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14.12.15

Industriekeramiker Dekorationstechnik - Aus weiß wird bunt

Buntes Porzellan und verzierte Tassen sind nicht nur Gebrauchsgegenstände, sondern auch Sammlerstücke. Damit die Lieblingstasse aber nicht weiß bleibt, braucht es einen Industriekeramiker Dekorationstechnik. So wie die 19­jährige Lisa aus Hermsdorf. Sie lernt in der Porzellanmanufaktur Reichenbach Industriekeramikerin im dritten Lehrjahr.


Ausbildung, Thüringen, Reichenbach, Hermsdorf, Industriekeramiker, Dekorationstechnik

Foto: Reichenbach

Entwerfen von Dekoren und Schriften, Veredeln keramischer Produkte mit verschiedenen Dekortechniken, Vorbereiten der Werkstücke, Bemalen der Werkstücke mit dem Pinsel, der Zeichenfeder oder der Maschine, Schiebebilder drucken und aufbringen und die Qualitätskontrolle der fertigen Stücke gehören zu den Aufgaben des Industriemechanikers. „Das Porzellan wird mit Rändern, Linien, Bändern oder auch Monogrammen per Hand bemalt oder es wird ein anderes Dekorationsverfahren, wie die Spritztechnik oder der Siebdruck, angewendet.“ Meist arbeitest du als Industriekeramiker nach Vorlage, manchmal entwirfst du aber auch eigene Schriften und Dekore. „Nach dem Bemalen oder Bedrucken wird das Werkstück noch einmal gebrannt und auf Qualität geprüft. Wenn Fehler auftreten, kann ich diese ausbessern.“

Beobachtungsgenauigkeit, Finger-­ und Handgeschick, zeichnerische Fähigkeiten und Sauberkeit sind Voraussetzungen für diese Ausbildung. „Kreativität ist sehr wichtig. Nach meinem Bewerbungsgespräch habe ich drei Probetage im Betrieb absolviert. Dort musste ich auch zeichnen und so zeigen, dass ich zeichnerisch begabt bin.“ Aber auch Sorgfalt ist ein wesentlicher Punkt, denn die Vorlagen müssen maßgenau auf das Porzellan aufgebracht werden. Dabei ist eine ruhige Hand sehr wichtig. Die Berufsschule besucht Lisa in Hermsdorf. „Dort lerne ich im ersten Lehrjahr alles zu den Lösungsmitteln, den jeweiligen Gefahren zeichen und dem Arbeitsschutz.“ Dazu kommt das Planen und Organisieren der Arbeitsabläufe und die Handhabung der Roh­, Hilfs­ und Werkstoffe. „Mathematisch wird es bei der Glasurberechnung und eher technisch bei der Wartung und Pflege der Betriebsmittel und Maschinen sowie dem Trocknen und Brennen der Werkstücke.“ Vor allem der künstlerische Aspekt wird in der Berufsschule großgeschrieben. „Wir zeichnen viel, erst die Entwürfe mit Bleistift, dann nach und nach am Werkstück. Später kommen die Spritztechniken und Buntdruckdekorationen dazu.“

Im Betrieb wendest du dann alles an. „Die Ausbildung ist sehr abwechslungsreich. Im Rohbetrieb, wo die Keramik noch nicht gebrannt ist, lerne ich das Verkratzen und Verputzen der Werkstücke. Im Weißlager sortiere ich und schaue nach Fehlern, am Druckerband werden die Schiebebilder auf das Porzellan aufgebracht und am Malerarbeitsplatz bemale oder beschrifte ich die Artikel. Am Ende der Ausbildung kenne ich die Trocknungs-­ und Brennverfahren, die Wartung und Pflege der Arbeitsmaterialien und kann Farben und Edelmetalle aufbringen und verschiedene Dekorarten kombinieren.“ Auch das Erkennen und Beseitigen von Fehlern ist Teil der Ausbildung.

Als Industriekeramiker kannst du dich auf eine von vier Fachrichtungen spezialisieren: Anlage-­, Dekorations-­, Modell-­ oder Verfahrenstechnik. „Ich habe die Dekorationstechnik gewählt, weil ich schon immer gern gemalt habe. Einziger Nachteil dieses Berufes ist, dass man viel sitzt. Dafür hat man aber auch jeden Tag etwas anderes in der Hand und es kommt nie Langeweile auf.“ Nach der Ausbildung kannst du eine 2­jährige Meisterausbildung oder eine Weiterbildung zum Techniker in der Keramiktechnik absolvieren. Mit dem Techniker und drei Jahren Berufserfahrung kannst du dich dann auch selbstständig machen. (jg)