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27.07.10

Rechtsfachwirt - Es einem Anwalt recht machen...

..ist gar nicht so schwierig. Alexandra Petzold (23) und Tina Möller (25) arbeiten in der Kanzlei Weisskopf Rechtsanwälte Partnerschaft in Erfurt. Während Alexandra sich noch im dritten Lehrjahr zur Rechtsanwaltsfachangestellten befindet, hat Tina bereits eine Weiterbildung zur geprüften Rechtsfachwirtin abgeschlossen. Sie hat also sozusagen mit ihren 25 Jahren schon den „Meister“ in der Tasche.




Dabei ist ihre Tätigkeit ein richtiger Bürojob. Das zumindest sollte dir klar sein, wenn du dich mit dem Gedanken trägst, Rechtsanwaltsfachangestellter zu werden. Natürlich sitzt du nicht den ganzen Tag am Rechner und tippst Briefe und Diktate ein, dennoch kommst du eigentlich nicht wirklich raus. Für Alexandra und Tina ist der Beruf jedoch alles andere als eintönig.


„Langweilig wird es hier nie. Jeder Tag sieht anders aus“, sagt Alexandra. Dabei bekam sie sofort Verantwortung. „Das ist ein Beruf, in dem man von Anfang an selbständig sein muss“, weiß Tina, die mittlerweile für die Azubis zuständig ist. Alexandra bekam von Anfang an die Fälle ihrer Anwälte zugeteilt. Sie nimmt alle Telefonate entgegen, bespricht sich mit den Mandanten und entscheidet, was sie direkt an einen Anwalt durchstellen muss oder selbst erledigen kann. Ein Großteil ihrer Arbeit ist außerdem das Schreiben von anwaltlichen Diktaten. Das heißt, ein Anwalt läuft in seinem Büro auf und ab, und spricht dabei Klagen, Briefe oder Absprachen in ein Diktiergerät. Das muss dann verschriftlicht und dem Anwalt anschließend wieder vorgelegt werden.

Und dann ist die gesamte Aktenablage zu organisieren. Jeder Fall hat eine eigene Akte. Da gibt es permanente Einarbeitungen, Wiedervorlagen und Fristen, die einzuhalten sind. Und zwei Mal die Woche muss Alexandra die Schulbank drücken, um sich auch theoretisch im Rechtsgeschäft auszukennen.


Tina ist da schon einen Schritt weiter. Nachdem sie 2005 ihre Ausbildung bei Weisskopf abgeschlossen hatte, hat sie ersteinmal zwei Jahre in ihrem Beruf gearbeitet. Da ist dann aber irgendwann Schluss mit der Weiterentwicklung. Es stehen zwar ständig neue Inhalte an, bei denen man sich weiterbilden muss, aber letztlich ist die Arbeit doch immer die Gleiche. Deswegen entschied sie sich zur höheren Qualifikation.


Mit ihrem Abschluss zur geprüften Rechtsfachwirtin hat sich ihr Aufgabengebiet direkt erweitert. So kann sie jetzt beispielsweise sogar einfache Klagen selber schreiben. „Das ist sozusagen das kleine Jurastudium“, sagt sie stolz. Direkt Jura zu studieren war übrigens mal ihr Wunsch. Nachdem sie aber fünf Jahre direkt mit Anwälten zusammenarbeitete, war ihr klar: „Ein Anwalt hat kein Privatleben mehr, weil so viel zu tun ist.“ Der Rechsfachwirt bietet da eine
gute Alternative.


Als Rechtsanwaltsfachangestellter kannst du übrigens auch bei Banken, Versicherungen oder in Rechtsabteilungen großer Unternehmen arbeiten. Auch dort wird Fachpersonal gesucht. Dieser Umstand macht den Beruf natürlich auf der einen Seite interessanter, weil du ein weites Spektrum an späteren Jobmöglichkeiten hast. Auf der anderen Seite hast du damit auch die Option, die Tätigkeitsbereiche zu wechseln, wenn es dir in einem bestimmten Ressort zu langweilig wird. (rw)

 

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