Abo-Service nutzen
< Fachkraft im Gastgewerbe - Zügig serviert
14.10.13

Fachkraft im Fahrbetrieb - Laila lenkt Linienbusse

Denn Laila ist Fachkraft im Fahrbetrieb – eine etwas umständliche Bezeichnung für den Traumberuf der 25-Jährigen: Busfahrerin. Gut, das ist vielleicht nicht der typische Mädchenberuf – aber Laila kann sich keinen schöneren vorstellen.


Foto: Verkehrsbetriebe Nordhausen

Busgefahren ist Laila schon immer gern. „Als Kind hab ich mich dank Schulbus sogar morgens auf den Weg zur Schule gefreut.“ Klar, dass sie dann auch, als es um die Berufswahl ging, den „Großen“ nicht aus dem Auge lassen konnte. „Ich habe mich im Internet dazu schlau gemacht und die Ausbildung zur Fachkraft im Fahrgewerbe gefunden. Ich wusste vorher gar nicht, dass es diesen Beruf gibt und wie viele Möglichkeiten er bietet. Denn es geht dabei nicht nur um Bus- und Straßenbahnfahren. Für eine Fachkraft im Fahrgewerbe gehört das zwar dazu, aber ich kann auch Aufgaben in der Fahrzeugdisposition, in der Personal- oder Fahrplanplanung, im Kundendienst und im Marketing übernehmen.“ Laila gefiel, was sie las. Sie bewarb sich bei den Verkehrsbetrieben Nordhausen und bekam den ersehnten Platz hinter dem Lenkrad.


Natürlich darf man da nicht gleich raus auf die Straße. „Ich hatte zwar schon den normalen Pkw-Führschein, aber der berechtigt noch nicht zum Führen eines Busses. So ein mehrere hundert PS starkes Gefährt ist auch schon etwas anderes, als ein kleiner Pkw. Daran musste man sich erst mal gewöhnen.“ Das klappte bei Laila von Anfang an aber richtig gut. Sie bestand die Fahrprüfung im zweiten Ausbildungsjahr und durfte von da an allein raus auf die Straße – und auch auf die Schiene. Je nach Betrieb lernt man nämlich auch zeitgleich das Straßenbahnfahren.


„Am Liebsten aber sitze ich hinterm Steuer im Bus. Es ist schon ein besonderes Gefühl, so ein großes Fahrzeug zu lenken. Und es wird einfach nie langweilig, ich bin immer unterwegs – am liebsten im Überlandverkehr – und hab immer mit Menschen zu tun.“ Zu ihren Aufgaben gehört nämlich auch, Fahrgäste zu beraten, Fahrkarten zu verkaufen oder zu kontrollieren und Auskünfte zu Fahrplänen und Tarifen zu geben. Dabei kommt es auch schon mal vor, dass mal jemand nicht zufrieden oder sogar verärgert ist. Aber damit muss man umgehen können. Wie, das hat sie unter anderem in der Berufsschule gelernt.


Dort gibt es neben dem Unterricht zum Thema Umgang mit Kunden auch noch sehr viele technische Inhalte zu den Fahrzeugen und Anlagen. Auch das war für Laila aber kein Problem. „Man muss sich schon ein bisschen ranhalten. Aber wer sich wirklich dafür interessiert, schafft den Lernstoff ganz gut.“ Die praktische Ausbildung führt dann nicht nur auf die Straße, sondern auch durch die verschiedenen Bereiche des Verkehrsbetriebes. „Das war alles wirklich interessant, aber nicht so das Richtige für mich“, erklärt sie, auch mit Blick auf ihre berufliche Zukunft. Laila hat ihre Ausbildung nämlich vor wenigen Wochen beendet und wurde als Fachkraft im Fahrbetrieb übernommen. „Ich hätte nun zwar noch die Möglichkeit, eine Weiterbildung zum Verkehrsmeister oder ein Studium zum Verkehrsfachwirt anzuschließen, aber das ist – zumindest jetzt – noch nichts für mich, dafür bin ich zu gern draußen unterwegs.“ Wohin genau, das erfährt sie immer morgens in der Betriebsleitstelle. „Da bekomme ich meinen Dienstplan und einen Bus zugeteilt.“ Den holt Laila dann aus der Bushalle ab. „Wichtig ist, vor Antritt der Fahrt nicht nur die Sauberkeit, sondern vor allem auch die Betriebssicherheit des jeweiligen Fahrzeuges zu überprüfen.“ Die Verantwortung, die man als Fahrer für seine Passagiere übernimmt, beginnt nämlich nicht erst, wenn der erste Fahrgast eingestiegen ist. (mü)