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08.05.20

Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik - Energiegeladen

Von Licht über Wärme bis hin zum Anschluss ans World Wide Web – ein Haus ohne Energie ist heutzutage undenkbar. Damit der Strom aber auch genau dort ankommt, wo er gebraucht wird, sind Experten wie Noah (18) gefragt. Er lernt bei der Firma manes die electro gmbh in Erfurt Elektroniker für Energie­ und Gebäudetechnik. Warum er sich für diese Ausbildung entschieden hat? „Ich war früher nicht wirklich handwerklich begabt, aber ich wollte etwas lernen, was ich noch nicht kann. Und es sollte etwas Handfestes sein. Dazu ist der Bereich Energie­ und Gebäudetechnik einer, mit dem man auch privat immer zu tun hat. Jeder hat Strom zuhause.“.


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Foto: Manuela Müller

Die Hauptaufgabe der Elektroniker für Energie­- und Gebäudetechnik ist das Installieren elektrotechnischer Geräte und Anlagen, also die Energieversorgung – in Noahs Fall vorwiegend in Wohnhäusern. Das heißt zum Beispiel Kabel ziehen, Lampen, Steckdosen und Klingeln einbauen, Fußbodenheizungen und Sicherungskästen einrichten – und auch der Anschluss ans Internet gehört dazu. Damit die Kabel nicht überall zu sehen sind, passiert das alles am besten, bevor ein Haus fertig gebaut ist. Deshalb sind Noah und seine Kollegen überwiegend auf Baustellen im Einsatz. Und zwar in jeder Bauphase. Sie sind gleich am Anfang da und sorgen dafür, dass der Baustrom fließt, den die anderen Gewerke für ihre Arbeit brauchen, kommen zwischendurch immer wieder, bevor Decken eingezogen oder Wände verputzt werden, und sind schließlich auch die, die auf der Baustelle das Licht wieder ausmachen – nachdem sie alles angeschlossen, ein letztes Mal kontrolliert und in Betrieb genommen haben. Ein anderer Arbeitsbereich sind Sicherheitsüberprüfungen in öffentlichen Gebäuden. „Das ist eine Art TÜV für Elektrogeräte, wenn wir zum Beispiel in einem Schnellrestaurant die Geräte wie Wasserkocher, Geschirrspüler und Herd überprüfen.“

Bei der Arbeit ist handwerkliches Geschick gefragt. Man solle schon wissen, wie man einen Hammer hält, findet Noah. Er selbst konnte es vorher nicht. „Aber ich bin da gut reingekommen.“ Auf den Baustellen arbeiten die Elektroniker zwar auch mal mit Flex und Fräse, wenn beispielsweise Schlitze für Kabel in Wände gefräst werden müssen. Ihre wichtigsten Arbeitsmittel sind aber Schraubendreher und Phasenprüfer. „Strom ist schließlich nicht ungefährlich. Ich habe am Anfang selbst schon einmal ein Kabel vertauscht – sowas kann schlimme Folgen haben. Während der Ausbildung hat man deshalb immer einen Meister in der Nähe, der kontrolliert, ob alles in Ordnung ist.“

Noah muss aber nicht nur konzentriert arbeiten, sondern auch kreativ im Finden von Lösungen sein. „Ich habe zum Beispiel einen Plan, der zeigt, wo Steckdosen hinkommen und wo der Strom herkommt. Den effizientesten Weg dazwischen muss ich selbst finden – und oft geht das nicht so, wie man das vor hat. Jede Baustelle hält ihre eigenen, neuen Herausforderungen bereit. Das ist einfach kein stupides Abarbeiten. Gerade das gefällt mir besonders.“

Die Ausbildung zum Elektroniker für Energie-­ und Gebäudetechnik dauert dreieinhalb Jahre und beinhaltet neben der Praxis zusätzlich überbetriebliche Lehrgänge sowie den Unterricht in der Berufsschule. „In der Theorie kommt es vor allem auf Mathe und Physik an. Da sollte man schon aufpassen, vor allem, wenn es um das Berechnen der Stromstärken geht. Das ist für die Praxis sehr wichtig.“

Noah ist zwar erst im ersten Lehrjahr, sich aber trotzdem schon sicher, den richtigen Beruf für sich gefunden zu haben. „Mir macht einfach alles Spaß. Und ich habe sogar nach Feierabend etwas davon. Früher habe ich meine Kopfhörer nach einem Kabelbruch weggeworfen. Heute kann ich sie reparieren – ebenso wie eine Lampe vernünftig anschließen oder eine Steckdose anschrauben.“ (mü)