Abo-Service nutzen
< Mediengestalter Digital und Print - Einen guten Ausdruck machen #whatyouwant
19.11.20

Franziskas Rauschen

Es ist jetzt drei Jahre her, dass Franziska Schicketanz mit ihrer Band den Thüringen Grammy abräumen konnte. (und dem WiYou.Rock.Block Rede und Antwort stehen musste ;) ). Seitdem ist einiges passiert. Allerdings lief auch für Franziska das letzte Jahr durch Corona nicht wie geplant. Im Mai kam Ihre neues Single Rauschen auf den Markt, der dazugehörige Videorelease musste aber erstmal verschoben werden.Am 19. November ist es nun endlich soweit – und für uns damit eine gute Gelegenheit, ihr noch einmal das WiYou-Micro unter die Nase zu halten.


Rauschen, Musikvideo, Franziska Schicketanz, deutsche Popmusik, Musikerin, Emotionen, Thüringen, Rudolstadt, Selbstfindung, Mut, Musik

Foto: Louis Rohde

In „Rauschen“ geht es um den Spagat zwischen Selbstfindung, dem Loslassen von altem Ballast sowie dem Drang sich stetig weiterzuentwickeln. In einer mit Informationen überfüllten Welt kann es schnell passieren, das Wesentliche aus den Augen zu verlieren. Wir benötigen mehr Halt. Mehr Halt in der Gesellschaft, vielleicht einer Partnerschaft aber vor allem in uns selbst. Diese Thematik greift auch das Video zum Song auf - letztlich hilft die unberührte Natur, das Rauschen verschwinden zu lassen und bei sich selbst anzukommen. 

Hallo Franziska, für alle, die 2017 den Kopf noch nicht in die WiYou.de steckten, stellst du dich und deine Musik nochmal kurz vor? 

Klar, gerne. Ich bin gebürtige Rudolstädterin und habe nach meinem Abitur „Central Banking“ studiert. Nach meinem Studium hat es mich erst nach Bonn und später nach Köln verschlagen. 2016 hab ich mich dazu entschieden, Musik in meinem Leben einen größeren Stellenwert zu geben und mir dort eine Karriere zu erarbeiten. Seitdem mache ich deutschsprachige Popmusik, die viel Gefühl und Emotion zu lässt und gerne mal verträumt-sphärisch klingt. In meinen Texten schreibe ich von Veränderung, über das Loslassen sowie dem wohl wichtigsten Thema: Liebe - in all seinen Facetten. 

Damals, zum Grammy Gewinn, lief die Musik bei dir noch nebenberuflich. Hat sich das inzwischen geändert?  

Ich habe letztes Jahr sehr intensiv mit dem Gedanken gespielt, einhundertprozentig auf die Musik zu setzen. Doch irgendwas in mir hat gesagt, dass es noch nicht der richtige Zeitpunkt sei. Mit Beginn der Corona Pandemie im März hatte ich dann mein „warum“ - aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.  

Wie hat sich der Gewinn des Thüringen Grammys auf deine Musikkarriere ausgewirkt?  

Durch den Thüringen Grammy habe ich nicht nur tolle Menschen kennengelernt, es sind auch wunderschöne Auftritte dadurch entstanden. Damals hatte ich auch meinen ersten Auftritt mit Band und neben Artur Schulz ist seither auch Raphael Schweitzer fester Teil meiner Band geworden - worüber ich sehr dankbar und glücklich bin.  

Was ist überhaupt in den letzten drei Jahren passiert? 

Oh einiges. Wir haben sehr viel live gespielt und neben einigen Livevideo’s, habe ich zwei Singles „Bitte geh“ und „Rauschen“ veröffentlicht. Letztere konnte ich dank der Unterstützung von Shure und BackstagePro verwirklichen. Das Musikvideo dazu kommt übrigens am 19. November 2020 heraus. Zudem ist einer meiner heimlichen Wünsche in Erfüllung gegangen und ich durfte 2019 und 2020 Konzerte für Alin Coen eröffnen - eine unfassbar tolle Musikerin.
Die Corona-Pandemie hat meine Pläne für 2020 und die kommenden Jahre natürlich mächtig über den Haufen geworfen - allerdings versuche ich mich immer wieder, auf die positiven Dinge zu konzentrieren und das Glas stets als halbvoll zu betrachten. Denn auch in dunkleren Zeiten gibt es immer Licht. Dieses Jahr war ich z.B. Teil des ersten DIANA Songwriting Awards im Rahmen der c/o Pop in Köln, bei dem unbekannte Songwriting Teams innerhalb eines Tages mit Hilfe von künstlicher Intelligenz einen Song geschrieben haben. Das war eine ziemlich aufregende und wirklich coole Erfahrung. Wir planen unseren Song „Waters will run to flowers“ noch dieses Jahr zu veröffentlichen.  

Du bist nach Köln gezogen. War das im Nachhinein der richtige Schritt? Wäre es in Thüringer schwieriger gewesen?   

Ja, das war für mich auf jeden Fall der richtige Schritt - sowohl musikalisch als auch privat. Köln ist einfach eine sehr offene und kreative Stadt, das mag ich. Allein schon durch die Größe stehen einem natürlich mehr Möglichkeiten offen. In Thüringen wäre alles bestimmt anders verlaufen - ob besser oder schwieriger steht in den Sternen. Es gibt auch dort unfassbar tolle Künstler, von denen ich glücklicherweise auch einige zu meinen Freunden zählen darf.  

Aber du hast immer noch eine große Verbindung zu Thüringen. Dein neues Video hast du hier gedreht. Warum?  

Thüringen ist meine Heimat und für mich in den letzten Jahren auch eine Art Ruhepol geworden. Ein Ort an den ich zurückkehren kann, wenn mir das Stadtleben zu viel wird. Und das thematisiert auch das Musikvideo. Thüringen hat so viel unberührte, wunderschöne Natur, in der ich wieder einen klaren Kopf gewinnen kann. Dazu habe ich hier meine ersten musikalischen Wurzeln schlagen können - mein Fundament sozusagen, auf das sich alles weitere aufbaut.  

Und wenn wir schon übers Video reden, um was geht’s denn in Rauschen?  

In „Rauschen“ geht es um den Spagat zwischen Selbstfindung, dem Loslassen von altem Ballast sowie dem Drang sich stetig weiterzuentwickeln. In einer mit Informationen überfüllten Welt kann es schnell passieren, das Wesentliche aus den Augen zu verlieren. Wir benötigen mehr Halt. Mehr Halt in der Gesellschaft, vielleicht einer Partnerschaft aber vor allem in uns selbst. Diese Thematik greift auch das Video zum Song auf - letztlich hilft die unberührte Natur, das Rauschen verschwinden zu lassen und bei sich selbst anzukommen. 

Corona hat durch die Verordnungen und Beschränkungen große Auswirkungen auf die Kunst- und Kulturbranche. Wie geht’s es dir damit?  

Da ich zusätzlich zur Musik noch einen sicheren Job habe, bin ich rein finanziell gesehen zum Glück abgesichert. Das entlastet ungemein. Viele meiner Freunde hat es dahingehend sehr hart getroffen, vor allem denen, die hauptsächlich von Auftritten leben. Natürlich wurden auch die meisten unserer Aufritte abgesagt und es ist unklar, wie die nächsten Jahre aussehen werden. Viele Clubs und Spielstätten stehen kurz vor dem Aus. Ich hoffe sehr, dass sich die Politik in Zukunft noch verstärkter um die Kultur kümmert, die für uns alle einfach unverzichtbar ist.  

Was sind deine musikalischen und beruflichen Pläne für die Zukunft und hat die letzte Zeit diese Pläne verändert? 

Natürlich hat Corona vieles durcheinander gebracht. Wie und wann Konzerttourneen wieder in vollem Umfang möglich sein werden, ist derzeit ziemlich unklar. Nichtsdestotrotz arbeite ich an den Dingen, die möglich sind. Ich habe mir dieses Jahr z.B. viel mehr Zeit nehmen können, neue Songs zu schreiben und mich intensiv mit der Businessseite der Musik zu beschäftigen. Ich plane für nächstes Jahr eine neue EP-Veröffentlichung, die der Wegbereiter für mein Debüt-Album sein soll. Es kommt also neue Musik und darauf freue ich mich ungemein.  

Hast du einen "guten Rat" für die, die es auch mit einer Musikkarriere versuchen wollen?  

Geht einen Schritt nach dem anderen und denkt daran, dass neben dem Musik machen auch die Businessseite dazugehört. Holt euch Mentoren und lernt, um Hilfe zu bitten. Ihr müsst nicht auf alles eine Antwort haben. Und hört bei allem, was ihr tut, immer auf euer Herz!(mü)

 

Hier findet ihr das Musikvideo zu Rauschen: 

https://www.youtube.com/watch?v=SC2Hwk44qrw