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20.03.20

Geburtshilfe/ Hebammenkunde - Hello, Baby!

Babys an der Hochschule? Naja, nicht wirklich, aber schon irgendwie. An der FH Jena gibt es nämlich seit gut eineinhalb Jahren den Studiengang Geburtshilfe/Hebammenkunde und bei dem geht’s natürlich vor allem um Babys. Die sitzen dann zwar nicht in der Vorlesung, aber da der Studiengang dual angelegt ist und die Ausbildung in einem Krankenhaus beinhaltet, haben es die Studenten eben nicht nur mit Büchern im Hörsaal, sondern auch mit Neugeborenen im Kreißsaal zu tun.


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Foto: famveldman ­ stock.adobe.com

Das Studium der Geburtshilfe/Hebammenkunde an der FH Jena wird in Kooperation mit der Medizinischen Fakultät der Friedrich-­Schiller-­Universität, dem Universitätsklinikum Jena, dem Hufeland­-Klinikum Mühlhausen und dem Robert-­Koch-­Krankenhaus Apolda durchgeführt. Ziel des Studiums ist es, die berufliche Ausbildung mit einem akademischen Abschluss zu verbinden. Das bedeutet, neben den praktischen Tätigkeiten der Geburtshilfe und Hebammenkunde wird auch die Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten vermittelt. Das Studium dauert insgesamt acht Semester, in jedes der ersten sechs Semester ist dabei eine Praxisphase integriert. An der Hochschule stehen Module zu naturwissenschaftlichen Grundlagen und Hebammenkunde auf dem Plan. Inhaltliche Schwerpunkte sind die peripartale Versorgung, das heißt die Versorgung und Betreuung von Schwangeren kurz vor, während und nach der Geburt, sowie die Gesundheitswissenschaft, die sich mit den Bedingungen und Umständen von Krankheiten und Gesundheit beschäftigt.

Zusätzlich werden unter dem Thema Forschungsmethodik die verschiedenen Methoden im Bereich der Forschung behandelt. Zu diesen Modulen sind jeweils Lehrveranstaltungen wie Vorlesungen und Seminare zu besuchen und mit einer Prüfungsleistung abzuschließen. Wo und in welchem Umfang die Praxisstunden abzuleisten sind, ist in der Studienordnung festgelegt. Einsatzstellen sind unter anderem der Kreißsaal, operative und nicht-operative Station, geburtshilfliche Ambulanz, Geburtshaus, Wochenstation, Kinderklinik und OP.

Wer sich für dieses Studium entscheidet, sollte von Anfang an wissen, worauf er sich einlässt. Über eine Geburt zu lesen, ist nämlich etwas ganz anderes als tatsächlich bei einer dabei zu sein. Nicht jeder verträgt die emotionale Anspannung oder den Anblick einer Plazenta. Wer in der Geburtshilfe arbeitet, muss neben einem großen Maß an Einfühlungsvermögen und hohem Verantwortungsbewusstsein deshalb auch gut mit Stress und psychischen Belastungen umgehen können. Nicht zu vergessen, dass ein duales Studium immer auch einen hohen Zeitaufwand mit sich bringt – wochenlanges Ausspannen in der vorlesungsfreien Zeit gibt es hier genauso wenig wie Rücksicht bei der Benotung, weil man Praxiseinsatz und Lernzeit nicht unter einen Hebammenhut bekommt.

Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist zusätzlich zur Hochschulzugangsberechtigung auch ein Ausbildungsvertrag mit einem kooperierenden Krankenhaus. Darüber hinaus muss man sich auch an der Fachhochschule selbst bewerben (Frist jeweils 16. Mai bis 31. August). Übrigens, wer sich doppelt belastet mit Studium und praktischer Ausbildung, muss zwar mehr Zeit investieren, bekommt aber zumindest finanziell auch einen Ausgleich, denn von der ausbildenden Klinik wird ein monatliches Gehalt gezahlt. (mü)