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< Angewandte Informatik (FH Erfurt)
10.02.14

IT-Systemkaufleute - IT´s Kaufmann

Telefone, Computer, Router, Server und die Kabel dazwischen – kaum ein Unternehmen kommt heute ohne Telekommunikations- und Informationssysteme aus, auch wenn die meisten Angestellten gar nicht wissen, welche Netzwerke sich da zwischen den verschiedenen Abteilungen entsponnen haben. Und das müssen sie zum Glück auch nicht, denn auch dafür gibt es ja „Profis“ – die IT-Systemkaufleute zum Beispiel, so wie Sebastian.


Foto: sWs computer erfurt

„Wenn beispielsweise ein Kunde für eine Außenstelle seines Unternehmens ein neues Netzwerk aufbauen möchte, kommt er zu mir. Wir besprechen dann, wie ein für ihn passendes Netzwerk aussehen kann, welche Geräte er dafür braucht und inwieweit das mit dem vorgegebenen Budget realisierbar ist. Wenn der Kunde mit meinen Vorschlägen einverstanden ist, schreibe ich ihm dafür ein Angebot.“ Sebastian kauft in Absprache mit dem Kunden auch die benötigte Technik. „Selbst einrichten muss ich die dann nicht, aber das kann für die IT-Systemkaufleute in anderen Unternehmen anders aussehen. Das hängt vom jeweiligen Arbeitgeber ab. Wir hier arbeiten dafür sehr viel mit Technikern zusammen.“ Neben den kaufmännischen Inhalten sollte Sebastian sich natürlich dennoch mit der Informationstechnik auskennen. „Ich muss wissen, wie Rechner, Soft- und Hardware aufgebaut sind, wie man sie installiert und in Betrieb nimmt, oder wie eine Telefonanlage funktioniert. Eben alles rund um Telekommunikations- und Informationssysteme.“
Für Sebastian, der sich auch privat für Rechner und alles was dazugehört interessiert, ist das aber kein Problem. „Ich mache nicht die klassische Ausbildung, sondern eine Umschulung. Die dauert nur zwei statt drei Jahre.“ In den Inhalten unterscheiden sich beide nicht. „Ich bin nur gleich in das zweite Lehrjahr eingestiegen.“ Was er dadurch im ersten Jahr verpasst hat, musste Sebastian selbst nachholen. „Das waren aber nur drei Lernfelder. Und dafür, dass ich mir dann ein ganzes Jahr gespart habe, hat sich der Aufwand gelohnt.“
Warum sich Sebastian bei seiner Technikbegeisterung nicht für einen rein technischen Beruf entschieden hat? „Das liegt zum einen daran, dass ich einen Beruf mit festen Arbeitszeiten wollte. – Als IT-Systemadministrator zum Beispiel hat man ja auch Bereitschaft – Und zum anderen hat mich einfach auch der kaufmännische Bereich interessiert.“
In der Berufschule arbeitet Sebastian meist an Projekten. „Das heißt Planung, Durchführung, Dokumentation, Präsentation zu einem bestimmten Themenschwerpunkt.“ Außerdem gibt es regelmäßig Lehrgänge wie Webprogrammierung oder Netzbetriebssysteme. In seinem Praxisunternehmen, dem sWs computer erfurt, arbeitet Sebastian schon relativ selbstständig. Er verhandelt mit Kunden, schreibt Angebote und kümmert sich auch um die Buchführung, die hinter den einzelnen Aufträgen steckt. Das Einzige, was dabei nicht ganz so viel Spaß mache, sei die „Ablage“, aber die gehöre nun mal dazu. „Wenn man logisch denken kann, in Mathe fit und technisch interessiert ist, kommt man in beiden Bereichen gut mit. Aber man muss wissen, dass die IT-Branche sich immer weiterentwickelt und man sich auch später ständig weiterbilden muss.“
Sebastian würde auch nach seiner Ausbildung gern weiter in diesem Beruf arbeiten. „Zumindest erstmal für die nächsten Jahre. Man kann sich auf einzelne Bereiche spezialisieren und zum Beispiel mehr in Richtung Technik gehen. Für mich wäre aber eher die Buchhaltung interessant. Und die funktioniert ja überall nach dem gleichen Prinzip, ich könnte also auch in anderen
Branchen arbeiten.“ (mü)