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09.11.15

Kaufleute für Tourismus und Freizeit - Vergnügen verkaufen

Dana verhalf eine Freundin zum Traumjob – also zumindest indirekt: „Ich kannte diesen Beruf erst gar nicht, aber eine Freundin erzählte mir davon. Ich fand, dass das alles gut klang, habe aber noch ein Praktikum gemacht, um wirklich sicherzugehen. Danach war dann klar, dass das zu mir passt. Schon in der Schule hat mir das Organisatorische sehr gelegen, wenn es um Veranstaltungen oder Klassenfahrten ging zum Beispiel – und ich denke, dass man in dieser Branche auch später gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat, besser als im Bereich Design zumindest, für den ich mich auch interessiert hatte.“


Ausbildung, Thüringen, Bad Sulza, Kaufleute für Tourismus und Freizeit

Foto: Manuela Müller/WiYou.de

Dana war nicht nur vom Beruf überzeugt, sondern auch vom Praktikumsbetrieb, dem Hotel an der Therme in Bad Sulza. „Hier passten die Aufgabenbereiche einfach sehr gut. Den Beruf Kauffrau für Tourismus und Freizeit kann man auch im Reisebüro oder in Touristikinformationen erlernen, ich finde aber die Arbeit im Hotel einfach noch spannender. Hier hat man Einblick in viele verschiedene Abteilungen, ist sehr nah am Gast und lernt Bereiche kennen, die es in einem Reisebüro nicht gibt – auch wenn mir dabei nicht alles so richtig viel Spaß macht, wie das Housekeeping zum Beispiel, aber es ist gut, mal zu sehen, was alles im Hintergrund abläuft.“ So war Dana auch schon an der Rezeption und im hoteleigenen Restaurant. Im ersten Dreivierteljahr lernte sie so die Basisabteilungen kennen, bevor es dann in den eigentlichen Arbeitsbereich ging, wo sie auch als Azubi schon im vollen Umfang mit eingesetzt wird. Zurzeit ist Dana im Marketing, davor war sie im Veranstaltungsservice und im Kompetenz-Center, wo Telefonate von Gästen angenommen, Buchungen bearbeitet und Reservierungen eingetragen werden. Allerdings ist gerade in einem Unternehmen wie hier auch Flexibilität gefragt, man muss in der Lage sein, dort einzuspringen, wo Hilfe gebraucht wird, und wenn es nur darum geht, Kaffee auszuschenken, nicht nur während der Ausbildung.

„Meine Hauptaufgabe wird es später sein, die Produkte, die wir anbieten, also die touristischen Leistungen, zu bewerben, zu verkaufen und die Gäste zu beraten. Dafür ist es wichtig, den gesamten Hotelbetrieb zu kennen und zu wissen, was wir überhaupt umsetzen können. Man sitzt nicht nur im Büro, sondern hat viel direkt mit den Gästen zu tun, begleitet sie zum Beispiel auch bei Veranstaltungen. Das heißt natürlich, dass man keinen geregelten Acht-Stunden-Job hat, sondern auch mal abends, am Wochenende oder an Feiertagen arbeiten muss. Das stört mich aber nicht, viele Sachen machen ja auch mir selbst Spaß. Ich lerne immer neue Leute kennen und sehe, wie das, was ich mit geplant habe, umgesetzt wird.“

Die dreijährige Ausbildung beinhaltet neben dem Einsatz im Unternehmen auch den Besuch der Berufsschule. „Dort habe ich verschiedene Lernfelder. Es geht viel um Buchhaltung, deshalb sollte man in Mathe fit sein, und auch Deutsch und Englisch sind wichtig.“ Jetzt im dritten Lehrjahr spielt zudem die Produktentwicklung eine große Rolle. Dazu gehört, dass man für sein Ausbildungsunternehmen ein Produkt entwirft und es am Ende vor dem Prüfungsausschuss vorstellt. Das macht einen großen Teil an der Abschlussnote aus und soll im besten Fall auch umgesetzt werden.“ Danas Projekt ist eine Beschilderung des Ilmradwanderweges. „Damit möchte ich den Gästen die Region näherbringen, ihnen zeigen, wo sie sind und was es hier so gibt.“

Mit dem Abschluss als Kauffrau für Tourismus und Freizeit stehen Dana unterschiedliche Weiterbildungswege offen, ein Studium der Tourismuswirtschaft zum Beispiel, ebenso wie die Qualifizierung im Veranstaltungs- oder Reservierungsmanagement. „Ich kann natürlich auch noch den Arbeitsplatz wechseln und beispielsweise in einem Reisebüro anfangen. Darüber mache ich mir aber noch keine konkreten Gedanken. Erstmal möchte ich mein letztes Ausbildungsjahr und die Prüfung erfolgreich abschließen.“ (mü)