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26.09.18

Gehobener Polizeivollzugsdienst - Eins, zwei, Polizei

Der Polizist ist der Klassiker der Berufe in Uniform, doch die Dienstkleidung allein macht natürlich noch keinen zum Polizisten. Wer sich als Freund und Helfer in den Dienst des Landes und der Bürger stellen möchte, muss eine Ausbildung machen – beziehungsweise studieren, wenn er im gehobenen Polizeivollzugsdienst arbeiten möchte. Angeboten wir dieses Studium an der Thüringer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung.


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Foto: Gerhard Seybert ­ adobe.stock.com

Die Mindestanforderung für eine Bewerbung zum Studium ist die Fachhochschulreife. Auch gleichgestellte Abschlüsse können anerkannt werden. Die Liste der persönlichen Einstellungsvoraussetzungen ist etwas länger – das Studium aufnehmen darf nur, wer die allgemeinen beamtenrechtlichen Voraussetzungen einschließlich der laufbahnrechtlichen Bildungsvoraussetzungen erfüllt, noch nicht das 35. Lebensjahr vollendet hat, mindestens 160 cm groß ist, nach der Gesamtpersönlichkeit für die angestrebte Laufbahn geeignet erscheint, nach polizeiärztlichem Gutachten polizeidiensttauglich ist und das Eignungsauswahlverfahren erfolgreich bestanden hat. Wer diese Hürden gemeistert hat, studiert dann für drei Jahre an der Thüringer Fach hochschule für öffentliche Verwaltung im Fachbereich Polizei – diejenigen, die vorher schon die Ausbildung im mittleren Polizeivollzugsdienst erfolgreich abgeschlossen haben, können das erste Studienjahr überspringen und gleich ins zweite einsteigen.

Ob zwei oder drei Jahre Studium, wer für Recht und Ordnung sorgt, sollte sich natürlich auch mit dem Recht auskennen. Daher stehen im theoretischen Teil des Studiums unter anderem Staats­- und Verfassungsrecht, Strafrecht, Strafprozessrecht, Polizei-­ und Ordnungsrecht, allgemeines Verwaltungsrecht, öffentliches Dienstrecht, Verkehrsrecht, Zivilrecht, besonderes Polizeirecht insbesondere Ausländerrecht, Betäubungsmittelrecht, Datenschutzrecht, Europarecht, Jugendschutzrecht, Umweltrecht, Versammlungsrecht und Waffenrecht an. Das ist zwar schon recht viel, aber trotzdem noch nicht alles. Weiter geht’s mit Einsatzlehre, Kriminalistik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Informations-­ und Kommunikationstechnik und Verkehrslehre. Und dann ist immer noch nicht Schluss, denn auch Psychologie, Soziologie, Methodik des wissenschaftlichen Arbeitens, Berufsethik und Fremdsprachen stehen auf dem Plan. Neben dem gut gefüllten Stundenplan sollten sich Studierende auch im Selbststudium weiterbilden – grundsätzlich erfordert gerade der Beginn des Studiums viel Motivation und Engagement.

Dazu kommt das Praxis­-Training – dafür können die Studierenden die Trainingseinrichtungen des Bildungszentrums der Thüringer Polizei nutzen. Hier gibt’s zum Beispiel eine Raumschießanlage, ein Kriminaltechniklabor, eine Tatortwelt und eine Fahr-­ und Rettungssimulation. In Rollenspielen werden die berufsalltäglichen Situationen untereinander, also zum Beispiel die allgemeine Verkehrskontrolle, geübt, bevor die Studierenden in Praxiseinsätzen mit „echten Bürgern“ zu tun bekommen. Diese Praktika finden nicht nur auf der Wache und im Streifendienst statt, sondern unter anderem auch bei der Staatsanwaltschaft.

Das Studium endet mit der Bachelorprüfung zum Bachelor of Arts „Polizeivollzugsdienst“. Mit dem Bestehen wird die Laufbahnbefähigung für den gehobenen Polizeivollzugsdienst erworben und es erfolgt die Ernennung zum Polizeikommissar. Polizeikommissare werden nach dem Abschluss häufig erstmal in der Bereitschaftspolizei Thüringen eingesetzt. (mü)