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01.09.14

Holzbearbeitungsmechaniker - Wood Kid

Einen Ahornbaum am Ahornblatt zu erkennen, ist keine große Herausforderung. Nur anhand der Farbe und Maserung eines Holzbrettes zu sehen, ob es sich um Ahornholz handelt, oder Kiefernholz, oder Fichtenholz – dazu gehört schon etwas mehr. Eine Ausbildung zum Holzbearbeitungsmechaniker zum Beispiel. Der hat aber natürlich noch viel mehr zu tun, als Holzarten zu bestimmen. Holzbearbeitungsmechaniker wie der 26jährige Alexander sorgen unter anderem dafür, dass Tischlern nicht plötzlich der Bretternachschub ausgeht und sie sich selbst die Baumstämme aus dem Wald holen müssen.


Foto: Klausner Holz Thüringen

Dass es mal ein Beruf in der Holzbranche werden würde, stand für Alexander schon früh fest, er mochte Holz als Werkstoff einfach. Und auch das passende Unternehmen Klausner Holz in Saalburg-Ebersdorf kannte er schon, bevor er sich für eine Ausbildung bewarb. „Ich habe dort während der Ferien immer gearbeitet und mich wohlgefühlt. Die Arbeit passte gut zu meinen eigenen Interessen und ich wusste, was mich in diesem Beruf erwartet.“
Hauptsächlich geht es bei Alexanders Arbeit darum, Holzstämme so zu bearbeiten, dass sie zum Beispiel für die Möbelproduktion oder den Bau verwendet werden können. Wenn bei Klausner Holz die nächste Ladung Stämme auf den Hof rollt, heißt das, dass Alexander und seine Kollegen zunächst das Holz in Augenschein nehmen. Ist alles so wie im Lieferschein vermerkt, werden die Stämme entrindet. Danach wird mit einem Metalldetektor überprüft, ob sich nicht irgendwo Metallgegenstände, wie Nägel zum Beispiel, im Holz befinden, die könnten bei der Weiterverarbeitung nicht nur den Arbeitern gefährlich werden, sondern auch die Maschinen beschädigen. Ist das Holz in Ordnung, wird es nach Art, Qualität und Stärke sortiert. Dazu muss Alexander nicht nur erkennen, welches Holz er da vor sich liegen hat, sondern auch, ob es den Qualitätsansprüchen gerecht wird, beispielsweise ob Farbe und Maserung passen. Weiter geht’s dann im Sägewerk, wo je nach Auftrag Balken oder Bretter nach vorgegeben Maßen zugesägt werden. Als Holzbearbeitungsmechaniker bedient Alexander dort die Maschinen und Anlagen, wie die großen Sägen. Das ist nicht nur laut, sondern auch nicht ganz ungefährlich. „Ich muss mich hier sehr genau an den Arbeitsschutz halten, darf zum Beispiel keine langärmelige Kleidung tragen. Außerdem muss ich immer Handschuhe und Arbeitsschutzschuhe anziehen und natürlich sehr konzentriert arbeiten, also jede Sekunde bei der Sache sein.“ Bei anderen Arbeitsschritten gibt es dagegen auch ruhigere Phasen. Wenn das Holz entfeuchtet wird zum Beispiel. Dafür gibt es spezielle Trockenkammern, die mithilfe einer Computersteuerung programmiert werden. „Die Trocknungsprozesse dauern eine Weile. Da sitzt man dann am PC, überwacht das Ganze und dokumentiert, wie sich das Holz verändert. Das ist nicht ganz so spannend, aber andererseits auch mal eine Abwechslung.“
Wie die einzelnen Maschinen und Anlagen richtig bedient werden, hat Alexander während der Ausbildung nicht nur im Unternehmen gelernt, sondern auch bei überbetrieblichen Lehrgängen. „Im laufenden Betrieb nehmen sich die Meister und Facharbeiter zwar auch immer Zeit, wenn man mal nicht weiterkommt, aber bei den Intensivlehrgängen hat man gerade am Anfang die Möglichkeit, ein bisschen zu üben und Erfahrungen zu sammeln.“ Darüber hinaus gab es Unterricht in der Berufsschule, neben Werkstoffkunde ging es dabei vor allem um Maschinen- und Anlagentechnik. „Mathe ist da wichtig und technisches Verständnis, und man sollte sich auch für Holz interessieren.“
Alexander hat seine Ausbildung inzwischen beendet und wurde in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen. In Zukunft würde er gern auch noch die Meisterausbildung anschließen. „Dafür müsste ich zwar noch einmal sieben Monate zur Schule, wäre dann aber auch besser qualifiziert.“ (mü)