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12.01.18

Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistungen - Er weiß, wo´s langgeht

Tausende LKW fahren täglich über die deutschen Autobahnen – viele von ihnen auch über die A4 – und von denen wiederum nehmen mehr als 270 täglich die Abfahrt Neudietendorf, um beim Logistikunternehmen Dachser am Erfurter Kreuz Waren abzuliefern oder abzuholen. Wenn da einfach jeder kommen und fahren würde, wie er will, würde dort ein ziemliches Chaos ausbrechen. Genau das aber verhindern die Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistungen, wie Azubi Markus (22).


Ausbildung, Thüringen, Dachser, Arnstadt, Neudietendorf, Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung

Foto: Manuela Müller/WiYou.de

„Mir hat schon in der Schule das Organisieren und Planen sehr gelegen, aber ich hatte erstmal noch keine konkrete berufliche Richtung für mich“, erinnert sich Markus an die Zeit der Berufsorientierung. „Ich unterhielt mich dann mit einem Azubi, der eine Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen bei Dachser gemacht hat. Was er mir über seinen Beruf erzählte, gefiel mir und ich bewarb mich schließlich auch dafür.“

Die Tätigkeitsbereiche für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistungen sind sehr komplex. „Wir werden in verschiedenen Abteilungen eingesetzt. Ich bin zum Beispiel gerade im Bereich Nahverkehr. Da habe ich hauptsächlich mit dem Organisieren der Fahrten hier in Thüringen zu tun. Wenn zum Beispiel ein Kunde etwas aus Nordhausen nach Arnstadt bringen lassen möchte, kümmere ich mich darum, dass es einen Fahrer gibt, der genügend Platz in seinem Auto hat, das Auto auch nicht für eine andere Tour eingeplant ist und die Ware rechtzeitig abgeholt und angeliefert wird. Außerdem bin ich immer als Ansprechpartner für den Fahrer und den Kunden da. Die Waren werden aber nicht nur direkt vom Kunden zum Bestimmungsort gebracht, sondern können bei uns auch umgeschlagen werden. Das heißt, wir lassen die Ware abholen, laden sie bei uns ab und stellen sie zum Weitertransport im Fernverkehr bereit.“

Andere Abteilungen, die Markus während seiner Ausbildung kennengelernt hat, sind u.a. der Fernverkehr, das Warehouse und der Service. „Die grundlegenden Aufgaben sind dabei jeweils sehr ähnlich, aber die Ausrichtung ist doch noch mal ein bisschen anders. Im Service hat man zum Beispiel viel mehr Kundenkontakt, während man sich im Export unter anderem mit Zoll und Grenzbestimmungen auskennen muss. Im Warehouse geht es um die Kunden, die ihre Waren bei uns eingelagert haben, die regelmäßig, auch mehrmals am Tag, von uns beliefert werden.“ Markus` Arbeitsplatz ist ein Schreibtisch im Großraumbüro, seine Hauptarbeitsmittel sind Telefon und Computer. „Wir arbeiten zwar auch noch mit ausgedruckten Lieferscheinen, Frachtscheinen und Listen, aber das Meiste läuft über die elektronische Datenverarbeitung.“

Markus besucht während der Ausbildung auch die Berufsschule: „Man sollte den Unterricht nicht unterschätzen. Rechtliche Grundlagen, Bestimmungen, Lagerorganisation, Rechnungswesen, Englisch und Deutsch gehören dazu. Es geht dabei eher um die Arbeitsprozesse, weniger um die speziellen Waren. Auch die verschiedenen Transportwege kommen dran. Wir müssen zum Beispiel das Autobahnnetz auswendig lernen, haben aber auch Luftfracht und Schifffahrt auf dem Lehrplan. Das ist schon eine ganze Menge und war für mich während der Ausbildung die größte Herausforderung.“

Markus hat diese aber bisher gut gemeistert. Er ist inzwischen im dritten Lehrjahr. „An diesem Beruf gefällt mir besonders gut, dass es einfach nicht langweilig wird. Jeder Tag bringt neue Aufgaben. Und ich habe sehr viel mit Menschen zu tun, ob mit Kollegen, Kunden oder den Fahrern. Am meisten Spaß macht es mir im Nahverkehr. Ich hoffe, dass ich in diesem Bereich nach der Ausbildung übernommen werde. (mü)