Kunde herstellen möchte, wird ein Konzept entworfen, in dem die einzelnen Stationen und Arbeitsprozesse beschrieben sind, die die Maschine leisten können muss. Sebastians Aufgabe ist es dann, dieses Konzept technisch umzusetzen. Das heißt, eine Art Bau- und Funktionsplan zu entwerfen. Dazu hat er eine Art Pool, aus dem er sich die einzelne Standardbauteile raussuchen kann, „vieles muss aber neu entwickelt werden, zum Beispiel Greifwerkzeuge, die genau auf das jeweilige Bauteil abgestimmt sind. Ich ordne die einzelnen Teile dann alle so an, dass sie miteinander funktionieren und erstelle eine Fertigungszeichnung.“ Die kommt dann in die Fertigungsabteilung, wo die Bauteile hergestellt werden, aus denen in der Montage dann schließlich die Maschine zusammengebaut wird. „Dann komme ich wieder ins Spiel, denn erst an der echten Maschine sieht man, ob alles so läuft, wie es soll, oder ob noch irgendwo was korrigiert werden muss.“ Wenn alles passt, wird die Maschine an den Kunden ausgeliefert und der kann dann seine Produktion starten.

„Ich finde schön an meiner Arbeit, dass man sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen muss. Während des Studiums habe ich nicht nur Fachliches gelernt, sondern auch, wie man ingenieurswissenschaftlich an die Lösung eines technischen Problems herangeht und das kann ich nun anwenden. Und wenn ich dann die fertige Maschine sehe, macht mich das natürlich auch stolz. Außerdem sitze ich nicht die ganze Zeit allein im Büro, sondern bin immer viel im Austausch mit den Kollegen aus den anderen Abteilungen wie der Fertigung etwa, auch das gefällt mir.“ (mü)