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14.12.20

Berufskraftfahrer: Der bringt´s - #whatyouwant

Damit dir der nette Mensch im Fast-Food-Restaurant deinen Lieblingsburger aufs Tablett legen kann, muss den vorher jemand zusammengebaut haben. Und der braucht dafür die "Einzelteile" wie Buns, Patties und Saucen. Was das mit der Ausbildung zum Berufskraftfahrer zu tun hat? Ganz einfach: Die Berufskraftfahrer, wie der 22-jährige Baris, der diesen Beruf gerade beim Lebensmittellogistiker Havi lernt, bringen mit ihren LKW regelmäßig Nachschub für Burger – und auch für andere Fastfood-Spezialitäten.


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Foto: privat

Kleine Jungs, große Autos – schon als Kind war Baris von LKW fasziniert. Über seinen Bruder, der bereits als Berufskraftfahrer bei Havi arbeitete, kam auch Baris dann zu diesem Beruf. „Ich war erstmal zum Probearbeiten dort, und es hat mir richtig gut gefallen.“ Los ging die drei-jährige Ausbildung aber nicht gleich hinter dem Steuer. „Ich bin im ersten Jahr nur mitgefahren. Zu dieser Arbeit gehört mehr als das reine LKW-Fahren, so nämlich auch Be- und Entladen, Ladungssicherung, Lieferungen überprüfen, Abstimmung mit den Kunden, Aufnehmen von Reklamationen. Und natürlich muss man sich auch mit der Technik auskennen.“ Mit der des LKW und mit der Verladetechnik, wie den sogenannten Ameisen und Hubwagen oder auch die Computertechnik. „Inzwischen müssen wir die Waren nicht mehr einzeln zahlen, sondern können sie einfach abscannen. Das bringt viel Erleichterung, aber eben nur, wenn man sie richtig beherrscht.“

 

Mit dem LKW zu rangieren, durfte Baris dann erstmal auf dem Firmengelände üben. „Ich konnte zwar vorher schon Autofahren, aber das ist natürlich was ganz anderes. Am Ende des ersten Lehrjahres habe ich mit dem LKW-Führerschein angefangen.“ Mit diesem in der Tasche fuhr Baris dann endlich selbst, aber erstmal nur mit Begleitung. „Das war schon eine Herausforderung. Wir haben mehrere Kunden und überall sind die Parkplätze und Anlieferzonen anders. Da muss ich mich erstmal zurechtfinden. Aber ich lerne mit jeder Tour und werde immer routinierter.“

 

Inzwischen ist Baris im dritten Lehrjahr und allein unterwegs. „Ich werde als Springer eingeteilt und habe immer wieder neue Touren. Es wird also nicht langweilig und das Fahren macht mir einfach richtig Spaß, am liebsten längere Strecken auf der Autobahn.“ Stop-and-go in der Innenstadt sei hingegen nicht so schön. „Auch die Arbeitszeiten sind etwas gewöhnungsbedürftig. Wir fahren, wenn der wenigste Verkehr ist, daher startet die Frühschicht schon zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens.“ Andererseits habe er dafür dann auch früher Feierabend. „Und zwar zuhause. Wir fahren hier in der Regel nur Tagestouren und sind nicht wie andere mehrere Tage am Stück unterwegs.“ Eine größere Herausforderung als Wetter- und Straßenverhältnisse seien beim Fahren übrigens die anderen Verkehrsteilnehmer. „Mit mehreren Tonnen Gewicht bin ich nicht so wendig und schnell wie ein Kleinwagen, und leider wird oft wenig Rücksicht genommen. Als LKW-Fahrer muss ich immer auch die Sicherheit der anderen im Blick haben. Und viele vergessen, dass wir ja letztlich für sie unterwegs sind, wenn sie schimpfen, weil sie nicht schnell genug an uns vorbeikommen.“

 

In der Theorieausbildung geht es unter anderem um KFZ- und Verladetechnik, Rechtsvorschriften, Transport, Verladung, Routenplanung, Verkehrssicherheit. „Das ist schon umfangreicher, als ich dachte, aber es wird alles gut erklärt und ich komme gut mit.“ Baris möchte auch nach dem Ende seiner Ausbildung weiter LKW fahren. „Man kann sich zwar auch weiterbilden, zum Kraftverkehrsmeister oder zum Fuhrparkleiter etwa, aber da ist man dann nicht mehr so viel draußen auf der Straße unterwegs und gerade das gefällt mir ja so an diesem Beruf.“ (mü)