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14.10.13

Ernährungsberater - Hier isst du richtig

Wenn du nicht aufisst, scheint morgen keine Sonne. Eine der ersten Ernährungsratschläge, mit denen man als Kind in Berührung kommt. Es folgen in der Regel: Quark macht stark, Schokolade ist gut gegen Zähne und mit Ananas zur Traumfigur. Inwieweit das wirklich mit besser – im Sinne von gesünder – essen zu tun hat, ist sicher umstritten. Fest steht aber, dass viele Menschen auf eine fachgerechte Beratung in Sachen Ernährung angewiesen sind und dann irgendwann in der Praxis von Stefanie sitzen.


Foto: privat

„Gemüse ist gut, Süßigkeiten sind böse – nein, ganz so einfach ist das leider nicht“, erklärt Stefanie. Grundsätzlich gäbe es nämlich keine Lebensmittel, die man nicht essen dürfe – es sei eher eine Frage der Menge und der persönlichen Voraussetzungen. „Meine Aufgabe ist es nicht, allgemeine Ernährungsregeln aufzustellen, sondern für jeden Einzelnen, der zu mir kommt, eine passende Ernährungsrichtlinie zu finden. Wer zum Beispiel Übergewicht hat, muss auf ganz andere Dinge achten, als jemand, der an einer Stoffwechselkrankheit oder Nahrungsmittelunverträglichkeit leidet.“ Deshalb gibt es in Stefanies Praxis immer erst einmal ein Vorgespräch: „Ich frage, warum man die Beratung aufgesucht hat und verschaffe mir einen Einblick in die Ess- und Lebensgewohnheiten. Je nach Bedarf messe ich auch die Körperzusammensetzung und sehe mir medizinische Unterlagen an.“ Gemeinsam mit dem Patienten wertet Stefanie alle Informationen aus und formuliert ein individuelles Ziel. Dann beginnt die eigentliche Therapie, die Stefanie leitet, begleitet und überwacht. „Ich arbeite dabei mit Ärzten und Therapeuten zusammen. Das ist gerade bei Patienten mit Essstörungen sehr wichtig, denn ich bin keine Psychologin. Oft denken die Leute auch, es gehe bei der Ernährungsberatung nur um das Gewicht. Aber ich berate beispielsweise auch zur Vorbeugung oder zu besonderen Lebensumständen, wie Schwangerschaft und Stillzeit. Außerdem lassen sich auch viele Krankheitsverläufe durch eine gezielte Ernährung positiv beeinflussen.“

Das heißt jedoch auch, dass Stefanie eine ganze Menge Hintergrundwissen mitbringen muss. Sie hat nach der Schule Ökotrophologie studiert – ein Studiengang, der sich mit Haushalts- und Ernährungswissenschaften beschäftigt. Das beinhaltet auch Ökonomie und Betriebswirtschaftslehre. „Ich habe mich von Anfang an mehr für die Ernährung und die medizinischen Aspekte interessiert. Und, als ehemalige Leistungsschwimmerin, auch für die Zusammen hänge zwischen Sport und Ernährung.“ Mit dem Bachelor-Abschluss hätte Stefanie schon in den Beruf einsteigen können, „aber das hat mir irgendwie noch nicht gereicht“, also schloss sie noch den Masterstudiengang Ernährungswissenschaften an. „Da so ein Studium sehr theoretisch ist, habe ich nebenbei schon in einer Ernährungsberatungsstelle gearbeitet. Das hätte ich mir auch für die Zukunft vorstellen können.“


Stefanie bewarb sich in verschiedenen Reha-Kliniken, „aber das klappte leider nicht, also dachte ich mir, warum nicht gleich den großen Schritt wagen und selbstständig in einer eigenen Praxis arbeiten.“ Das erforderte einiges an Vorbereitung. Sie brauchte eine Businessplan und eine Bank, die bei der Finanzierung half. Dann einen Standort, sowie passende Räume und die Grundausstattung. „Ich habe meine Praxis 2011 eröffnet. Davon leben konnte ich aber nicht von Anfang an, deshalb habe ich mir zusätzlich eine Stelle als Honorardozentin an einer Berufsschule gesucht und unterrichte dort Biologie und Ernährungslehre. Aber die Arbeit mit den Patienten und Klienten, das sind Menschen, die keine Therapie brauchen, sondern ‚nur’ Beratung suchen, macht mir einfach mehr Spaß.“ Und dann gibt es ja noch den Sport. „Mein langfristiges Ziel ist es, irgendwann als Ernährungsberaterin im Leistungssport zu arbeiten.“ (mü)