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01.04.14

Drogist - Gemischtes aus der Drogerie

Du brauchst noch schnell ein persönliches Geschenk. So eine kleine Fotoleinwand wäre schön, also schnell ab zur nächsten Drogerie: Bitte? Wie? Da gibt’s doch nur Shampoo, Geschirrspülmittel und Kosmetikartikel, ist ja schließlich auch kein Fotoladen. Oder? Naja, nicht ganz, denn einige Drogeriemärkte haben inzwischen nicht nur Fototerminals, an denen man sich schnell ein paar Fotos selbst ausdrucken kann, sondern auch richtige Fotostationen mit ausgebildetem Personal.


Foto: Manuela Müller/WiYou.de

„Der Beruf Drogistin mit Spezialisierung Foto war für mich die perfekte Mischung aus dem, was ich mir für meine Zukunft vorgestellt habe“, sagt die 21-jährige Julia aus Waltershausen. „Ich hatte neben der Schule schon gekellnert und in einem Hotel an der Rezeption gearbeitet. Es stand schnell fest, dass ich auch beruflich unbedingt mit Menschen arbeiten will. Mit 14 Jahren hatte ich außerdem meine Leidenschaft für Fotografie entdeckt, das wollte ich aber nicht hauptberuflich machen, um mir nicht den Spaß daran zu verderben.“ In der Berufsberatung hat man Julia dann die Ausbildung zur Drogistin bei dm-drogerie markt empfohlen.
Dieser Beruf sei wahnsinnig vielfältig, daher aber auch sehr lernintensiv. „Viele denken, man verkauft einfach nur Produkte. Aber sie sehen nicht, was man allein dafür alles wissen muss.“ So stehen auf Julias Stundenplan in der Berufsschule, für die sie regelmäßig nach Gotha fährt, neben Kundenkommunikation und Kassensystemen unter anderem auch Heilkräuterkunde, Inhaltsstoffe, Wirkungskunde, Pharmazie, medizinische Fußpflege, Kosmetik und fotobezogener Unterricht. „Jeder Kunde hat andere Fragen und ich muss jeden beraten können, egal ob es um die Inhaltstoffe einer Creme, das richtige Reinigungsmittel für den Plasmabildschirm oder auch um die Abgabe von Insektenschutzmitteln geht.“ Und an der Fotostation in ihrer Eisenacher Filiale käme es auch schon mal vor, dass ein leidenschaftlicher Hobbyfotograf Hilfe bei den technischen Einstellungen seiner Fotokamera braucht. Auch da sollte man sich auskennen. „Ich muss wirklich viel lernen, aber es ist toll, wenn ich jemandem dann mit meinem Fachwissen weiterhelfen kann.“ Manchmal fühle sie sich wie ein kleines Lexikon, sagt Julia. „Ich bin jetzt im dritten Ausbildungsjahr und inzwischen gibt es kaum ein Produkt, was ich nicht kenne, auch wenn ich bei manchen selbst noch einmal nachlesen muss.“ Außerdem kämen auch immer wieder neue zum Sortiment dazu. „Man muss neugierig sein und sich immer weiterbilden. Auch in technischen Bereichen. Die Geräte in der Fotostation sind zwar leicht zu bedienen, aber ich muss mich auch um deren Wartung kümmern, kleinere Störungen selbst beheben oder mal einen Druckkopf allein austauschen.“ Ein bisschen handwerkliches Geschick gehöre deshalb auch dazu, spätestens, wenn Julia selbst eine Fotoleinwand bezieht, denn das macht sie tatsächlich direkt im Markt. „Klar sitzt man auch an der Kasse, aber es gibt auch noch so viel hinter den Kulissen zu tun, wie Warenannahme, Lagerorganisation, das Bearbeiten von Rücksendungen, Rechnungen und Lieferscheinen oder Präsentkörbe packen.“ Außerdem gäbe es auch immer viele Aktionen, die jeder Markt selbst organisieren und betreuen müsse und „wir machen zwar morgens immer einen groben Einsatzplan, aber man muss auch als Azubi schon in der Lage sein, teamfähig zu arbeiten und selbst zu sehen, wo grad jemand gebraucht wird.“ Und gut zu Fuß sollte man sein, in einer Schicht kämen zwischen den Regalen schon einige Kilometer zusammen.
Julia wird ihre Ausbildung in diesem Sommer abschließen und möchte gern weiter als Drogistin arbeiten. „Ich habe mich auch schon für eine Weiterbildung zur Handelsfachwirtin beworben. Die läuft über das Unternehmen und ist eine gute Grundlage für die, die später vielleicht mal selbst eine Filiale leiten möchten.“ (mü)