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26.08.11

Mechaniker für Karosserieinstandhaltungstechnik (seit 2013 Kraftfahrzeugmechatroniker)

Der Beulendoktor

Die Halle der Werkstatt ist riesig. Der geflieste Boden ist sauber, nirgendwo liegt Dreck oder verstreutes Werkzeug. Das ist fein sortiert in rollenden Werkzeugkisten, alles an seinem vorgesehenen Platz. Drei Autos stehen zur Reparatur auf Hebebühnen. Bei einem Mercedes SLK fehlen die hintere Stoßstange und der Auspuff, daneben sind bereits die neuen Teile aufgereiht. Das ist der Arbeitsplatz von Christian Blümner beim Autohaus Scholz in Gera.


Christian ist frisch gebackener Mechaniker für Karosserieinstandhaltungstechnik. Früher hieß der Beruf einfach Karosseriebauer. Im Januar hat er seine dreieinhalbjährige Ausbildung abgeschlossen und wurde direkt übernommen. Bohren, Schleifen, Feilen, Schrauben, Unfallschäden reparieren, Dellen ausbeulen und Teile wechseln – das sind die täglichen Aufgaben des 21-jährigen Geraers. Er ist mit seinen Kollegen der Experte für die Fahrzeugkarosserien und –teile. Sein Beruf unterscheidet sich vom Kfz-Mechatroniker, der den meisten eher ein Begriff ist, insofern, dass Christian weniger mit der Funktion von Motoren, Getrieben und Co. zu tun hat, sondern handwerklich tätig wird. Er schweißt wenn nötig Bleche, die er vorher vermessen, geschnitten und gebogen hat, in die Karosserie, er beult mit diversen Werkzeugen Dellen aus oder schleift solange an Ecken und Kanten, bis die Form der Bauteile wieder dem Neufahrzeug gleicht.

 

Im ersten Lehrjahr, so erinnert er sich, lernte er hierfür die Grundlagen. In der Berufsschule – noch gemeinsam mit den Kfz-Mechatronikern – standen Fächer wie Elektrotechnik oder Werkstoffkunde auf dem Plan. In der Werkstatt schaute er den Facharbeitern und dem Meister über die Schulter und konnte erste Reparaturen schon selbst erledigen. Ab dem zweiten Lehrjahr wurde seine Ausbildung spezieller: Ausbeultechniken, das richtige Schweißen, Blechbearbeitung und weitere theoretische Inhalte erlernte er und in der Werkstatt stand er dann schon mal selbst an einem Mercedes und setzte ihn wieder instand. Neben Berufsschule und Praxisbetrieb musste Christian auch immer wieder zu Lehrgängen. „Die waren für uns im Bildungszentrum der Handwerkskammer in Gera-Aga und man brauchte die Zertifikate auch, um später zur Prüfung zugelassen zu werden“, erinnert er sich. Den Ausbildungsordner mit allen Dokumenten zu führen erfordert dabei ein gutes Stück Ordnung und Disziplin. Aber das sei ohnehin eine Voraussetzung für den Beruf, genauso wie handwerkliches Geschick, Teamfähigkeit und Spaß an handwerklichen Arbeiten. „Auch von der Schule sollte man einiges mitbringen. Vor allem die Grundfächer Deutsch und Mathe, denn man muss Aufträge abrechnen und selbst mal etwas schreiben, was der Kunde dann auch lesen können muss“, sagt der 21-Jährige.

 

Christian hat nun ausgelernt, weiß aber, dass das Lernen in dem Job nie aufhört. „Ich möchte jetzt gerne einige Jahre Berufserfahrung sammeln. Später kann ich dann vielleicht noch den Meiser machen“, sagt er über seine Zukunft.

 

Um herauszufinden, ob auch du für diese Ausbildung geeignet bist, bietet das Autohaus Scholz permanent Praktika an. Du führst zum Beispiel drei bis vier Tage eine Probearbeit durch oder meldest dich einfach, um dich in den Ferien ein paar Tage auszuprobieren. (rw)