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31.08.15

Industriemechaniker - Multitalent am Werk

Ohne Industriemechaniker wäre es schnell ganz still in der Produktionshalle, denn sie sorgen dafür, dass alle Maschinen laufen – und zwar rund. Industriemechaniker werden dabei in allen Industrie­Branchen gebraucht. Der 18­jährige Johannes macht seine Ausbildung bei Schuler Pressen in Erfurt, wo er auf die vielfältigen Aufgaben im Berufsalltag eines Industriemechanikers gründlich vorbereitet wird.


Ausbildung, Thüringen, Erfurt, Schuler-Pressen, Industriemechaniker

Bild: Anastasia Savin/WiYou.de

Für Johannes stand von Anfang an fest, dass er nach seinem Schulabschluss keinen typischen Bürojob ausüben wollte. „Ich könnte nicht den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen. Viel lieber bin ich handwerklich tätig.“ Der 18­Jährige wollte einen spannenden und abwechslungsreichen Beruf, in dem keine Langeweile aufkommt. Auf der Suche nach Ausbildungsstellen, die auf diese Beschreibung zutreffen, wurde er auf die Firma Schuler Pressen in Erfurt aufmerksam. „Ich habe eine Bewerbung geschrieben, eine Woche Probe gearbeitet und bin dann angenommen worden.“


Während seiner Ausbildung zum Industriemechaniker muss Johannes eine Menge lernen. „Im ersten Lehrjahr stehen zum Beispiel die Grundfertigkeiten wie Fräsen, Drehen, Bohren, Feilen und Sägen auf dem Lehrplan.“ Außerdem lernen die Auszubildenden das Auswerten und Erstellen technischer Zeichnungen sowie die Grundlagen der Wartung von technischen Systemen. „Nach und nach kann man dann selbstständig Aufgaben übernehmen. Im zweiten Lehrjahr arbeitet man schon direkt im Berufsfeld und es besteht die Möglichkeit, mit auf Montage zu fahren. Im dritten Lehrjahr wird man bereits im späteren Berufsfeld beschäftigt.“


Der Beruf des Industriemechanikers ist ein Monoberuf. Das bedeutet, dass es keine Spezialisierung in Fachrichtungen gibt. Stattdessen müssen sich die Lehrlinge für ein Einsatzgebiet entscheiden, welches sie während der Ausbildungszeit vertiefen wollen. Gewählt werden darf dabei zwischen Feingerätebau, Maschinen­ und Anlagenbau, Produktionstechnik und Instandhaltung. Darüber hat sich Johannes schon Gedanken gemacht und weiß ganz genau, in welchem Bereich er später arbeiten möchte. „Ich will in den Servicebereich, wo ich die Wartung und Reparatur der Maschinen direkt beim Kunden durchführen kann“, sagt er. „Man hat viel Kontakt zu Kunden aus der ganzen Welt, ist viel unterwegs und muss sich mit jedem neuen Kunden auf eine neue Aufgabe einstellen. Es gibt also immer was zu tun, das mag ich.“


Obwohl Johannes vor allem gern praktisch arbeitet, kommt er um den Unterricht in der Berufsschule trotzdem nicht herum. An 13 Wochen im Jahr muss der Auszubildende seine Ausbildungsstätte verlassen und die Schulbank drücken. „Der Theorieunterricht gehört einfach dazu, damit man verschiedene Prozesse und Abläufe besser verstehen kann. Der Schwerpunkt liegt dabei natürlich auf den Fächern mit fachspezifischen Inhalten, wie zum Beispiel Pneumatik, Hydraulik und Steuerungstechnik. Aber auch die Grundfächer wie Deutsch, Englisch, Sozial­ und Wirtschaftskunde sowie Sport werden bei uns unterrichtet.“
Nach seiner Ausbildung möchte Johannes zunächst einmal als ausgelernter Industriemechaniker Berufserfahrungen sammeln. Über die Weiterbildungs­ und Aufstiegschancen hat er sich trotzdem schon längst informiert: „Man kann eine Weiterbildung zum Meister oder Techniker absolvieren. Wenn man die Voraussetzungen erfüllt, kann man sogar Ingenieurwissenschaften studieren und später eine leitende Position antreten.“ (as)