Abo-Service nutzen
< Technischer Assistent für Informatik - TAI-Chris
12.12.16

Fachinformatiker - IT's cool, man!

Computer kaufen geht relativ einfach – das Einrichten für den Hausgebrauch kriegt man meist auch noch ganz gut allein hin. Aber spätestens, wenn es darum. geht, in einem Unternehmen Computer in die Arbeitsabläufe zu integrieren, und das am besten so, dass sie den Mitarbeitern am Ende nicht mehr Arbeit machen, ist es besser, einen Experten zu Rate zu ziehen. Einen Fachinformatiker zum Beispiel. Aber: Fachinformatiker ist nicht gleich Fachinformatiker – denn diesen Beruf gibt es in zwei Fachrichtungen: Anwendungsentwicklung und Systemintegration.


Ausbildung, Thüringen, Fachinformatiker

Foto: kalou1927/fotolia

Fachinformatiker beider Richtungen kümmern sich um Computer und IT-Lösungen, allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Im Bereich Anwendungsentwicklung entwickeln sie Software und Programme. In der Regel sind das Informations-­ und Kommunikationssysteme, wie beispielsweise Content­Management­-Systeme (CMS), mit denen man Homepages pflegen kann, Datenbanksysteme oder Applikationen für mobile Endgeräte.

Aber auch spezielle Branchensoftware, soziale Netzwerke, Internetplattformen und Onlinespiele können sie für den Kunden planen und umsetzen. Dabei sorgen sie nicht nur dafür, dass die Kosten nicht das Budget des Kunden sprengen, sondern dass er am Ende seine Programme und Systeme auch bedienen kann. Dafür entwickeln sie anwendungsorientierte Bedienoberflächen und schulen die Kunden in der Benutzung.

Fachinformatiker mit dem Schwerpunkt Systemintegration beschäftigen sich vor allem mit dem Vernetzen von Hardware und Software, um komplexe Systeme zu erschaffen, wie Großrechnersysteme und Computernetzwerke, in denen mehrere Nutzer jeweils von ihren Rechnern aus auf zentrale Einrichtungen wie Programme und Datenbanken oder auch Drucker, Faxgeräte oder ähnliches zugreifen können. Zur den Aufgaben gehören neben der technischen Planung, der Umsetzung und Installation auch das Pflegen, Betreiben und Warten, ebenso wie das Schulen der Anwender und die Fehlerbehebung bei Problemen.

Da Fachinformatiker bei Problemen mit der IT zu den ersten Anlaufstellen der Kunden zählen, müssen sie sich nicht nur mit der Technik auskennen, sondern auch gut mit Menschen umgehen können und in angespannten Situationen die Ruhe bewahren. Einen ungeduldigen, verärgerten Chef beruhigen, weil im gesamten Unternehmen die Computertechnik ausgefallen ist und die Produktion stillsteht, kann eine ordentliche Herausforderung sein.

In beiden Fachbereichen ist es wichtig, immer den Markt im Blick zu haben und bei den neuesten Produkten und Produktentwicklungen auf dem neusten Stand zu sein. Außerdem muss man seine Kenntnisse so verpacken können, dass auch Nicht­-Experten verstehen, worum es geht. Die Ausbildung zum Fachinformatiker dauert drei Jahre. Dafür mitbringen sollte man neben Interesse an Informatik und Technik, mathematisches und logisches Denkvermögen, ein strukturiertes Arbeitsverhalten, gutes Ausdrucksvermögen und Bereitschaft zu flexiblen Arbeitseinsätzen – die Technik kann auch nach dem eigentlichen Feierabend des IT­-Experten ausfallen.

Arbeit gibt es für die Bits-­und-­Bytes-­Spezialisten bei IT­-Systemherstellern, in Hard-­ und Softwarehäusern und in den EDV­-Abteilungen aller Branchen, hier finden sich auch die jeweiligen Ausbildungsbetriebe. (mü)