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25.04.17

Florist - Rosige Aussichten

Es gibt Arbeitsplätze, die sind einfach ein bisschen schöner als andere, oder zumindest ein bisschen bunter. Der von Julia ist so einer, denn sie macht eine Ausbildung zur Floristin und wenn sie morgens den Dienst beginnt, dann mit wörtlich „rosigen“ Aussichten: Als erstes werden nämlich die ganzen Schnittblumen wie Rosen, Gerbera und Tulpen aus dem Kühlhaus geholt und im Verkaufsraum verteilt. Und das sieht dann nicht nur wunderschön aus, sondern riecht auch noch toll.


Ausbildung, Thüringen, Erfurt, Florist, Floristin

Foto: Manuela Müller/WiYou.de

Kreativität und die Leidenschaft für Blumen, eine Verbindung, die bei der Berufswahl ein ganz klares Ergebnis für Julia brachte: Floristik. „Ich habe die Schulpraktika genutzt, um diesen, aber auch andere Berufe kennenzulernen. Die Blumen haben mich aber dann doch überzeugt.“ Seit eineinhalb Jahren lernt Julia nun, was es für Floristen alles so zu tun gibt. „Hauptsächlich geht es bei uns um den Verkauf von Blumensträußen, -­kränzen und ­-gestecken, Pflanzschalen und dekorierten Topfpflanzen.“ Wobei Julia das verkauft, was sie vorher auch hergestellt hat. „Wir binden, bepflanzen und dekorieren selbst. Das ist gar nicht so einfach, wie man vielleicht denkt. Eine meiner ersten Aufgaben war Sträuße binden, und das ist schon ein richtiges Handwerk, bei dem man erstmal sehr unbeholfen ist. Zum einen muss man wissen, welche Blumen überhaupt zusammenpassen, optisch, aber auch von ihren Ansprüchen her. Und zum anderen muss alles ordentlich angelegt und gebunden werden, damit es am Ende gut aussieht und auch nicht gleich wieder auseinanderfällt.“

Alles, was sie an theoretischen Grundlagen dazu wissen muss, lernt sie im Berufsschulunterricht. „Ein wichtiges Fach ist Botanik, wo es um die Pflanzen, die verschiedenen Arten, deren Pflege und Versorgung geht. Und zwar nicht nur um Schnittblumen, sondern zum Beispiel auch um Bäume. Dazu kommen noch Gestaltungslehre und Wirtschaft. Die größte Herausforderung sind für mich die botanischen Namen der Pflanzen, die sind wirklich kompliziert und schwer zu merken.“ Aber Julia weiß, dass sie auch das später brauchen wird. „Blumen werden ja weltweit eingekauft, und damit man zwischen den vielen Sprachen nicht durcheinanderkommt, werden beim Bestellen die botanischen Namen verwendet.“ Außerdem gibt es in der Berufsschule praktische Übungen zu den handwerklichen Fertigkeiten, wie eben dem Binden. „Da braucht man Übung und Erfahrung. Das gilt übrigens auch für die Arbeit mit dem Kunden. Die macht einen großen Teil von Julias Arbeit aus. „Ich wusste das durch das Praktikum und mir macht auch das sehr viel Spaß. Jeder Kunde ist anders und hat eigene Vorstellungen. Die sind nicht immer leicht umzusetzen, aber mit der Zeit lernt man, wie man damit umgeht, wenn der Kunde zum Beispiel selbst nicht genau weiß, was er will, aber unzufrieden mit dem ist, was man ihm vorschlägt.“ Julia kann dabei auf Vorlagen zurückgreifen oder selbst kreativ werden und eigene Ideen umsetzen. „Nach eigenen Vorstellungen zu arbeiten, macht mir dabei besonders viel Spaß.“

"Natürlich hat man auch mal mit Sachen zu tun, die nicht so spannend sind, wie Regale und Tische abwischen oder Blumen anschneiden, aber es gibt hier nichts, was ich gar nicht gern mache. Ein bisschen stressig wird es nur, wenn sowas wie Mutter-­ oder Valentinstag ansteht und der Laden richtig voll ist.“

Bis zum Ende ihrer Ausbildung wird Julia noch mehr in die kaufmännischen Prozesse eingearbeitet, also zum Beispiel in den Einkauf, die Bestellung und die Abrechnung. „Aber auch das ist für mich kein Problem. Hier hat man eine tolle Kombination von so vielen verschiedenen Bereichen.“ (mü)