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19.08.16

Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen - Sie haben Post!

„Heute schreibt doch keiner mehr Briefe.“ Von wegen. Auch in Zeiten der E­Mail sind die „echten“ Briefkästen voll – dank der fleißigen Bienen der Deutschen Post. Als Fachkräfte für Kurier­, Express­ und Postdienstleistungen stellen sie aber nicht nur Briefe, Karten, Zeitungen und Zeitschriften, sondern auch Päckchen und Pakete zu. Und zwar auch mal unter erschwerten Bedingungen, denn der Wachhund, der Postboten nicht besonders mag, ist nicht nur ein Klischee, weiß auch die 18­jährige Selina, die als Azubi im Zustellstützpunkt (ZSP) Arnstadt ihre Ausbildung macht.


Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen, Ausbildung, Thüringen, Postbote, Post

Bild: Manuela Müller/WiYou.de

„Ich war auf der Suche nach einem Beruf, bei dem ich viel mit Menschen zu tun habe und mich an der frischen Luft bewegen kann. Ich hab die Mitarbeiter der Post jeden Tag gesehen und dachte, das könnte das Richtige für mich sein.“ Die Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-­, Express-­ und Postdienstleistungen dauert zwei Jahre. Selina hat das erste Jahr schon geschafft und inzwischen einen guten Einblick in den Berufsalltag bekommen. Jeder Zusteller hat sein Gebiet, in dem er entweder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Auto unterwegs ist. Selina ist zurzeit auf verschiedene Dörfern im Ilmkreis unterwegs. „Das geht nur mit dem Auto, aber laufen muss man trotzdem noch viel.“

Damit sie dabei nicht unnötige Umwege macht, ist die Tour ganz genau geplant. „Bevor ich den ZSP verlasse, sortiere ich die Briefe und Pakete für mein Gebiet nach Straßen und packe sie nach der vorgegebenen Reihenfolge ins Auto. Zwischen neun und zehn Uhr geht es dann raus auf die Straße.“ In den ersten neun Monaten der Ausbildung war Selina noch mit einem erfahrenen Mitarbeiter unterwegs, inzwischen ist sie aber so gut eingearbeitet, dass sie die Touren allein fährt. „Die sind zeitlich genau ausgerechnet und bisher hab ich auch alles immer geschafft.“ Trotzdem ist das Auto nicht ganz leer, wenn Selina nachmittags zurückkommt. Bevor sie Feierabend machen kann, muss sie noch die Nichtzusteller bearbeiten, zum Beispiel wenn die Adresse nicht stimmt, und das Geld aus den Nachnahmesendungen abrechnen.

„Es ist toll, wenn man immer an der frischen Luft ist und sich bewegen kann – man sollte aber schon körperlich fit sein. Schließlich sind auch mal schwere Pakete dabei und man kann nicht immer direkt vor der Tür parken – wobei das auf dem Dorf schon entspannter ist als in der Stadt, da kann der Verkehr schon eine Herausforderung sein.“ Dafür hat man dort dann manchmal ein anderes Problem: Wachhunde. „Dass Hunde Postzusteller manchmal nicht besonders mögen, stimmt wirklich. Es ist mir zwar noch nie was passiert, aber Respekt hab ich schon, wenn der Hund höher als der Zaun und nicht gerade freundlich gestimmt ist.“ Damit Selina, sollte es mal drauf ankommen, richtig reagieren kann, gehört zur Ausbildung ein spezielles Hundetraining. „Seitdem bin ich da schon sicherer und entspannter.“

Einen weiteren Kurs gibt es zur Fahrsicherheit, den Führerschein muss man spätestens während der Ausbildung machen. Natürlich gehört auch die Berufsschule dazu. Da geht es zum Beispiel um die gesetzlichen Grundlagen, wie das Briefgeheimnis, um Mathe und um Verkehrswege. „Zwischendurch gibt es noch Projekttage, an denen man sich zum Beispiel das Paketzentrum in Nohra oder das Briefzentrum in Erfurt anschaut. Das ist sehr interessant, da man ja schließlich wissen möchte, wo und wie alles abläuft, bis die Sendungen zu uns in den Zustellstützpunkt kommen.“

Nach ihrer Ausbildung hat Selina verschiedene Möglichkeiten der Weiterqualifizierung. „Man kann zum Beispiel in einem ZSP Teamleiter oder durch das sogenannte Talentprogramm auch Schichtführer im Paketzentrum oder Aufsicht im Briefzentrum werden. Das wäre später sicher was für mich, aber erstmal möchte ich noch weiter draußen unterwegs sein.“ (mü)