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10.01.20

Chemielaborant - Hier stimmt die Chemie

Die einen sind froh, wenn sie Physik, Chemie und Co. in der Schule irgendwie überstanden haben, die anderen können nicht genug davon bekommen, so wie Florian (19). Für ihn sollte es auch beruflich in Richtung Chemie gehen. Er entschied sich für die Ausbildung zum Chemielaboranten und lernt nun seit zwei Jahren bei Laborchemie in Apolda.


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Foto: Manuela Müller

Chemielaboranten bereiten chemische Untersuchungen vor, führen Analysen und Qualitätskontrollen durch und werten Arbeitsergebnisse aus.

Dauer: 3 Jahre

Voraussetzungen: Gute Noten in den Naturwissenschaften und Interesse an Chemie und der Arbeit im Labor sind wichtig, ebenso technisches Verständnis, Beobachtungsgenauigkeit, konzentriertes und sorgfältiges Arbeiten und Fingerspitzengefühl sowie gutes Englisch.

Chancen: Chemielaboranten arbeiten meist in Forschungs‐, Entwicklungs‐ und Produktionslaboratorien industrieller Unternehmen. Weiterbildungen zum Chemietechniker oder Industriemeister sind möglich.

Die Hauptaufgabe eines Chemielaboranten ist das Analysieren der Zusammensetzung von Stoffen. „Hier im Unternehmen werden Wirkstoffe für die pharmazeutische Industrie hergestellt, zum Beispiel Berliner Blau, dass zur Behandlung radioaktiver Vergiftungen eingesetzt wird“, erklärt Florian. Er arbeitet aber nicht direkt in der Produktion. „Ich bekomme regelmäßig Proben aus der Produktion, die ich dann im Labor untersuche. Hier stelle ich fest, ob die Stoffe den Vorgaben entsprechen und den Qualitätsansprüchen genügen. Dazu gibt es verschiedene Analyseverfahren. Ich kann zum Beispiel durch die Zugabe von Chemikalien Nachweisreaktionen hervorrufen. Da kontrolliere ich dann, ob sich eine bestimmte Färbung einstellt.“ Florian arbeitet aber auch mit technischer Unterstützung. Zum Beispiel mit Geräten, mit denen sich die Dichte von Stoffen bestimmen lässt. Da muss er die Proben vorbereiten, die entsprechenden Geräte einrichten und bedienen und natürlich die Ergebnisse auswerten.

„Hier bei uns arbeiten wir noch vergleichsweise viel von Hand.Das gefällt mir besonders gut, denn so lerne ich die Verfahren von Grund auf kennen. Außerdem macht es mir einfach auch mehr Spaß, selbst wenn das am Anfang erstmal viel Übung bedeutet. Mir ist das genaue Arbeiten, also das Abwiegen kleinster Mengen auf das Milligramm, nicht leichtgefallen – aber mit ein bisschen Routine und einer ruhigen Hand klappt das immer besser und dauert auch nicht mehr so lange.“

Ein wichtiger Teil der Analysearbeit ist die Dokumentation.Florian muss immer Protokoll über seine Arbeit führen. Da es bei ihm um medizinische Wirkstoffe geht, trägt er dabei eine hohe Verantwortung. „Ich habe eine Arbeitsanweisung, in der jeder einzelne Prüfschritt auf geführt ist. Es ist anfangs gar nicht so leicht, weil die Laborsprache Englisch ist und man erst lernen muss, die wissenschaftlichen Formulierungen zu verstehen.“

Als Chemielaborant arbeitet Florian zwar viel allein an seinen Proben.„Trotzdem ist es ebenso eine Teamarbeit, weil man gerade dann, wenn es Probleme gibt, sich mit den Kollegen zusammensetzt und schaut, woran es liegen könnte. Für mich ist das wichtig, weil ich noch nicht so viel Erfahrung habe.“

Florian besucht während der Ausbildung auch die Berufsschule, in der es vor allem um die Naturwissenschaften geht, und zusätzliche überbetriebliche Lehrgänge. „Da lerne ich die Dinge, die ich hier im Unternehmen nicht habe, aber für die Abschlussprüfung brauche, wie Mikrobiologie zum Beispiel.

Ein wichtiges Thema in allen Bereichen der Ausbildung ist der Arbeitsschutz.Dazu gehören der richtige Umgang mit Chemikalien und Geräten, das Tragen von Schutzkleidung und das Einhalten von Sicherheitsmaßnahmen wie Arbeiten unter der Lüftung. „Ich muss im Labor immer bei der Sache sein und genau wissen, was ich tue – und das übrigens meist im Stehen, körperliche Fitness ist daher auch nicht schlecht.“ Ansonsten sei es einfach wichtig, sich für die fachlichen Inhalte zu interessieren und mit Spaß dabei zu sein. (mü)