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12.01.18

Berufskraftfahrer - Der Mann fürs Große

„Berufskraftfahrer, das sind doch die, die den ganzen Tag mit dem LKW auf der Autobahn unterwegs sind, ihr Zuhause nur selten sehen und eher so als einsame Wölfe arbeiten.“ Ja schon, aber: Es gibt auch Berufskraftfahrer wie Martin. Er macht seine Ausbildung bei den Stadtwerken Erfurt und fährt nicht nur LKW, sondern zum Beispiel auch Kehrmaschinen und Räumfahrzeuge. Außerdem ist er dabei nur auf wenigen Touren allein und meist pünktlich zum Feierabend auf dem Heimweg.


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Foto: Manuela Müller/WiYou.de

Martin hat sich schon immer für Autos und Technik interessiert. „Nach der Schule habe ich KFZ-Mechatroniker gelernt und dann acht Jahre bei der Bundeswehr in der Instandsetzung gearbeitet. Ich wollte aber nicht mehr nur in der Halle sitzen und habe geguckt, was es noch so gibt. Dabei bin ich auf die Ausbildung zu Berufskraftfahrer bei den Stadtwerken Erfurt gestoßen.“ Martin konnte aufgrund seiner Vorbildung das erste Lehrjahr überspringen. Insgesamt sind es für ihn so zwei statt der üblichen drei. „Ich durchlaufe in der Praxis trotzdem alle Bereiche bis auf die KFZ-Werkstatt, nur in kürzeren Abschnitten. Auch den LKW-Führerschein hatte ich schon vorher beim Bund gemacht und konnte gleich ab der zweiten Woche selbst fahren.“

Als Berufskraftfahrer bei den Stadtwerken hat Martin sehr viele verschiedene Einsatzbereiche. „Das ist zum Beispiel die orange Fraktion, so nennen wir den Haushaltsmüll, der Containerdienst. Dazu kommen der Winterdienst, die Straßenreinigung und der Möbeltransport für das Stöberhaus. Jeder LKW ist anders, hat ein anderes Fahrverhalten und eine andere Bedienung. Beim Winterdienst beispielsweise ist das Räumschild größer als der LKW und in der Straßenkehrmaschine sitzt man auf der rechten Seite. Daran muss man sich immer erst wieder gewöhnen. Aber es geht auch nicht nur um das reine Fahren. „Wir müssen auch selbst ver- und entladen, Ladungen sichern, Container aufstellen und Geräte wie Ladekräne, Gabelstapler, Kompressionsanlagen, Sprüh- und Saugvorrichtungen bedienen, die Fahrzeuge warten, Touren planen und auch in die kaufmännische Abteilung bekommen wir einen Einblick. Das ist schon erstmal sehr viel zu lernen, aber dadurch wird es auch nie langweilig.“ Dabei trägt Martin auch eine große Verantwortung. „Wenn wir im Team unterwegs sind, bin ich als Fahrer für die Sicherheit meiner Kollegen verantwortlich – ebenso wie für Fußgänger und Fahrradfahrer. Natürlich sollte man auch auf andere Fahrzeuge und Gebäude achten. Gerade, wenn es eng und unübersichtlich wird, ist das eine echte Herausforderung.“

Da Martin gleich in das zweite Ausbildungsjahr eingestiegen ist, musste er die Theorie des ersten Lehrjahres für die Berufsschule selbstständig nachholen. „Zum Beispiel das Thema Ladungssicherung. Das ist sehr wichtig und kommt deshalb gleich am Anfang dran. Dazu kommen im zweiten und dritten Jahr noch die verschiedenen Transportarten, Fahrzeugtechnik und die verschiedenen LKW-Arten. Jetzt beschäftigen wir uns gerade mit Bussen. Wenn ich später den Busführerschein und den Personenbeförderungsschein machen würde, könnte ich auch als Busfahrer arbeiten.“ Grundsätzlich sei die Theorie kein Problem, wenn man sich ein bisschen für Technik interessiere. Leider fehle manchmal der Bezug zur Praxis. „Aber das meiste lernt man ohnehin erst dann, wenn man draußen fährt“, findet Martin, der während seiner Ausbildung zudem verschiedene Lehrgänge zu Themen wie Gefahrguttransport oder auch ökonomisches, also sparsames, Fahren, besucht.

Martin wird seine Ausbildung im Frühjahr beenden und möchte dann auch weiter als Berufskraftfahrer bei den Stadtwerken Erfurt arbeiten. „Mir gefällt die Vielfalt der Aufgaben. Ich könnte mir vorstellen, später den Verkehrsmeister zu machen und dann selbst in diesem Beruf auszubilden.“ (mü)